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Home  Taubengesundheit  Paramyxovirus (Teil 2) 

Paramyxovirus (Teil 2)

Tierarzt Peter Boskamp über die medizinische Vorsorge (Newsletter Juli 2012)

Tierarzt Peter Boskamp
Tierarzt
Peter Boskamp

Im letzten Newsletter haben wir die Wissenschaftliche Seite vom Paramyxovirus besprochen. In diesem Newsletter möchte ich die Praktische Seite und (falsche) Bräuche besprechen.

Die Praxis
Paramyxoinfektionen kommen immer noch mehr vor als man denkt. Die klassischen Bilder sehen wir immer weniger, anstatt davon sehen wir immer mehr Fälle wobei nicht unmittelbar an einer Paramyxoinfektion gedacht wird. Dazu gibt es auch Wissenschaftler die Meldung machen von Tauben die einer Paramyxoinfektion zufolge Durchfall bekommen und stark abmagern. Es würde dann auch zu mehr Todesfälle kommen.

Wir sollen uns davon bewusst sein das Tauben die gegen Paramyxo geimpft sind, zwar keine Krankheitserscheinungen mehr bekommen, jedoch sicherlich den Virus noch aufnehmen können. Es kann sogar eine Virenvermehrung stattfinden. Der Virus kann so in eine Taubenpopulation anwesend bleiben. Nicht geimpfte und dadurch ungeschützte Tauben können so infiziert werden mit dem Feldvirus und Symptome zeigen. Jungtauben im Nest können sogar sterben ohne nennenswerte Symptome. Wir sehen das dann manchmal auch bei Taubenzüchter die es nicht für nötig halten um die Zuchttiere zu impfen.

Das Unterlassen der Impfung der Spätjungen gegen Paramyxo ist teils die Ursache davon dass es im Herbst mehr Tauben gibt mit Symptome von Paramyxo.

Während der Periode der verpflichtete Impfungen vor den Wettflügen höre ich immer öfter Taubenzüchter sich beschweren dass es ja Unsinn ist dass die Tauben jährlich geimpft werden müssen. Sie meinen dass wenn die Tauben einmal geimpft sind, sie nie wieder krank werden. Letzteres kann ja zum Teil wahr sein, wie jedoch oben zu lesen ist können die geimpfte Tauben sicherlich noch den Virus aufnehmen.

Es ist dann auch nicht schwer zu verstehen dass das Risiko auf Virenvermehrung zunehmen wird sobald einerseits die Abwehr der Tauben verringert und andererseits der Titer (die Verdünnungsstufe) der Antistoffe im Blut abnimmt.

Dies ist natürlich kein Schwarz-Weiß-Sehen. Tauben mit einem niedrigen Titer, die Stress haben, werden wahrscheinlich empfindlicher sein als Tauben die kein Stress haben und über einen guten Widerstand verfügen. Ähnliches sahen wir auch schon bei Herpesvirusinfektionen. Das Anstreben nach und behalten von einen guten Basiswiderstand ist dann auch bei beide Viren von großer Bedeutung.

Wie schon bekannt ist haben diverse Taubenärzte unterschiedliche Meinungen im Bezug zu viele Sachen. Wenn ich jedoch mit Kollegen spreche über Paramyxo Impfung, höre ich meistens die Meinung wie ich die selber auch habe. Nämlich dass es besser sein wird, die Jungtauben zwei Mal gegen Paramyxo zu impfen, um sicher zu sein von einem vollwertigem Schutz.

Seit über zehn Jahren ist bei viele Jungtauben die Sprache von einer Infektion mit dem Circovirus. Wie bekannt nistet dieser Virus sich ein im Abwehrorgan der Tauben wodurch, sicher die Jungtauben, schlecht reagieren auf die Impfungen und nur eine geringe Abwehr aufbauen.

Das ist der Grund dafür dass wir im Frühjahr Tauben sehen mit Paramyxosymptome obwohl diese geimpft sind. Der Vorwurf dass dieser oder jener Tierarzt dann keinen guten Impfstoff benutzt hat ist großer Blödsinn. Die Ursache liegt in die Infektion mit dem Circovirus zur Zeit der Impfung. Obwohl es aus dem Standpunkt vom aufbauen einer guten Immunität immer besser schien die Jungtauben in einem etwas späterem Alter zu impfen, ist man jetzt im Allgemeinen der Meinung dass es also besser ist um die Tauben schon früh im Leben gegen Paramyxo zu impfen.

Das Risiko dass man auf diese Weise keine Immunität aufbaut ist dann etwas kleiner, weil die Impfung wenn möglich bevor eine eventuelle Infektion mit dem Circovirus stattfindet.

Kurzum: Impfen ab ein Alter von 5-6 Wochen und dann bevorzugt zweimal mit mindestens drei Wochen Zwischenzeit. Man dann dies gut kombinieren mit die doppelte Herpesvirusimpfung.

Um den besten Schutz an den Jungtauben zu geben kann man sich überlegen um die Tauben mindestens drei Wochen vor dem anpaaren (nochmals) zu impfen gegen Paramyxo.

Da es jetzt möglich ist mit Schnelltests die Ausscheidung des Paramyxovirus der Tauben mit Hilfe eines Kloakenausstriches fest zu stellen, sehen wir in letzten Jahren immer öfter Infektionen bei Tauben mit undeutliche Symptome.

Der Eindruck besteht dann auch dass der Virus mehr vorkommt als uns alle lieb ist. In Analogie mit dem Herpesvirus, ein Virus der im Prinzip auch nicht aus zu rotten scheint kommt es vor allem darauf an eine gute ‘Impf-Decke’ zu legen, wodurch das Risiko auf ein umlaufender Virus soweit wie möglich verringert wird. Diese zusätzliche Sorge ist heutzutage allmählich notwendig wenn man im Taubensport kein Russisches Roulette spielen möchte und mitmachen kann. Der Taubensport ist inzwischen ja doch Spitzensport.

Unsere Grundregel ist ja auch: vorbeugende Gesundheitsfürsorge. Im Falle der Virusinfektionen gilt dann, so optimal wie möglich zu Impfen und dazu sorgen für einen gute Basisabwehr. Die Tiere sollen in der Gelegenheit gestellt werden die Spitzenleistungen die von ihnen erwartet werden auch zu verwirklichen.

Zum Schluss noch einige Bemerkungen im Bezug auf die Impfstoffe. Im Moment dieses Schreibens sind die bekannte Impfstoffe Colombovac PMV und Colombovac PMV/POX immer noch nicht erhältlich. Der Vorteil dieser vielbenutzte Impfstoffe ist das geringere Volumen das man injizieren muss. Dazu ist es ein wässriger Impfstoff. In den Niederlanden sind im Moment die Impfstoffe Colombi und Nobilis P201 erhältlich. Beide Impfstoffe sind Öl-Emulsionen. Diese Öl-Emulsionen können gelegentlich sorgen für Impf-Knoten. In der Praxis ist es übrigens nicht so schlimm. Beide Impfstoffe geben einen guten Schutz gegen die Symptome des Virus.

Viel Erfolg

Peter Boskamp, prakt. Tierarzt

Julianalaan 7a
6191 AL Beek (Niederlande)
Tel: 0031-46-4371885
Boskamp@pigeonvetcenter.com

 


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