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Probleme mit Schieffliegern

Tierarzt René Becker über die medizinische Vorsorge

Tierarzt René Becker
Tierarzt René Becker

Mit dem Erscheinen dieser Ausgabe hat nun nach einem schier endlos scheinenden Winter die neue Saison begonnen. Aller Orten sollen an den kommenden Wochenenden die ersten Vorflüge beginnen. Bleibt die Frage, ob die kurze Zeit der Vorbereitung ausgereicht hat, um genügend Kondition aufzubauen. Schließlich waren Mitte März die Witterungsverhältnisse in den meisten Gegenden von Deutschland noch derart widrig, dass ein regelmäßiges Training nahezu unmöglich war. Sicher ist es ratsam, bei den anstehenden Vorflügen behutsam mit den gewählten Entfernungen umzugehen. Auch ein regelmäßiges privates Training auf kurzen Entfernungen schult jetzt langsam das Flugvermögen der Tiere.

Von großem Interesse ist, wie sich die sog. "Schieffliegerproblematik" in den ersten Wochen des Freifluges bis heute entwickelt hat - und noch weiterentwickelt. Die langen Phasen des Festhaltens dürften nicht gerade zu einer Verbesserung der Situation beigetragen haben. Im Bereich der Prophylaxe oder Verhinderung der bekannten Symptomatik gibt es keine wesentlich neuen Ansätze. Die ersten Ergebnisse der Untersuchungen des Verbandes liefern jedoch Hinweise auf mögliche Ursachen.

Galten bisher Infektionen bis hin zu muskulären Problemen als mögliche Ursachen, sieht es nach den ersten Ergebnissen nach einer klaren Gelenksproblematik aus. In den Gewebeuntersuchungen wurden deutliche Veränderungen im Schultergelenk und an den beteiligten Knochen dieses Gelenkes nachgewiesen. Die Veränderungen an den Gelenkstrukturen und die weiteren diesbezüglichen Untersuchungen deuten darauf hin, dass es allem Anschein nach keine infektiösen Ursachen gibt, d.h. kein verantwortlicher Krankheitserreger ausgemacht werden konnte.

Die Veränderungen bestätigen auch die Beobachtungen, die man an den verletzen Tieren macht. Es gibt zwar eine Besserung der allgemeinen Situation und des Flugvermögens, aber die volle Leistungsfähigkeit kann in den allermeisten Fällen nicht wieder hergestellt werden. Im Ergebnis heißt dies, dass die Sportkarriere selbst nach langen Pausen für die betroffenen Tiere beendet. ist Auch bei offensichtlicher Ausheilung, gibt es meist nach starken Anstrengungen wieder eine deutliche Symptomatik, fordern diese Tiere nicht gänzlich ausbleiben. Interessant bleibt die Frage, wie viele Verluste auf diese Erkrankung zurückgehen. Die Ursachen liegen damit weiterhin im Dunklen und es besteht weiterer Forschungsbedarf.

Stark im Blickpunkt der möglichen Ursachen steht der mangelnder Freiflug im Winter, der nicht nur dem Wetter, sondern auch der zunehmenden Greifvogelproblematik geschuldet ist. Weiterhin spielen eventuell die Art der modernen Fütterung und etwaige züchterische Aspekte eine Rolle. Ist doch verstärkt zu beobachten, dass voranging erfolgreiche Züchter und "schnelle Taubenlinien" betroffen sind.

Vermutlich tragen alle genannten Faktoren eine gewisse Rolle. Weitere Untersuchungen werden hoffentlich neue Erkenntnisse ergeben. Da die Anzahl der frisch zu untersuchenden Tiere im vergangenen Jahr sehr gering war, an dieser Stelle noch mal die Bitte an alle Züchter, den beteiligten Tierärzten aktuell erkrankte Tier zur weiteren Untersuchung zur Verfügung zu stellen.

Damit bleibt also für die Vorsorge nur der Einsatz der bisher zur Verfügung stehenden Präparate wie "Haemofit" und "Alasan" zur Verbesserung des gelenkstützenden Muskelapparates und Unterstützung des körpereigenen Heilungsvorgangs.

Im Rahmen der medizinischen Vorbereitung auf die kommenden Reisesaison platzieren wir evtl. notwendige antibiotische Behandlungen häufig Anfang April, um zu den anstehenden Vorflügen alle Vorbereitungen abgeschlossen zu haben. Ob sowie Art und Dauer der Behandlung ergibt sich aus den Untersuchungen, die wir in der Regel im März durchführen. Eine Behandlung gegen Trichomonaden, die wir als einzige obligatorische Behandlung im Frühjahr empfehlen sollte zu diesem Zeitpunkt bereits abgeschlossen sein. Parallel zur Atemwegsbehandlung empfehlen wir den Einsatz der Acithol-Nasentropfen, um den zähen Schleim aus Gaumenspalte und Nase herauszubekommen.

Nach dem Antibiotikaeinsatz haben wir seit einiger Zeit den Züchtern dringend eine umfangreiche Nachbehandlung mit echten Lactobazillen ans Herz gelegt. Ziel ist es, nach der Behandlung eine Fehlbesiedlung mit Schadkeimen zu verhindern und durch die Schaffung eines entsprechenden Milieus durch die Milchsäurebakterien wieder eine physiologische Flora herzustellen, die eine zeitnahe und erneute Medikamentenbehandlung unnötig macht. Nicht selten kommt es nach Medikamentengabe dazu ,dass die Tauben zunächst sehr gut aussehen, einige Zeit später jedoch durch Fehlbesiedlungen mit Schadkeimen u. U. schlechter aussehen als zuvor.

Dies hängt natürlich stark von den Umweltbedingungen wie Belastung, Schlagmilieu, Wetter usw. ab. Wir verwenden zu diesem Zweck die Präparate "Symbiopet" oder "PT 12" mit dem Ziel, den notwendigen Medikamenteneinsatz in der Saison zu reduzieren. Um eine regelmäßige Behandlung gegen Trichomonaden kommt man auf Grund der Größe der Tiergruppe und allgemeinen Häufigkeit in den Beständen jedoch kaum herum. Wir verwenden "Chevicol" in Kapseln oder Pulverform, da es am wenigsten die Form negativ beeinflusst.

Wurde in Ihrer Kotprobe ein geringgradiger Kokzidienbefall festgestellt, empfehlen wir, den vor Saisonstart zu beheben. Dazu verwenden wir eine Tablette "Appertex" pro Taube. Diese Maßnahme nimmt die letzte Kokzidienlast von den Tieren und sorgt meist kurz vor Reisebeginn für einen leichten Formschub. Außerhalb der Saison sollte man - außer bei entsprechend starken Befällen - jedoch die Finger von einer Kokzidienbehandlung lassen. Die Tauben müssen lernen, mit einem gewissen Befall dieser Erreger selber fertig zu werden. Während der Wettflüge hat er jedoch nichts in den Tauben zu suchen, wenn man starke Leistungen einfordert.

René Becker, prakt. Tierarzt


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