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Pocken (Teil 1)

Tierarzt Peter Boskamp über die medizinische Vorsorge (Newsletter Februar 2012)

Tierarzt Peter Boskamp
Tierarzt
Peter Boskamp

Im vorigen Newsletter habe ich besprochen dass diverse Krankheitserreger unsere Tauben angreifen. Viren sind in diesem Zusammenhang im wahrsten Sinne beunruhigend, weil meistens wenig heilendes dagegen zu tun ist. Im Falle einer Virusinfektion können wir nur die sekundäre bakterielle Infektionen bekämpfen, um so das Leid der Tauben zu lindern. Vorbeugend können wir gegen diese Angreifer nur handeln mittels Impfung. Aber das ist nur möglich wenn eine Impfung erhältlich ist. In bestimmte fälle gibt es sogar (noch) keine Impfstoffe. Denken Sie zum Beispiel an dem Circovirus. Hiergegen ist bis jetzt noch keinen Impfstoff entwickelt mit allen denklichen Folgen. Ich möchte in den kommenden Newsletter die bei den Tauben meist vorkommenden Viren besprechen.

In diesen Newsletter möchte ich Aufmerksamkeit geben an dem Pockenvirus. Im ersten Teil dieses Newsletters möchte ich mit Namen die wissenschaftliche Seite des Virus erläutern.

Pocken
1. Wissenschaftliche Information
2. Persönliche Randbemerkungen - die Praxis

Wissenschaftliche Information.

Pocken bei Tauben werden verursacht durch Avipox columbae. Der Virus ist Endwirtspezifisch aber verwandt an unter anderem die Hühner- und Truthahnpocken. Die sogenannten typischen Pocken. Die Rede ist auch noch von atypischen Pocken. Hierzu rechnet man den Blutwarzenvirus. Dieser Virus ist wahrscheinlich nicht verwandt an dem typischen Pockenvirus. Dieser Virus verursacht die bekannten Blutwarzen die sich oft unter den Flügel befinden. Die Tatsache dass Pockenviren Endwirtspezifisch sind heißt dass Tauben nicht empfindlich sind für die Pocken von zum Beispiel Hühner, Kanarienvögel oder sogar Sperlinge.

Art der Infektion

Wie schon gesagt sind nur Tauben empfindlich für den Taubenpockenvirus. Ein Ausnahme machen die Hühner die auch immunologisch reagieren können auf dem Taubenpockenvirus. Pocken kommen bei Tauben noch regelmäßig vor. Auch bei wilde und Städtetauben. Seit Jahren kommt die Krankheit vor allem zum Vorschein im Spätsommer und Herbst. Die Ursache liegt in der Tatsache dass dann auch die meisten Insekte vorkommen die dem Virus übertragen können, wie Mücken. Aber auch die rote Federmilbe kann dem Virus übertragen. Neben Insekte die den Virus übertragen spielt auch das kämpfen der Tauben gegenseitig eine wichtige Rolle. Korbinfektionen können dann bei Programmspielern einen Ausbruch des Virus hervorrufen. Der Ausbruch kommt dann erst eine Woche nach dem Flug wo die Tauben sich infiziert haben vor. Oft leisten die Tauben während dem Flug noch gut. Die Inkubationszeit, das ist die Zeit zwischen Infektion und der tatsächliche Ausbruch des Virus ist meistens 7-10 Tagen mit eine Auslaufzeit bis zu 20 Tagen. Kämpfen und Insektenbisse sorgen dafür das der Virus im Körper eindringen kann. Tauben die infiziert sind mit Pocken scheiden den Virus aus über den Speichel, Tränenflüssigkeit und manchmal Kot. Der Virus kommt frei nach Zerstörung der Epithelzellen und verbreitet sich dann weiter.

Erscheinungen

Wir unterscheiden zwei Erscheinungsformen der Pocken:

1. Die Hautform. Wir sehen meistens kleine Pocken auf die Haut mit einer Vorliebe für die Haut rund den Augen oder die Mundwinkel beim Schnabel. Aber auch, wenn auch weniger, bei den Ohren und rund die Kloake und den Pfoten. Kurzum auf den wenig befiederten Hautteile. Es fängt an mit kleinen Knötchen so groß wie ein Streichholzkopf oder Bläschen die auswachsen können zu den typischen Pockenverletzungen, bestehend aus Wucherungen der Hautzellen die Verfallsanfällig sind.

2. Die Diphtherieform, wobei die Wucherungen auftreten in der Mundschleimhaut, u.a. auf die Zunge und im Rachenbereich. Diese sogenannte pseudomembraneuze, (gelbe) Verletzungen werden manchmal von Züchtern aus Versehen angemerkt als der Gelbe Knopf. Es soll gesagt sein dass eine Gelbinfektion bei einer Pockeninfektion auf der Lauer liegt. Aber die Verletzungen die wir im Schnabel sehen werden meistens doch verursacht von den Folgen des Pockenvirusses selber. Tauben sterben nicht am Pockenvirus selber, aber falls die Wucherungen im Schnabel und rund die Augen zu schlimm werden, werden die Tiere nicht mehr selbständig fressen können und deshalb sterben am verhungern.

Ob die Tauben ausgebreitete Wucherungen bekommen oder nur eine einzelne Pocke hängt ab von die Abwehr der Taube und die Virulenz (Infektionskraft) des Virus. Manchmal begrenzt sich die Infektion auf eine einzige Pocke. Das ist manchmal der Fall bei Tauben die irgendwann mal geimpft worden sind aber zum Zeitpunkt der Infektion eine beschränkte Abwehr haben. Andere (nicht geimpfte) Tauben auf dem Schlag können dagegen ausführliche Wucherungen bekommen rundum Augen, Nasenkappen, Schnabel und im Rachenbereich.
Die Diagnosen lässt sich einfach stellen an Hand der klinischen Symptome. Differenzial Diagnostisch muss gedacht werden an Trichomoniasis, Canidiasis oder einer Herpesvirusinfektion. Manchmal können Entzündungsherde zufolge einen Kampfes sich einer anfangende Pocke ähneln. Meistens jedoch sind die Symptome überdeutlich.

Die Behandlung

Es betrifft, wie gesagt, einer Virusinfektion und dagegen kann man therapeutisch mit Antibiotika wenig anfangen. Trotzdem wird oft, ins ernsteren Fällen, eine antibakterielle Therapie gestartet um die Folgen der sekundären Bakterielle Infektionen ein zu schränken. Gegen dem Virus bewirkt dies wie gesagt nichts. Bei schweren Wucherungen kann man versuchen diese Wucherungen mit einem scharfen Löffel zu entfernen. Hierbei muss bemerkt werden dass es besser ist nur die obere Schicht zu entfernen um unnötige Blutungen zuvor zu kommen. Danach kann man die Laesionen mit einer Jod 2 % Lösung oder eine Lösung aus Jod mit Glyzerin auf einen Wattenstäbchen einschmieren. Dies sollte man während einigen Tagen nacheinander wiederholen. Bei nur wenigen Wucherungen reicht das einschmieren der Wucherungen aus ohne dass man sie entfernt. Die Pocken trocknen nach einiger Zeit aus und fallen nach 4-6 Wochen ab. Die Tauben werden sich meistens ziemlich gut bis gut erholen. Ausnahmefälle sind manchmal die Tauben wobei die Pocken unter den Nasenkappen angefangen haben zu wuchern. Selbstverständlich sollte man mit die Jodlösung nicht in die Gegend der Augen behandeln wenn damit das Risiko besteht das der Jod ins Auge kommt.

Vorbeugung

Die einzige Weise um die Tauben tatsächlich gegen einen Pockenausbruch zu schützen ist durch impfen. Eine Taube die einmal die Pocken hatte wird meistens ihr ganzes weiter Leben gegen Pocken geschützt sein. Dies gilt nicht für Tauben die geimpft sind. Geraten wird die Pockenimpfung jährlich zu wiederholen. Falls die Tauben nach der Impfung regelmäßig in kontaminierter Umgebung verbleiben wird die Impfung durch den Kontakt mit dem Feldvirus auf ‘natürliche’ Weise verlängert werden. Gibt es keinen Kontakt mit dem Feldvirus, was meistens den Fall ist, wird der Schutz nach einiger Zeit schwächen wodurch die Tauben doch wieder mehr oder weniger empfindlich werden für den Pockenvirus.

Die Tiere sollen mindestens 6 Wochen alt sein, will man einen guten Immunresponz bekommen. Es besteht die Möglichkeit zu impfen mit der Federfollikelmethode und die Kombinationsimpfung Colombovac PMV-POX. Es ist nicht empfehlenswert diese Impfung zu kombinieren mit zum Beispiel einer Paratyphusimpfung wegen die zu erwartenden Impfreaktion. Bei der Federfollikelmethode kann man am besten etwa 10 Federn vom Schienbein ausziehen wobei mann darauf achten muss dass keine Blutungen entstehen. Wenn dies der Fall ist nimmt man vorsichtshalber das andere Bein zur Impfung. Sonst besteht durchaus die Gefahr dass die Impfung nicht ausreichend erfolgreich ist, weil der Impfvirus mit dem Blut weggespült wird. Mit der Bürste die in der Impfflüssigkeit eingetaucht wurde wird gegen der Federfollikelrichtung der Impfstoff in die Haut gerieben. Nach der Impfung können die Tauben nach etwa 8-10 Tagen eine Impfreaktion zeigen wodurch sie ein oder mehrere Tagen geduckt sitzen können. Zur Zeit der Impfreaktion ist es nicht empfehlenswert die Tauben nach draußen zu lassen wegen mögliche Verluste. Es ist Empfehlenswert lange vor der Flugsaison zu impfen.

Geimpfte Tiere können noch Träger sein, deshalb wird empfohlen alle Tiere zu impfen. Bei der Federfollikelmethode dürfen die Tauben in der Woche nach der Impfung kein Bad bekommen. Weiter ist es wichtig zu kontrollieren ob die Tauben nach der Impfung tatsächlich eine Impfreaktion bekommen. Dies ist mitunter wichtig um zu sehen ob der Impfstoff ausreichend wirksam war. Die Follikel in der Haut sind etwas verdickt und die Haut verfärbt.

Ergänzende Maßnahmen

Das Pockenvirus ist wenig empfindlich für Nässe, Luft, Trockenheit und Kälte. Deswegen kann der Virus langjährig auf einem Schlag verweilen. Eine gute und zugespitzte Desinfektion ist dabei angesagt mit ein Mittel dass gut wirksam ist gegen Viren (u.A. Virkon S, Halamid usw.). Infizierte Tauben werden am besten isoliert von den anderen Tauben um den Infektionsdruck zu reduzieren. Infizierte Tauben dürfen selbstverständlich nicht spielen. Weil Infizierte Mücken den Virus lebenslänglich mit sich tragen ist eine gute Insektenbekämpfung sehr wichtig.

Im nächsten Teil von diesem Newsletter werde ich die praktischen Aspekte der Pockeninfektion ausführlich besprechen.

 

Peter Boskamp, prakt. Tierarzt

Julianalaan 7a
6191 AL Beek (Niederlande)
Tel: 0031-46-4371885
Boskamp@pigeonvetcenter.com

 


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