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Die Blutuntersuchung


Tierarzt Burkard Sudhoff

Kein anderes Thema interessiert im Moment die Brieftaubenzüchterwelt so wie die Möglichkeiten einer Blutuntersuchung. Es scheint geradezu als ob es sich hier um etwas ganz Neues, gar revolutionäres handelt. Neu ist die Blutuntersuchung mit Sicherheit nicht, revolutionär schon gar nicht aber dennoch ist sie ins Augenmerk der Züchter gerückt.

Also was hat es nun mit der Blutuntersuchung auf sich. Blut ist die wichtigste Flüssigkeit im Körper von Mensch und Tier. Blut besteht aus der Blutflüssigkeit mit seinen zahlreichen gelösten Substanzen und den Blutkörperchen. Der prozentuale Anteil der Blutkörperchen wird als Hämatokrit (Hk) bezeichnet und liegt bei der Taube deutlich höher als beim Mensch. Bei den Blutkörperchen selbst unterscheiden wir noch einmal in die roten und die weißen Blutkörperchen. Die roten Blutkörperchen machen etwa 99% aus und sind vor allem für den Sauerstofftransport im Körper verantwortlich. Die weißen Blutkörperchen welche etwa 1% ausmachen spielen eine wichtige Rolle in der Krankheitsbekämpfung und bei Entzündungsprozessen sowie der Blutgerinnung. Es gibt unterschiedliche weiße Blutkörperchen mit speziellen Aufgaben. Der Blutflüssigkeit kommt die allerwichtigste Bedeutung zu, ist sie doch für den Transport der Nährstoffe zu den Organen hin und für den Abtransport der Giftstoffe zuständig. Der Anteil der Nähr- und Giftstoffe kann bestimmt werden und in Abhängigkeit der körperlichen Belastung beurteil werden. Wichtige Parameter sind das Blutgesamteiweiß (TP), Blutalbumin (Alb), Blutzucker (Glu) sowie die Gallensäure (GS), die Harnsäure (URIC) und das Kreatinin (Krea). Die Funktionsweise des Stoffwechsel sowie die Belastung der Muskulatur kann mit Hilfe bestimmter Enzyme welche ebenfalls im Blut zirkulieren bestimmt werden. Hier sind vor allem AST, ALT, AP, LDH und CK zu nennen. Das Blut spielt auch die zentrale Rolle im Elektrolytstoffwechsel. Hier gilt es zu beachten das verschiedene wechselseitige Beeinflussung bestehen und der Organismus sehr lange die Blutelektrolyte konstant hält. Also auch in Zeiten einer geringen Unterversorgung oder sogar einer Überversorgung sind die Blutelektrolyte unverändert. Die größte Bedeutung kommt hier dem Calzium (Ca), dem Magnesium (Mg), dem Natrium (Na) und dem Kalium (K) zu. Phosphat (Phos) wird ebenfalls bestimmt, steht jedoch meist in Relation zum Calzium. Neben all diesen Untersuchungen spielt die Blutuntersuchung auch eine wichtige Rolle bei der Diagnostik verschiedener Erkrankungen. Hierbei werden in aller Regel nicht die Krankheitserreger selbst im Blut nachgewiesen sondern die Antikörper gegen die Krankheitserreger. Wird ein Organismus von einem Krankheitserreger befallen so kommt es seitens des Immunsysthem zu unterschiedlichen Abwehrmechanismen. Einer dieser Abwehrreaktionen führt dazu, daß bestimmte Zellen Antikörper produzieren. Diese Antikörper zirkulieren im Blut und können zur Diagnostik herangezogen werden. Je nach Erkrankung eignet sich die Antikörperuntersuchung mehr oder weniger gut. Besonders zur Diagnostik von Virusinfektionen wie Paramyxo, Herpes und andere haben sich diese Techniken durchgesetzt. Bei den bakteriellen Infektionen sind es vor allem Salmonellen welche diagnostisch verwertbare Antikörper produzieren. Diese nachzuweisen gehört zur Routine. Daneben provozieren auch bestimmte Parasiten die Antikörperbildung im Blut, deren Diagnostik zwar möglich aber für Brieftauben von untergeordneter Bedeutung ist. Manchmal zirkulieren auch kleinere Fragmente der Krankheitserreger im Blut. Diese Fragmente können anhand Ihrer Oberflächenstruktur identifiziert werden. Diese spezielle Technik wird auch als ELISA bezeichnet. Solche ELISA Tests werden z.B. bei der Chlamydiendiagnostik aus dem Blut angewandt. Werden die Chlamydien von den Schleimhäuten direkt untersucht wird ein naher verwandter Test der so genannte EIA eingesetzt. Die meisten Bakterien welche häufig an Infektionen der Brieftauben beteiligt sind lassen sich jedoch besser kulturell diagnostizieren. Hier sind vor allem E.-Coli, Streptokokken, Staphylokokken, Klebsiellen, Haemophilus, Pseudomonas und Mykoplasmen zu nennen. Nur die Anzucht der Mycoplasmen in so genannten Anaerobiergefäßen ist recht aufwendig.

Ich denke Ihnen hiermit einen Einblick verschafft zu haben wie umfangreich und komplex das Kapitel Blutuntersuchung ist. Im Grunde ist eine Blutuntersuchung alles das was hier beschrieben wurde. Was der einzelne Züchter und besonders der einzelne Tierarzt daraus macht ist ganz allein sein Ding. Wir führen alle hier erwähnten Untersuchungen in unserem Labor selbst durch, bzw. lassen einige wenige dieser Untersuchungen durch Fremdlabore durchführen wenn die Untersuchungshäufigkeit eine eigene Diagnostik nicht rechtfertigt. Wir führen logischerweise nie alle Untersuchungen durch sondern je nach Bedarf die ein oder andere Untersuchung. Immer muß zuallererst die Fragestellung klar und präzise sein, dann kann auch eine zielgerichtete Blutuntersuchung durchgeführt werden.

Burkard Sudhoff, prakt. Tierarzt


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