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Trichomonaden nicht unterschätzen

Tierarzt René Becker über die medizinische Vorsorge

Tierarzt René Becker
Tierarzt René Becker

Die Preisflüge haben begonnen und an den entsprechenden Ergebnissen kann jeder Züchter ablesen, ob er in der Vorbereitung alles richtig gemacht hat. Gerade auf den kurzen Flügen sind häufig die Schläge im Vorteil, die ihre Tauben regelmäßig in den Wochen der Vorbereitung durch private Trainingsflüge an ihre Aufgaben herangeführt haben. Die Reisetiere lernen zusammen zu bleiben und im richtigen Zeitpunkt in Richtung Heimatschlag abzubiegen. Die Fähigkeit, vorauszufliegen und Führungsarbeit in einem großen Schwarm zu leisten, hängt dennoch stets von der Gesundheit und den angeborenen Fähigkeiten der einzelne Taube ab. Vielfach wird das Trainingsverhalten der "fleißigen" Züchter jedoch verteufelt - als "nicht machbar für alle" und "ungleiche Chancenverteilung" abgetan.

Gerade zu Beginn der Saison (Mitte April) waren die Temperaturen noch sehr niedrig, so dass die ersten Vorflüge nicht ganz reibungslos verlaufen sind. Unverkennbar gelang es den Schlägen mit häufigerem Training, ihre Tauben zügiger und vollständiger nach Hause zu bekommen. Insbesondere die Jährigen erlangen ein Stück mehr an Sicherheit durch diese Maßnahme.

Zögerliches nach Hause kommen und das Ausbleiben über mehrere Tage legt den Nährboden für Infektionen, die durch die Belastung zum Ausbruch kommen können. Auch das Zusammentreffen einer Vielzahl von Beständen am Saisonbeginn stellt eine große Belastung für die Infektionsabwehr dar. Die Tauben müssen sich im Kabinenexpress mit einer Vielzahl neuer Erreger auseinandersetzen. Sind sie nicht in der Lage, sich dagegen zu wehren oder ist die Keimbelastung zu hoch, drohen empfindliche Konditionseinbrüche. Gerade die ersten Wochen der Saison bergen die größten Gefahren. Daher ist es wichtig, den Tieren von vornherein eine engmaschige gesundheitliche Begleitung zukommen und/oder die Tiere erneut kontrollieren zu lassen. Wir empfehlen, spätestens nach der dritten Preistour ihre Witwer noch einmal vorzustellen. Zu diesem Zeitpunkt sind die Tiere in der Regel fünf bis sechs Mal im Kabinenexpress gewesen. Genug Gelegenheiten also, sich zu infizieren.

Ob gerade die typischen Racheninfektionen eine Chance haben, sich auszubreiten, ist stark abhängig vom Saisonverlauf. Ist das Wetter stabil, warm und sind die Flugverläufe reibungslos, gibt es weniger Probleme als bei kaltem und nassem Wetter, unregelmäßigen Flugverläufen und langen Aufenthalten im Kabinenexpress. Daher ist es schwer, generelle Empfehlungen für eine medizinische Begleitung zu geben. Grundsätzlich sind wir bemüht, den Medikamenteneinsatz so niedrig wie möglich zu halten. Wir appellieren stets an die Verantwortung jedes Züchters, der vor dem Hintergrund des Saisonverlaufes und seiner eigenen Erfahrungen entscheiden muss, ob es zum Medikamenteneinsatz kommen soll oder nicht.

Ein Einsatz von Antibiotika versuchen wir so gering wie möglich zu halten.
War der Flugverlauf schwierig oder saßen die Tauben über mehrere Tage im Kabinenexpress, ist es eher anzuraten, ein Medikament einzusetzen, um einen Leistungseinbruch in der folgende Woche und im weiteren Verlauf der Saison zu vermeiden. Ist man sich diesbezüglich unsicher, ist die Kontrolle beim Tierarzt und dessen Entscheidung der beste Weg.

Unsere Empfehlungen beschränken sich auf einen regelmäßigen Einsatz eines Mittels gegen Trichomonaden, obwohl es darüber unterschiedliche Meinungen gibt.
Gerade in den letzten Wochen haben verschiedene Artikel von Tierärzten aus dem westlichen Ausland für Verwirrung und Diskussionen gesorgt. Wurde doch eine gesundheitliche Problematik ausgehend von Trichomonaden eher verneint und eine Behandlung für weitgehend nicht notwendig erachtet.

Zunächst bleibt festzuhalten, dass wir es bei Trichomonaden mit dem häufigsten Krankheitserreger in unseren Beständen zu tun haben. Vielfach leben die Tauben mit diesem Erreger ganz gut. Auf der anderen Seite führt eine starke Vermehrung unweigerlich zu Folgeinfektionen auf den Schleimhäuten und - bei starken Befällen - zu massiven Erkrankungen. Geschieht dies in Jungtaubenbeständen oder während der Reise bei den Alttauben, sind Leistungseinbrüche vorprogrammiert. Im Kabinenexpress besteht Woche für Woche die Gefahr einer Neuinfektion, obwohl die meisten Bestände ihre eigenen Trichomonadenstämme beherbergen, die sich je nach Belastung und unterschiedlicher individueller Abwehrkraft mehr oder weniger stark vermehren.

Man kann also in der Tat auf einen abwehrstarken Bestand hin selektieren, der grundsätzlich weniger Probleme mit Trichomonaden hat. Dies funktioniert jedoch nur, wenn man weiß, worauf man sich einlässt und mit Konsequenzen in Form von einzelnen Ausfällen (z. B. auf dem Zuchtschlag) lebt. Zudem gilt es zu erkennen, wann die Befallstärke zu einem grundsätzlichen Bestandsproblem wird. Aussagen über die Anzahl der Jahre, die man ohne Trichomonadenbehandlung auskommt und das mit besten Erfolgen, helfen niemandem weiter. Bei der Mehrzahl der Züchter, die - häufig spontan - auf jede Behandlung verzichten, wird dies in der Reisesaison jedoch "in die Hose" gehen. Kritisch wird es, wenn es nicht mehr nur um sportliche Erfolge geht, sondern die Tiere aufgrund starker Trichomonadenbefälle und Sekundärinfektionen nicht mehr in der Lage sind, erfolgreich den Heimweg anzutreten.

Da das Nichtbehandeln der Tiere große Gefahren birgt, empfehlen wir eine regelmäßige Behandlung mit "chevicol". Grundlage sollte eine Kur vor der Reise über einen ausreichend langen Zeitraum sein, um in der Saison alle drei Wochen zwei Tage nach dem Flug, wahlweise mit Pulver oder Kapseln als Individualbehandlung, zu behandeln.

Aufgrund des enorm hohen Infektionsdruckes mit Blick auf die Paramyxovirose-Erkrankungen warten Sie nicht mehr mit der Impfung Ihrer Jungtauben. Vor dem Hintergrund der Erfahrungen aus dem letzten Jahr scheint sogar die Überlegung angebracht, die Jungtauben ein zweites Mal gegen Paramyxovirose zu impfen. Untersuchungen haben ergeben, dass die Impfdecke nach einer zweiten Impfung nahezu lückenlos ist, d.h. dann haben fast alle Tiere eine belastbare Immunität entwickelt, wohingegen dies bei einer Erstimpfung nicht bei allen Tiere der Fall ist. Der individuelle Gesundheitszustand eines Jungtierbestandes entscheidet darüber hinaus, wie gut der Impfschutz ausgebildet wird. Daher empfiehlt sich im Vorfeld der Impfung stets, die erste Kontrolle der Alttauben mit einem Gesundheitscheck der Jungen zu kombinieren.

René Becker, prakt. Tierarzt


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