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Home  Taubengesundheit  Paramyxovirose bleibt eine Gefahr 

Paramyxovirose bleibt eine Gefahr

Tierarzt René Becker über die medizinische Vorsorge

Tierarzt René Becker
Tierarzt René Becker

Mit dem Beginn der Winterzucht hat im Vorfeld die obligatorische Vorbereitung der Zuchttauben stattgefunden. Immer mehr Sportfreunde folgen der Empfehlung, vor den Paarungsüberlegungen den Gesundheitszustand ihrer Zuchttauben überprüfen zu lassen. Häufig werden dabei Infektionen aufgedeckt, die einer Behandlung bedürfen, allerdings nur in dem schmalen Zeitfenster zwischen Abschluss der Mauser und geplantem Anpaarungstermin möglich sind.

Dazu gehört z. B. eine Wurminfektion, die immer die Behandlung aller Tauben und eine anschließende Desinfektion erfordert, um diesen Erreger aus dem Bestand herauszubekommen. Aber auch die großen Erkrankungen wie Salmonellen und Ornithose kann man nur während dieser Zeit effektiv und nachhaltig behandeln.

Sind die Untersuchungen negativ ausgefallen und der Festlegung des Anpaarungstermins steht nichts mehr im Wege, geht es um die richtige Vorbereitung der Zuchtpaare. Nicht vergessen darf man vor allen anderen Dingen die Verlängerung der Tageslichtperiode auf insgesamt zwölf Stunden. Reichhaltige Mineralstoffangebote, der Mineraldrink C-Phos sowie die Gabe der fettlöslichen Vitamine AD3E gehören ebenfalls dazu.

Als sehr vorteilhaft, gerade für ältere Zuchttauben, hat sich der Zusatz tierischer Eiweiße erwiesen. Dazu verwenden wir entweder unser bekanntes Jungtierpulver oder aber „Compakt eins“ mit einer aktuell verbesserten Formel. Durch den Zusatz von Nukleotiden, den Bausteinen der Körperzelle, ist der positive Einfluss auf Vitalität und Fruchtbarkeit deutlich erhöht worden. Wichtig ist, vor Beginn der Zuchtperiode die Tauben beim Tierarzt vorzustellen, bei denen Befruchtungsprobleme erwartet werden und nicht erst dann zu erscheinen, wenn mehrere Gelege unbefruchtet waren oder einige Wochen ohne das Legen der Eier ins Land gezogen sind.

Mögliche Ursachen sind vielfältig und reichen von Infektionen der Fortpflanzungsorgane bis zum Nachlassen der Hormontätigkeit bei älteren Tauben. Grundsätzlich muss zu Beginn jeder Maßnahme die Untersuchung des einzelnen Tieres stehen; nicht selten sind es gesundheitliche Probleme, die den Befruchtungserfolg beeinträchtigen. Die Möglichkeiten der weiteren Diagnostik sind vielfältig. Endoskopien bei weiblichen Tieren können Aufschluss über den Zustand der Eierstöcke und gfs. vorhandener Zysten auf den Eierstöcken, einem sehr häufigen Problem bei weiblichen Tieren, geben.

Die Spermaabnahme beim Vogel gibt Aufschluss über die Menge und die Qualität des Spermas und liefert Hinweise, wo Probleme bei der Befruchtung liegen können. Viele ältere Zuchttauben haben zwar genug Sperma, ihnen fehlt es aber an Ruhe für den Tretakt oder sie sind nicht mehr gut auf den Beinen, um den Tretakt erfolgreich durchführen zu können. Das simple Beschneiden der Federn im Bereich der Kloake sorgt für Abhilfe.

Bei älteren Zuchttauben, bei denen offenbar ein Nachlassen der Hormontätigkeit verantwortlich ist, kann man durch eine Hormongabe versuchen, die Spermaproduktion bzw Ausbildung der Eifollikel wieder anzukurbeln. Neben der bloßen Hormongabe sind weitere Maßnahmen wie die Optimierung der Wirkstoffversorgung mit tierischem Eiweiß und der Gabe entsprechender Vitamine angebracht. Eine Einzelhaltung wirkt sich vielfach negativ auf das gesamte Sozialverhalten, wie das zu Nest treiben etc. aus, auch wenn es den älteren Vögeln die Möglichkeit lässt, in Ruhe zu treten. Wärme ist ein enorm wichtiger Faktor: Bei wertvollen Zuchttauben, die in Einzelboxen gehalten werden, kann man durch eine Erhöhung der Temperatur im Winter die Rahmenbedingungen entscheidend verbessern.

Gibt es Befruchtungs- oder Legeprobleme bei jüngeren Tieren, sind die Erfolgsaussichten meist nicht so gut. Häufig liegen organische Probleme vor, die medikamentös nicht zu beeinflussen sind. So können Infektionen zur Verklebung der Ei- oder Samenleiter führen, die irreversibel sind. Grundsätzlich gilt, wenn Ihnen aus der vergangenen Zuchtperiode Probleme bei einigen Tieren bekannt geworden sind, speziell zum Ende der Zuchtperiode hin, dass jetzt entsprechende Maßnahmen zur Verbesserung der Fruchtbarkeitsrate ergriffen werden sollten.

Die Paramyxovirose-Problematik muss an dieser Stelle - nicht zuletzt aufgrund der Diskussionen unter den Fachleuten im Rahmen des Internationalen TaubenMarktes in Kassel - noch einmal in aller Deutlichkeit angesprochen werden. Die Häufung der Fälle in diesem Jahr beweist:. Das Paramyxo-Virus ist und bleibt einige ständige Bedrohung und ohne Impfung würde es keinen Brieftaubensport mehr geben. Die Häufigkeit der Ausbrüche zeigt aber auch, dass das Virus die Möglichkeit hatte, sich wieder in der Population zu verbreiten. Mit dem Resultat, dass die Impfdecke in der Brieftaubenpopulation immer noch - oder vermutlich wieder - viel zu niedrig ist.

Im Ergebnis bedeutet dies: Die Impfmoral in der Züchterschaft ist nicht gut genug und eine Vielzahl der Tiere sind nicht ausreichend geimpft. In diesem Jahr hat das Virus eine gewisse Verbreitung erlangt und vermutlich sind Witterungsbedingungen etc. günstig gewesen, so dass die Impflücken im System deutlich geworden sind. Bitte bedenken Sie: Es geht nicht nur um ein paar kranke Tauben, die in dem ein oder anderen Bestand auftreten, sondern wir haben es mit einer hochansteckenden Viruserkrankung zu tun, die sehr eng verwandt ist mit dem „Newcastle Disease“ der Hühner (atypische Geflügelpest).

Gegen dessen Bekämpfung geht der Gesetzgeber mit aller Härte vor, denn das Gesetz sieht keinen Unterschied zwischen dem Virus, das Paramyxovirose bei der Taube verursacht und dem Virus, das „Newcastle Disease“ beim Huhn hervorruft. Beim Huhn geht es allerdings um massive wirtschaftliche Interessen. Es liegt folglich in unserem Interesse und unserer Verantwortung, sämtliche Tauben des eigenen Bestandes ausreichend gegen Paramyxovirose zu schützen. Es kann nicht sein, dass Sportfreunde mit 20 Reisetauben zum Impfen kommen und zu Hause noch 60 ungeimpfte Tiere sitzen haben. Dies ist mit Blick auf die aktuelle Gefahrenlage unverantwortlich und äußerst unfair gegenüber dem Züchter, der gewissenhaft alle Tauben impfen lässt.

Wollen wir ein weiteres Ausbreiten der Paramyxovirose verhindern, müssen wir in Zukunft unsere Impfmüdigkeit überwinden. Vergessen Sie nicht, dass es zuallererst um ihre eigenen Tiere geht. Keinem Züchter wünscht man einem Ausbruch im eigenen Bestand – gleichwohl: Es erwartet Sie in dem Fall ein massiver Krankheitsverlauf mit zentralnervösen Störungen und unstillbaren Durchfällen bis hin zu akuten Todesfällen. Trifft es dann den häufig nicht geimpften Zuchtbestand, ist mit dem Verlust wertvoller und liebgewonnener Tiere zu rechnen.

Die Diskussionen um die Wirksamkeit des Impfstoffes kommen in dieser Zeit vermehrt auf. Aufgrund der Struktur von Feldvirus und Impfvirus scheint aber eine Veränderung des Feldvirus, welche zur Unwirksamkeit des Impfstoffes geführt hat, unwahrscheinlich. Der vorhandene Impfstoff ist gut und ausreichend wirksam. Wichtig ist, dass Sie ihn anwenden! Ob in Zeiten der Jungtaubenkrankheit, wo häufig das Abwehrsystem der Taube nicht optimal funktioniert, die Ausbildung des Impfschutzes im gesamten Bestand ausreichend ist, ist eine Frage, die es noch zu beantworten gilt. Sollte dies eine Lücke im System sein, muss man über weitere Maßnahmen nachdenken.

 

 

René Becker, prakt. Tierarzt


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