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Federmilben und Federbalgmilben


Tierarzt Burkard Sudhoff

Der Befall mit Federmilben und Federbalgmilben ist unter unseren Brieftauben weit verbreitet. Trotz ihrer starken Verbreitung ist nur wenig über die Biologie diese Parasiten bekannt. Während fast jeder Züchter in der Lage ist seine Tauben auf den Befall von Federlingen hin zu untersuchen wissen viele nicht wie sie den Federmilben, die umgangssprachlich auch als Taubenläuse oder Steißläuse bezeichnet werden, auf die Spur kommen sollen.

Federmilben bewohnen überwiegend den Federschaft, wobei Sie die Unterseite des Kleingefieders bevorzugen. Besonders häufig findet man Sie im Kleingefieder des Rücken bis hinab zum Schwanzansatz. Aber auch das Kleingefieder der Kropfgegend und im Halsbereich wird gerne von den Federmilben aufgesucht. Selten findet man Sie auch auf der Haut der Tauben. Das Kleingefieder der Flügel, des Bauch und des oberen Rücken scheint von diesen Parasiten nicht besonders gerne aufgesucht zu werden.

Als Hauptnahrung werden Hautschüppchen, Federbestandteile und das Sekret der Bürzeldrüse angenommen, aber es existieren keine gesicherten Erkenntnisse. Federmilben legen Eier und diese "kleben" sie bevorzugt zwischen die Federseitenäste in unmittelbarer Nähe zum Federschaft in die großen Schwungfedern des Flügel. Hier kann man Sie mit bloßem Auge, besonders bei Scheckfedern, erkennen. Nach dem Schlüpfen wandern die "Nymphen" ins Kleingefieder und entwickeln sich dort zur erwachsenen Milbe.

Da Federmilben sehr lichtscheu sind ist eine langandauernde Untersuchung des Gefieder wenig erfolgreich. Man muß nach dem "in die Hand nehmen" der Taube die Federn im Bereich des Bürzel also am Schwanzansatz hoch/umklappen und sofort die Unterseite der Feder in Schaftnähe betrachten. Sieht man nichts wird dieses Procedere mehrfach wiederholt. Man kann auch die Federn am Kropf untersuchen, wofür aber die Taube auf den Rücken gedreht werden muß und natürlich nicht so ruhig in der Hand liegt.

Die Schadwirkung die die Federmilben hervorrufen liegen nicht in einer Zerstörung der Federn sondern in einem dezenten Juckreiz. Einzelne Parasiten werden dabei klaglos toleriert. Liegt aber ein starker Befall vor wird Unruhe und verstärktes Putzen des Gefieder beobachtet. Die Tauben haben wenig Ruhe und man sieht auch den Nachtkot etwas verteilt in der Zelle. Typisches Anzeichen der nächtlichen Unruhe.

Neben den Federmilben beherbergen unsere Tauben auch die Federbalgmilben. Über diese sehr hoch spezialisierten Parasiten ist sehr wenig bekannt. Ihre Vermehrung und Übertragung ist weitestgehend unerforscht. Eine Übertragung im Nest von der Alttaube auf die Jungtaube wird angenommen. Eine Ausbreitung von Taube zu Taube muß stattfinden, ist aber bisher nicht erforscht. Bisher wurden Federbalgmilben außerhalb des Taubenkörper nicht gefunden.

Federbalgmilben leben in den untersten Teilen der Feder, also in dem Abschnitt der Feder der in der Haut steckt. Eine Ausbreitung von Feder zu Feder findet unter der Haut statt, der Parasit selbst bleibt deshalb völlig unerkannt. Ein Befall wird erst dann sichtbar wenn die Federn etwa 1-2mm oberhalb der Austrittsstelle aus der Haut abbrechen. Die Federn brechen ab weil die Milben offensichtlich genau an dieser Stelle die Hornsubstanz der Federn zerstören/verletzen. Aus der Literatur ist bekannt daß Federspulmilben (nahe Verwandte der Federbalgmilben) kleine Löcher in die Federspulen bohren. Solche Löcher konnten wir noch nie bei den beschädigten Federn nachweisen. Die Bedeutung dieser Löcher ist auch noch nicht gänzlich geklärt, zumal nicht alle Federspulmilben und Federbalgbalgmilben dies machen. In jedem Fall sind diese Bohlöcher so winzig, daß ein Ein- oder Aussteigen durch dieses Loch nicht möglich ist. Stärkere Besiedlungen mit diesem Parasit führen dazu das nach und nach größere Areale des Gefieder am Kropf und Hals wie abrasiert erscheinen. Ein Milbennachweis in den "abrasierten" Federn ist nicht möglich. Juckreiz besteht bei dem Befall mit Federbalgmilben nicht. Eine Leistungsminderung wurde von uns nicht beobachtet. Dennoch sind diese kahlen Stellen sehr unschön und die Tauben bedürfen einer intensiven Behandlung da die Federbalgmilben äußerst hartnäckige Parasiten sind. Ein mit Federbalgmilben befallener Bestand ist oftmals nur über eine mehrere Jahre andauernde Behandlung milbenfrei zu bekommen, obwohl immer nur Einzeltiere befallen sind. Ob und in wie weit auch ein Immunitätsproblem eine Rolle spielt ist nicht erforscht. Ich halte es aber aus eigenen Beobachtungen für nicht ausgeschlossen.

Behandlung:
Die Behandlung der Federmilbe und der Federbalgmilbe unterscheidet sich grundlegend.

Die Federmilben lassen sich genauso wie Federlinge sehr gut und wirkungsvoll mit Frontline bekämpfen. Dazu verabreicht man das Produkt im Bereich der Bürzeldrüse auf die Haut. Eine einmalige Gabe ist ausreichend und voll wirksam. Eine Wiederholung erfolgt nach 4 Wochen. Die Behandlung mit Pyrethroiden, Carbamaten und Phosphorsäureestern sollte aus Gründen Ihrer toxischen (giftigen) Eigenschaften unterbleiben. Diese oft noch propagierte Vorgehensweise mit Ansprühen oder Baden der Tiere hat auch in der vergangenen Reisesaison viele Züchter in Ihrer Reiseleistung zurückgeworfen. Bester Beweis für die Toxizität sind die Schüttelkrämpfe und das Trampeln nach der Anwendung welches die Tauben zeigen. Hierbei handelt es sich um neurotoxische Reaktionen. Durch Frontline kommt es zu keinerlei Leistungseinbuße.

Die Behandlung der Federbalgmilbe ist unvergleichlich schwieriger. Hier haben sich die Avermectine gut bewährt. Vor allem das Ivermectin wurde und wird mit Erfolg eingesetzt. Wir bevorzugen aber aufgrund der langen Wirkdauer das Moxidectin. Dieses tropfen wir auf den Ständer (Bein) der Taube. Das Produkt wird aufgrund der guten Durchblutung des Bein sehr gut aufgenommen. Eine vorübergehende Reizung der Haut kann auftreten ist aber unbedeutend. Erkrankte Tiere tropfen wir alle 14 Tage, während die Kontakttiere ein mal pro Monat getropft werden.

Die Behandlung dieser beiden Parasiten sollte gerade jetzt in der Mauserperiode durchgeführt werden um die Tiere und die neuen Federn sofort parasitenfrei zu halten. Wir tropfen jetzt drei mal bis Ende November, also ein mal monatlich und wenden Frontline zwei mal an. Die Schläge desinfizieren wir zwei mal mit Intermitox welches eine hervorragende Milben- und Ungezieferwirksamkeit hat. Hinterher sollten Sie die Schläge immer schön auslüften. Vier Wochen vor Reisebeginn sollte das Produkt nicht mehr
angewendet werden.

Burkard Sudhoff, prakt. Tierarzt


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