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Kommt ein Virus geflogen

Die Zugvögel und die Seuche, was ist dran an der Aufregung?


Tierarzt Burkard Sudhoff

Die letzten packen, die anderen sind unterwegs und viele sind bereits angekommen. Es ist Vogelzugzeit. Ein Großteil unserer heimischen Vogelwelt hat sich bereits in den letzten beiden Monaten leise und ohne großes Aufsehen auf den Weg ins Mittelmeergebiet gemacht. Möwen aus allen Himmelsrichtungen sowie Saatkrähen besonders aus Polen und den unendlichen Weiten der russischen Ebene zwischen Petersburg, Moskau und Wologda haben sich auf unseren abgeernteten Feldern niedergelassen. Tausende von Wildgänsen werden gerade in Bayern aber auch am Niederrhein erwartet. Auch wenn noch nicht alle Vögel Ihr Winterquartier bezogen haben, so hat doch der Vogelzug seinen Höhepunkt erreicht. Dem aufmerksamen Spaziergänger wird das Treiben und der elegante Flug der schwarzen in der Sonne metallisch schimmernden Vögel nicht verborgen bleiben. Dieses Herbstwinterliche Idyll wird jäh von dem Gedanken an die Vogelgrippe überschattet. Die Angst vor einer Vogelgrippepandemie welche aus Asien zu uns hereinbrechen könnte belastet nicht nur die Gemüter der Politiker schwer. Auch wenn vor einigen Wochen die ehemalige Verbraucherschutzministerin Renate Künast die Gefahr das ausgerechnet Zugvögel hier zuerst Haushühner und dann in der Folge den Mensch infizieren als gering angesehen hat, wird doch alles getan um dieser Gefahr vorzubeugen.

Vorbeugen heißt in diesem Zusammenhang, daß alle Haushühner, -enten, -gänse und Truthühner, die bisher draußen in der so wünschenswerten Freilandhaltung gehalten werden, in Ställe eingesperrt werden. Aber genau diese in engen Ställen zusammengepferchten Tiere sind es die dem Virus genau den Nährboden geben sich millionenfach zu vermehren. Genau das ist die Voraussetzung die eine Masseninfektion erst möglich macht. Von diesen zu tausenden in Ställen gehaltenen Tieren geht genau die Gefahr aus, daß das Virus den Sprung von Tier zu Mensch überhaupt schafft.

Es scheint als hätten alle bereits vergessen was im Frühjahr 2003 geschah. Auch in meiner unmittelbaren Nähe kam es zum Hühnergrippe Ausbruch. Es war ein Stall mit fünf Gruppen zu je 8000 Hühnern die erkrankten und starben. Nicht auch nur ein einziges frei laufendes Huhn, auch nicht in unmittelbarer Nähe des Stall, war infiziert, geschweige denn erkrankt. Auch damals wurde vor herumfliegenden Vögeln gewarnt. Ja sogar Tauben wurden eingesperrt und der Freiflug und Wettflug mit diesen Tieren wurde untersagt. Offensichtlich wurde das Virus mit dem Futter, welches aus Holland kam, in den Bestand eingeschleppt. Es scheint als hätten unsere Entscheidungsträger wenig oder nichts aus der Vergangenheit gelernt.

Alle großen Tierseuchen nehmen Ihren Ursprung in der Massentierhaltung. Hier entstehen Seuchen weil das natürliche Biotop in dem die Tiere leben nicht mehr gegeben ist. Die Krankheitserreger können in aller kürzester Zeit eine Unmenge empfänglicher Tiere infizieren. Die Haltungsbedingung ist es also welche ursächlich für die Verbreitung von Seuchen verantwortlich ist. Scheint es da nicht paradox, daß genau diese Haltungsformen die zu den Ursachen der Seuche zählt jetzt zur Vorbeuge vor der Seuche angewandt wird. Sind es nicht viel mehr die transkontinentalen Warenströme welche das Hühnerfleisch aus Kuala Lumpur oder Shanghai mit dem Flugzeug schneller nach Europa bringen als der schnellste Zugvogel je wird fliegen können? Sind nicht hier die waren Ursachen zu suchen? Warum sollte ausgerechnet ein mehr als nur auf Herz und Niere getesteter Zugvogel nach etlichen tausend Kilometer Hochleistungsflug das Grippevirus mitschleppen wenn sein toter und in Asien fein säuberlich filletierter Kollege im Kühlraum eines Cargo-Fliegers den Weg doch schneller und bequemer nach Europa findet? Auch ein Gedankensprung zu BSE sei erlaubt, auch hier ist über die Nahrungskette der Rinder ein Krankheitserreger über Ländergrenzen hinweg verbreitet worden.

Ich glaube daß im Fall des Influenzavirus frei nach dem Motto gehandelt wird: Besser wir tun etwas unsinniges als wir tun gar nichts! Na ja, das Unsinnige hat uns Taubenzüchter bisher noch nicht tangiert, aber es ist ja auch keine Reisezeit. Aber die wird kommen, in fünf Monaten, genau dann wenn unsere heimische Vogelwelt Ihren Heimweg aus dem Mittelmeergebiet wieder antritt. Und dann? dann gibt es die selbe Diskussion, auch wenn noch nie ein Forscher eine Reisebrieftaube als Träger und Überbringer eines H5N1-Influenzavirus enttarnte. Es bleibt abzuwarten wie sich die Seuche in den nächsten Wochen weiter verbreitet. Wir alle hoffen natürlich nicht zuletzt aus Tierschutzgründen daß es allen Beteiligten gelingt die Infektion zu stoppen und vor allem ein Überspringen auf den Menschen zu verhindern. Die Gedanken zu diesen Zeilen kamen mir nach dem Studium eines gleichlautenden Artikel von Cord Riechelmann vom 26.09.2005 in der SZ.

Burkard Sudhoff, prakt. Tierarzt


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