Besuchen Sie unseren Werbepartner
Anzeige
Benutzername:  Passwort:   Registrierung! Passwort vergessen?
 Statistik  Netiquette  Disclaimer  Impressum
 
 
Home
 
Magazin
Podcast
Meisterschaft
1. Konkurse
International
Auktion
One Loft Races
Kids Corner
Preislisten
Taubengesundheit
Wetter
Photo Gallery
Forum
Office Tools
Umfragen
Verirrte Tauben
Züchter
Tauben-Shop
 
Partner Sites
Der Internet-Taubenschlag hilft!
Der Internet-Taubenschlag hilft!
 
Home  Taubengesundheit  Die roten Blutkörperchen 

Die roten Blutkörperchen


Tierarzt Burkard Sudhoff

So ganz allmählich ist die Zeit gekommen wo wir Taubenzüchter Resümee über das vergangene Reisejahr ziehen. Die zentralen Fragen bei den meisten Züchtern drehen sich um die mangelnde Leistungsfähigkeit. Natürlich sind da schnell Antworten gefunden die da meist lauten "schaffe dir bessere Tauben an", oder "du musst mehr für die Gesundheit tuen" oder so ähnlich. Viele Gespräche werden mit diesen vorschnellen Pauschalierungen rasch abgewürgt. Verlassen wir aber mal das Terrain der reinen medizinischen Versorgung und wenden uns den leistungsrelevanten Parametern zu, so stellen wir schnell fest das einem Organ besondere Bedeutung zukommt. Dieses Organ ist flüssig und heißt Blut.

Blut, ein eigenartiger Saft, besteht aus festen und gelösten Stoffen. Blut ist so allgegenwärtig das seine wundersame Wirkung meist unterschätzt wird. Heute möchte ich mich aber auf die festen Blutbestandteile beschränken. Diese sind die Blutplättchen sowie die roten- und die weißen Blutkörperchen. Die Blutplättchen machen nicht mal 1% der festen Blutbestandteile aus, so daß im wesentlichen die weißen und roten Blutkörperchen als feste Bestandteile im Blut schwimmen. Lassen wir frisch abgenommenes Blut in einem Röhrchen stehen so wird das Blut rasch gerinnen, so wie es bei jeder blutenden Wunde auch passiert. Wenn wir die aber die Gerinnung verhindern dann stellen wir fest, daß nach kurzer Zeit die festen Bestandteile zu Boden sinken. Am schnellsten sinken die roten Blutkörperchen ab, etwas langsamer die weißen. Wenn wir diesen Vorgang beschleunigen, zum Beispiel durch Zentrifugation, dann sieht man, daß etwa das halbe Röhrchen mit den roten Blutkörperchen gefüllt ist, darauf liegt eine zarte Schicht mit weißen Blutkörperchen und darüber steht das Blutplasma, also der flüssige Anteil des Blut. Mit Hilfe der Zentrifugation lässt sich also sehr simpel der Anteil der roten Blutkörperchen bestimmen.

Die Hauptaufgabe der roten Blutkörperchen (Erythrozyten) ist es den Sauerstoff im Blut zu transportieren. Den Sauerstoff nehmen die Erytrozyten in der Lunge auf und transportieren Ihn in alle Organe und ganz besonders natürlich in die Muskulatur. In der Muskulatur wird der Sauerstoff für die Verbrennung der Nährstoffe benötigt. Sauerstoff kann von den Erythrozyten aber nicht in beliebiger Menge transportiert werden. Ist die Sauerstoffaufnahmekapazität des Blutes erreicht so kann diese nur noch über eine Erhöhung der Erythrozytenzahl erhöht werden. Die Formel ist recht einfach, mehr Erythrozyten transportieren auch mehr Sauerstoff und daraus resultiert auch mehr Leistung.

So oder so ähnlich haben auch einige Rennradfahrer aber auch andere Ausdauersportler gedacht. Sie sind auf die glorreiche Idee gekommen die Erythrozytenkonzentration zu steigern. Wie aber kann man das am einfachsten bewerkstelligen.

Erstens mit Hilfe des sogenannten Höhentrainings, ein Begriff den sicherlich die allermeisten schon einmal gehört haben. Das heißt der Ausdauersportler begibt sich auf Höhen zwischen 1000 und 1800 Metern und geht da seiner sportlichen Aktivität nach. Aufgrund der geringeren Sauerstoffkonzentration in der Höhe versucht der Körper den Mangel zu kompensieren indem er mehr Erythrozyten bereitstellt. Eine zweite aber in der Leichtatlethik verbotene Methode (Doping) ist es die Erythrozytenkonzentration mit Hilfe des Hormon Erythropoetin kurz EPO zu steigern.

Die Sauerstoffsättigung im Blut unterliegt logischerweise einer genauen Kontrolle. Das Organ welches diese Kontrolle ausübt ist die Niere. Die Niere und das Knochenmark, welches ja die roten Blutkörperchen produziert, müssen sich natürlich auch über die Menge der zu produzierenden Erythrozyten unterhalten. Diese Kommunikation läuft über das EPO. Wenn also die Niere feststellt das zu wenig Sauerstoff im Blut transportiert wird schüttet sie eine gewisse Menge EPO aus, was zur Folge hat das das Knochenmark anfängt mehr Erythrozyten zu produzieren. Da es sich hierbei um einen sehr einfachen Regelkreis handelt kann es eigentlich niemand verübeln das ein schlauer Kerl dieses EPO spritzt um die Konzentration der Erythrozyten zu erhöhen. Tja , wie gesagt hierbei handelt es sich um Doping und zum Glück kann man dieses künstlich zugeführte EPO auch von körpereigenem ganz gut unterscheiden und kommt diesen EPO Sündern schnell auf die Schliche.

Eine dritte Methode klinkt noch simpler und wird dennoch erst seit wenigen Jahren angewandt. Das so genannte Blutdoping mit Eigenblut. Hierbei wird dem Sportler nicht allzu lange vor der sportlichen Herausforderung eine "Blutspende" entnommen und somit künstlich ein Erythrozythenmangel erzeugt. Es folgt das intensive Training und somit ein mächtiger Sauerstoffmangel im Blut. Das führt zu einer enormen EPO Ausschüttung in der Niere mit der Folge einer gehörigen Produktionssteigerung an Erythrozyten. Meist kommt es in diesem Zustand der Sauerstoffschuld zu einer Überkompensation d.h. es wird kurzfristig ein höherer Erythrozytenwert erreicht als noch vor der "Blutspende" bestanden hat. Bei entsprechend geschicktem Training kann so zu Beginn einer Saison oder "DER TOUR" eine gewisse Besserstellung der Blutwerte erzielt werden. Dann aber folgt zu einem etwas späteren Zeitpunkt der eigentliche Clou. Wenn nämlich durch die Dauerbeanspruchung des Körpers die eigenen Reserven etwas strapaziert sind wird die "Blutspende" dem Spender zurückgegeben. Und siehe da der Sportler verfügt zum zweiten Mal über einen sprunghaften Anstieg der Erytrozytenkonzentration. Auch das ist in der Leichtathletik ein strafbarer Akt der den Dopingverordnungen unterliegt. Diese Manipulation ist aber ungleich schwieriger zu kontrollieren. Was aber hat das alles mit unseren Brieftauben zu tun.

Höhentraining wollen wir doch wohl sicherlich nicht in das Trainingsprogramm aufnehmen. Blutspende mit anschließender Reinfusion wohl auch kaum, wo sollten wir auch all die Beutelchen mit den Blutproben der ganzen Witwer lagern. EPO, na ja ich weiß es ehrlich gesagt nicht. Mir erscheint diese Methode doch etwas zu teuer und die Durchführung mit den ständigen Anwendungen des Medikament ist extrem aufwendig. Dennoch gibt es etwas was wir uns zu Nutzen machen können um die Sauerstofftransport Kapazität zu steigern. Dazu aber mehr in der nächsten Ausgabe.

Burkard Sudhoff, prakt. Tierarzt


[Home]  [Magazin]  [Podcast]  [Meisterschaft]  [1. Konkurse]  [International]  [Auktion]  [One Loft Races]  [Kids Corner]  [Preislisten]  [Taubengesundheit]  [Wetter]  [Photo Gallery]  [Forum]  [Office Tools]  [Umfragen]  [Verirrte Tauben]  [Züchter]  [Tauben-Shop]  [Brieftaubenzüchter helfen]  [Bannerwerbung]  [Adressen-CD]  [Newsletter]  [Statistik]  [Netiquette]  [Disclaimer]  [Impressum