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14.05.2003 Geflügelpest
BFAV Insel Riems - Stellungnahme des Nationales Referenzlabor für Aviäre Influenza zur Möglichkeit einer Weiterverbreitung von Geflügelpesterregern durch Tauben.

Die untenstehende Stellungnahme des Referenzlabor für Aviäre Influenza wurde vom Bundesministerium für Landwirtschaft in Auftrag gegeben. Sie wurde auch zu Entscheidungen der Ministerien herangezogen.

In einem Telefongespräch erklärte Frau Dr. Ortrud Werner gegenüber dem Internet-Taubenschlag, dass Taubenrassen eine sehr geringe Empfänglichkeit für Influenzaviren besitzen und kaum klinisch erkranken. Vielen Dank an Franz Steffl, der den Kontakt arrangierte.


BFAV Insel Riems, Nationales Referenzlabor für Aviäre Influenza, 12.05.03


Stellungnahme zur Möglichkeit einer Weiterverbreitung von Geflügelpesterregern durch Tauben und Einschätzung der Auswirkung einer Vakzination

Das Wirtsspektrum der aviären Influenzaviren umfasst sehr viele Vogelarten. Erkrankungen werden jedoch fast nur bei Hausgeflügel beobachtet. Wildvögel sind oft nur inapparent infiziert, was durch Virusisolierung bei Überwachungsuntersuchungen festgestellt wird. Die Virusisolate aus Wildvögeln sind meist gering pathogen.

Tauben scheinen nur eine sehr geringe Empfänglichkeit für Influenzaviren zu besitzen und kaum klinisch zu erkranken. Bei vergleichenden Infektionsversuchen mit Brieftauben und Hühnern mit hoch und gering pathogenem H5N2 und H7N1 Virus (1) erkrankten und verendeten die Hühner, während die Tauben gesund blieben, kein Virus ausschieden und auch keine Antikörper bildeten. Auch mit einem H5N1Virus aus Hong Kong ließen sich Tauben nicht infizieren und es konnte kein Virus reisoliert werden (2), so dass ihnen in epidemiologischer Hinsicht keine große Bedeutung zugemessen wird.
Diese Ergebnisse stehen allerdings in Widerspruch zu experimentellen Untersuchungen mit hochpathogenen H7N1 Virus aus einem erkrankten Erlenzeisig, bei denen alle 11 experimentell infizierten Haustauben erkrankten und Antikörper entwickelten (3).
Auch die Tatsache, dass während des H7N1-Seuchenzuges in Italien 2000 das Seuchenvirus aus einer tot in der Nähe einer infizierten Farm gefundenen Wildtaube isoliert wurde (4), spricht dafür, daß Tauben nicht für alle Virusstämme unempfänglich sind.

Über eine natürliche Infektion von Tauben mit aviären Influenzaviren gibt es auch einzelne Hinweise in der Literatur. Es wurden folgende Virussubtypen isoliert:
H1N1 aus einer Wildtauben (Columbia livia) und Rassetauben (Columbia livia domest.) (5),
H1 von Felsentaube (Columbia livia) (6),
H3N2 von Turteltaube (Streptopelia turtur) ( 7), von Türkentaube (Streptopelia decaocto) (8), von Haustaube (Columbia livia domestica) (9),
H5 von Turteltaube ( Streptopelia turtur) ((7),
H9N2 von Haustauben (10),
H10 von Turteltauben ( Streptopelia turtur) (7).

Auch Antikörper gegen humane Influenzaviren wurden schon nachgewiesen. In einer Untersuchung an insgesamt 391 Taubenseren wurde festgestellt, dass 23,6% der Stadttauben und 17,2% der Brieftauben im Raum Zagreb Antikörper gegen H1N1 hatten, Felsentauben dagegen waren serologisch negativ (5).

Bei der Bewertung der Empfänglichkeit von Tauben für aviäre Influenza muß zum einen zwischen den Spezies differenziert werden, aber auch der Einfluß von Virusstamm, Infektionsroute und Infektionsdosis beachtet werden. Demzufolge kann auch die epidemiologische Rolle der Tauben bei der Seuchenverbreitung nur in direktem Bezug zu dem vorhandenen Erregerstamm richtig bewertet werden. Insgesamt ist die Empfänglichkeit der Tauben und damit die Virusvermehrung und Ausscheidung durch Tauben als wohl sehr gering einzuschätzen.

Doch auch bei geringer Empfänglichkeit für eine Infektion können Tauben als belebte Vektoren fungieren. Bei der hohen Viruskonzentration in verseuchten Gebieten ist zu befürchten, dass sich auch Tauben äußerlich kontaminieren und das Virus verschleppen können.

Eine Vakzination der Tauben gegen Geflügelpest wird nicht als sinnvoll erachtet, weil die Tauben sowieso nur eine geringe Empfänglichkeit für eine Influenzavirus-Infektion besitzen und demzufolge kaum Erkrankungen zu erwarten sind. Außerdem scheinen sie nach den Literaturangaben (1) und (2) nur in seltenen Fällen Antikörper gegen Influenzavirus zu bilden.
Die Rolle der Tauben als mögliche viruskontaminierte belebte Vektoren wird jedoch durch eine Vakzination nicht beeinflusst. Das kann nur durch ein absolutes Flugverbot in den Seuchengebieten verhindert werden.

Dr. Ortrud Werner



Literatur:

1. Panigrahy, B.; Senne, D. A.; Pedersen, J. C.; Shafer, A. L.; Pearson, J. E. (1996). Susceptibility of pigeons to avian influenza. Avian Dis.40, 600-604

2. Perkins, L.E. L.; Swayne, D.E. (2002). Pathogenicity of a Hong Kong-origin H5N1 higly pathogenic avian influenza virus for emus, gees, ducks and pigeons. Avian Dis. 46, 53-63

3. Eckert, A. (1979). Charakterisierung eines hämagglutinierenden Agens aus einem Erlenzeisig (Carduelis spinus) – Beitrag zur Ätiologie einer Erkrankung von Sperlingsvögeln. Vet. Med. Diss. Hannover

4. Capua, I. (2000), pers. Mitteilung

5. Zupanicic, Z., Ugrcic, I., Jelavic, V., Ivesa-Petricevic, S. Greguric, J., Julic, B., Smerdel, S. (1986). Antibodies for human influenza type A virus in bird sera. Veterinarski Arhiv 56, 217-225

6. Kida, H., Yanagawa, R., Matsuoka, Y. (1980). Duck influenza lacking evidence of disease signs and immune response. Infection & immunity 30, 547-553

7. Romvary, J., Meszaros, J., Tanyi, J., Rozsa, J., Fabian, L. (1976). Spreading of virus infection among wild birds and monkeys during the influenza epidemic caused by the Victoria 75 variant of A (H3N2) virus. Acta Veter. Acad. Sci. Hung. 26, 369-376

8. Romvary, J., Tanyi, J. (1975). Occurrence of Hong Kong influenza A (H3N2) virus infection in the Budapest Zoo. Acta Veter. Acad. Sci. Hung. 25, 251-254

9. Werner, O. (2001). unveröffentlicht

10. Guo, Yuanji ; Dong,Jie ; Wang, Min ; Zhang, Ye ; Guo, Jungeng ; Wu, Kunyu (2001). Characterization of hemagglutinin gene of influenza A virus subtype H9N2. Chinese Medical Journal Englisch Edition 114, 76-79

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