Besuchen Sie unseren Werbepartner
Anzeige
Benutzername:  Passwort:   Registrierung! Passwort vergessen?
 Statistik  Netiquette  Disclaimer  Impressum
 
 
Home
 
Magazin
Podcast
Meisterschaft
1. Konkurse
International
Auktion
One Loft Races
Kids Corner
Preislisten
Taubengesundheit
Wetter
Photo Gallery
Forum
Office Tools
Umfragen
Verirrte Tauben
Züchter
Tauben-Shop
 
Partner Sites
Der Internet-Taubenschlag hilft!
Der Internet-Taubenschlag hilft!
 
Home  Taubengesundheit  Heftige Ausbrüche der Jungtaubenkrankheit 

Heftige Ausbrüche der Jungtaubenkrankheit

Tierarzt René Becker über die medizinische Vorsorge

Tierarzt René Becker
Tierarzt René Becker

"Nicht schon wieder!", werden jetzt viele von Ihnen beim Lesen der Überschrift denken - gleichwohl: Der Verlauf der Ausbrüche der Jungtaubenkrankheit in diesem Jahr bedarf der intensiven tiermedizinischen Aufarbeitung, denn das Ausmaß der Probleme war ungleich höher als in der Vergangenheit. Die Ursachen im Einzelnen sind nach wie vor schwer auszumachen - Vermutungen bzw. Theorien gibt es genug.

Eine eindeutige Tendenz ist dennoch deutlich erkennbar: Alle Maßnahmen, die – egal, von welcher Seite der Züchterschaft – ergriffen wurden, hatten immer nur im Einzelfall und in begrenztem Maße Erfolg. Mit Blick auf die breite Masse war eher eine Häufung der Krankheitsfälle und Verschlechterung der Therapieerfolge zu verzeichnen.

Dabei gibt es längst nicht mehr die massiven Verläufe mit zahllosen Todesfällen und einem hohen Durchseuchungsgrad des Bestandes. Vielmehr sind es vielfach andauernde und schwer in den Griff zu bekommende Infektionen mit einer langen Zeit nicht optimaler Fitness der Jungtauben sowie nicht selten mit Rückfällen in gleicher Heftigkeit wie beim Erstausbruch. Die Folgen für Tauben (und Züchter) waren in vielen Fällen dramatisch. Vorsichtige Sportfreunde ließen ihre Tauben zu Hause und verzichteten auf den Einsatz bei den anstehenden Preisflügen; andere, die den Gesundheitszustand ihrer Tiere nicht erkannten oder zu früh wieder starteten, verzeichneten große Verluste.

Besonders schwer ist es, den richtigen Zeitpunkt zu finden, wann wieder bedenkenlos mit den Tauben gespielt werden kann. Wichtig ist nach wie vor die genaue Beobachtung der Tiere: Ist das Fressverhalten optimal? Wie sieht der Kot aus? Tritt noch Erbrechen auf? Fliegen die Tauben mit Ausdauer und Begeisterung? Gibt es auf all diese Fragen eine positive Antwort, empfehlen wir nach einer Therapie die Teilnahme an den Wettflügen, nachdem auf zwei kurzen Trainingsflügen die Tauben wieder problemlos nach Hause gekommen sind.

Wo liegen jedoch die Ursachen für diese langen, schwer therapierbaren Verläufe? Erinnern wir uns an die vergangenen Jahre, waren diese vorwiegend gekennzeichnet durch schnelle Therapieerfolge. Bereits nach kurzer Behandlungszeit von ein bis zwei Tagen trat eine deutliche Besserung ein.

Dies sieht momentan fast aller Orten völlig anders aus. Schuld daran ist in der Mehrzahl der Fälle die schlechte Resistenzlage der beteiligten Keime. Wir wissen heute, dass das Circovirus weitgehend die gesamte Brieftaubenpopulation durchseucht hat und mit einer abwehrschwächenden Wirkung den Weg bereitet für andere Krankheitserreger, die die Bestände regelrecht "überrumpeln". Seit dem Auftreten der Jungtaubenkrankheit wurden die beteiligten Keime mit allem behandelt, was der Antibiotika-Markt zu bieten hat. Zu Beginn fraglos mit entsprechendem Erfolg.

Da aber Antibiotika in der Taubensportszene sprichwörtlich wie ein "Vitaminpülverchen" und im Einzelfall ohne Verschreibung erhältlich sind, therapierten viele Züchter hemmungslos mit allem, was die pharmazeutische Industrie hergab. In der Mehrzahl der ohne jede Diagnose! Pülverchen aus Belgien, Holland und Deutschland werden illegal unter dem Ladentisch gehandelt und hemmungslos eingesetzt. Die extrem wichtige Empfindlichkeitsprüfung der Keime blieb in all diesen Fällen aus: Zu viele verschiedene Wirkstoffe, oft in nicht ausreichender Dosierung und häufig zu kurz verabreicht!

Dies geschieht bereits über einen sehr langen Zeitraum und die Beschaffung scheint immer weniger ein Problem zu werden. Ungeachtet der Gesetzeslage und häufig in Unwissenheit über diese, beschaffen sich die Züchter illegal verschreibungspflichtige Wirkstoffe. Die Folge ist eine extreme Verschlechterung der Resistenzlage, die im Laufe der Jahre entstanden ist.

Die Gesetzeslage in unserem Land ist klar und somit auch der zu beschreitende Weg. Wenn sie Futter brauchen fahren sie zum Futtermittelhändler und wenn ihre Tiere krank sind, fahren sie zum einzigen, der ihnen in Deutschland rechtmäßig ein verschreibungspflichtiges Medikament verschreiben darf, zum Tierarzt. Auch wenn ihnen die üblichen, erhätlichen Mittel geholfen haben, wird der Tag kommen, an denen sie ihnen nicht mehr helfen, das zeigen jedes Jahr unzählige Fälle.

Daher ist die exakte Diagnose und die Zusammenarbeit mit dem Tierarzt von großer Wichtigkeit für die künftige Entwicklung. Mittlerweile gibt es in Deutschland zahlreiche Kollegen, die sich intensiv mit Brieftauben beschäftigen und Ihnen weiterhelfen können, so dass man nicht mehr auf einige wenige Tierärzte angewiesen ist.

Auch wenn die momentan empfohlenen Vorbeugemaßnahmen nicht jedem Züchter vor einem Ausbruch der Erkrankung schützten, ist der eingeschlagene Weg doch der Richtige. Das Nachlassen der Heftigkeit der Erkrankungen, mildere Verläufe oder auch das Verhindern eines Ausbruches sind all den Maßnahmen zu verdanken, die verantwortungsvolle Fachleute aus der Branche der Nahrungsergänzungsmittel sowie Tierärzte in den letzten Jahren erprobt und auf den Markt gebracht haben.

Ich kann nur wiederholen, was ich eigentlich jedem meiner Kunden mit auf dem Weg gebe. Haben sie auch dieses Jahr wieder massive Probleme gehabt, müssen sie im kommenden Jahr Dinge im Management und in der Versorgung ändern, um eine Verbesserung der Situation zu erzielen. Wenn Sie alles wie im vergangenen Jahr handhaben , werden sie unweigerlich die gleichen Probleme bekommen. Machen sie sich einen Plan für die neue Saison, den sie selber einhalten können und versuchen sie etwas zu ändern. Sprechen Sie mit erfahrenen Züchtern, lassen Sie sich aber nicht zu viel versprechen: Züchter, die Ihnen zuviel an Heilung und Erfolg versprechen, können dies meistens nicht halten.

Warum es letztlich von den Verläufen und der Anzahl der Ausbrüche schlimmer war als in den Vorjahren ist sicher nicht nur der von mir oben aufgezeigten Entwicklung zu schulden, andere Einflüsse, ich denke in erster Linie witterungsbedingte Verläufe spielen für ein phasenweise gehäuftes Auftreten ebenso eine Rolle. Trotzdem dürfen wir diese Zusammenhänge nicht ignorieren und müssem an unserem Verhalten im Hinblick auf die Zukunft des Taubensports einiges ändern.

Nicht zu vergessen sind natürlich aktuell zu beachtenden Dinge. Ist der Gesundheitszustand ihrer Jungtauben jetzt zu Ende der Jungtaubenreise nicht einwandfrei, mußten sie Vorfeld oder Mitten in der Reise die Saison abbrechen, ist es von großer Wichtigkeit für die weitere Entwicklung der Jungtauben, den Gesundheitszustand der Tiere jetzt nochmals abklären zu lassen, um gegebenenfalls noch vor der Hauptmauser eventuell notwendige Behandlungen durchzuführen. Nicht selten finden wir bei Untersuchungen im Winter Federschäden bei jungen Tieren, die darauf zurückzuführen sind ,daß die Tiere während der Mauser keinen optimalen Gesundheitszustand hatten.

  
René Becker, prakt. Tierarzt


[Home]  [Magazin]  [Podcast]  [Meisterschaft]  [1. Konkurse]  [International]  [Auktion]  [One Loft Races]  [Kids Corner]  [Preislisten]  [Taubengesundheit]  [Wetter]  [Photo Gallery]  [Forum]  [Office Tools]  [Umfragen]  [Verirrte Tauben]  [Züchter]  [Tauben-Shop]  [Brieftaubenzüchter helfen]  [Bannerwerbung]  [Adressen-CD]  [Newsletter]  [Statistik]  [Netiquette]  [Disclaimer]  [Impressum