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Startschuss für die neue Saison

Tierarzt René Becker über die medizinische Vorsorge

Tierarzt René Becker
Tierarzt René Becker

Der Startschuss für die neue Saison ist aller Orten gefallen. In der Regel beginnen nun die RV-Vorflüge, wobei die meisten Züchter die ersten privaten Trainingsflüge bereits hinter sich gebracht haben. Die vorbeugenden gesundheitlichen Maßnahmen bzw. notwendigen Therapien sollten zu diesem Zeitpunkt weitgehend abgeschlossen sein.

In der Regel versuchen wir, erforderliche Behandlungen Anfang April zu beenden, um den Tauben die Möglichkeit zu geben, sich körperlich von etwaigen medikamentellen Therapien zu erholen. Auch wenn man dem Bestand in der Regel eine Verbesserung des Allgemeinzustandes ansehen sollte, muß ein eingesetztes Antibiotikum im Körper „verstoffwechselt“ und die damit verbundenen Nebenwirkungen überwunden werden. Aus diesem Grunde sind die sog. „therapiebegleitenden Maßnahmen“ ebenso wichtig, wie die eigentliche Therapie selber. Zur besseren Verträglichkeit eines Medikamentes empfehlen wir das Präparat „Alvimun- t“. Es mindert die Nebenwirkungen und sorgt für eine forcierte Ausscheidung der Wirkstoffe über die Niere.

Weiterhin sollte man stets die in Mitleidenschaft gezogene Darmflora unterstützen: Wichtige Maßnahme ist die Sicherstellung der Wiederbesiedlung mit physiologischer Darmflora und die Verhinderung der Ansiedlung von Schadkeimen oder pathogene Keimen. Eine solche Fehlbesiedlung versuchen wir durch die Gabe von Milchsäurebakterien zu unterbinden. Um den Erfolg sicherzustellen, ist die Wahl des richtigen Präparates entscheidend. Wir verwenden echte Milchsäurebakterien in sehr hoher Konzentration, die durch Verpackung und Lagerung eine gute Wirksamkeit sicherstellen.

Das von uns verwendete Präparat heißt „PT 12“. Es enthält siedlungsaktive Lactobazillen und wird gemeinsam mit einem speziellen Fruchtsirup ans Futter gebunden, der die Ernährung der Keime im Verdauungstrakt sicherstellt. Neben dem Einsatz nach einer Medikamentengabe können diese Michsäurebakterien zusätzlich in der Reise verwendet werden. Sie helfen, das Milieu auf den Schleimhäuten im Rachen und Verdauungstrakt aufrecht zu erhalten und konditionsschwächende Infektionen zu verhindern.

Sind die ersten Vorflüge vorüber, empfehlen wir den erneuten Einsatz eines Trichomonadenmittels. Leider befinden sich gerade zu Beginn sehr viele Tiere mit gesundheitlichen Defiziten im Rennen, die schnell zur Ansteckung gesunder Tauben führen können. Wir verwenden „chevicol“ in Pulver- oder Kapselform über zwei Tage nach dem Flug. Dies reicht in der Regel aus, um – nach vorhergehender Trichomonadenbehandlung vor der Saison –, Neuinfektionen im Kabinenexpresse einzudämmen.

In der Reise setzen wir ebenfalls auf „chevicol“ mit dem Wirkstoff Dimetridazol, da es neben der Wirksamkeit die Form am wenigsten negativ beeinflusst. Wendet man Kapseln an, verabreicht man zwei Stück pro Tier an zwei aufeinanderfolgenden Tagen. Im weiteren Verlauf ist eine regelmäßige Gabe in einem Abstand von drei Wochen anzuraten, um Neuinfektionen aus dem Kabinenexpress bzw. neuen Befällen zu begegnen.

Wurde vor Beginn der Saison ein Befall mit Kokzidien festgestellt, empfehlen wir selbst bei gering gradigen Befällen spätestens zum Zeitpunkt der Vorflüge diese zu behandeln. In der Regel sollte diese Behandlung die einzige gegen Kokzidien während des gesamten Jahres sein. Die Tauben sollten selbst mit den Kokzidien klar kommen. Zur Unterstützung kann man regelmäßig „Enterosan“ (flüssig) verabreichen, das durch seine ätherischen Öle Kokzidien abtötend wirkt.

Leider sind keine „Appertex“-Tabletten mehr erhältlich; wir verwenden nun „Baycox“ in flüssiger Form, welches über zwei Tage verabreicht wird. Ideal sind nach der Behandlung der Kokzidien Desinfektionsmaßnahmen, die sich auf ein Ausbrennen beschränken sollten. Chemische Nass-Desinfektionen schlagen immer auf das Atmungssystem und wirken sich negativ auf die Wettflug-Form aus.

Nach diesen Maßnahmen sollte einem erfolgreichen Start nichts mehr im Wege stehen. Wir sprechen nach der Untersuchung im Frühjahr Behandlungsempfehlungen für die weitere Saison vor allem mit Blick auf „Trichomonaden“ und Atemwegsinfektionen aus. Häufig heißt dies eine erneute Kontrolle der Tauben nach dem dritten Flug oder bei Bedarf - sprich: Sollte die Kondition und Flugfreude abnehmen, wenn die Tiere schwere Flüge (evtl. bei Regen) hinter sich oder zwei Tage in Kabinenexpress gesessen haben. Die Erfahrung, dass man nach einigen Wochen regelmäßig Probleme bekommt, kann ein weiterer Grund sein, einzuschreiten.

Der Einsatz von Medikamenten ist und bleibt eine Gradwanderung und es ist im Einzelfall schwierig, ohne vorhergehende Untersuchung eine richtige Entscheidung zu treffen. Ziel muss es bleiben, die Grundvoraussetzungen auf dem eigenen Schlag hinsichtlich der Versorgung, des Schlagmilieus und der Taubenqualität sowie - pflege zu optimieren und damit die Gabe von Medikamenten zu minimieren.
 

René Becker, prakt. Tierarzt


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