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Leistungsknick in der Saisonmitte

Tierarzt René Becker über die medizinische Vorsorge


Tierarzt René Becker

Die Saison steuert auf ihre Halbzeit zu und erste Tendenzen, welche Züchter das Geschehen bestimmen werden, sind deutlich erkennbar. Dennoch werden gerade jetzt vieler Orten die Karten noch einmal neu gemischt. Die anstehenden großen Konkurrenzen bieten allen Sportfreunden die Möglichkeit, sich neu zu beweisen.

Die Regionalverbandsflüge führen dazu, dass verstärkt die Lage und der Wind die Ergebnisse mit beeinflussen. Gleichwohl wird es immer wieder Ausnahmespieler geben, die sich trotz vermeintlich ungünstiger Lage oder Windverhältnisse zu behaupten wissen.

In diesen Fällen spielt neben exzellenter Taubenqualität, Top-Gesundheit und optimaler Versorgung die Vorbereitung eine entscheidende Rolle. Gerade zu Beginn der großen Konkurrenzen gewinnt das gezielte Training extrem an Bedeutung. Es schadet also nicht, das Privattraining während der Woche zu forcieren.

Häufig ist die Saisonhalbzeit der Punkt, an dem sich erste Leistungseinbrüche einstellen, während andere Schläge quasi die “zweite Luft” bekommen. Wo liegen die möglichen Ursachen für Leistungseinbußen bzw. wie wirkt man dem entgegen, um sie erst gar nicht entstehen zu lassen?

Erste gesundheitliche Kontrollen sollten früh in der Reise durchgeführt werden. Vielfach wird der Fehler gemacht und bis zum tatsächlichen Einbruch gewartet. Ist der Leistungsknick erst einmal da, ist es schwierig, diesen wieder zu beheben.

Häufige Ursachen für nachlassende Erfolge sind gesundheitliche Probleme. Ganz oben auf der Liste der diagnostizierten Erkrankungen stehen die von Züchtern häufig so bezeichneten “Atemwegs- bzw. Luftwegsprobleme”. In der Mehrzahl handelt es sich nicht um klassische Atemwegsinfektionen, wie sie durch Chlamydien oder bestimmte Bakterienarten ausgelöst werden, sondern um eine Infektion der Schleimhäute in Rachen und Kropf, die sich bis in den Verdauungstrakt fortsetzen kann. Diese Infektion geht meist auf die schleimhauteigenen Bakterien zurück, die sich unter den Belastungen der Reise (meist bei nicht optimalen Rahmenbedingungen) derart vermehren, dass sie zu Leistungseinbußen führen.

Die Symptome sind gerötete, feuchte Kehlen, verklebte Gaumenspalten sowie starke Schleimansammlungen im Rachen hinter den Gaumenmandeln und im Bereich des Kropfeinganges. Im Abstrich wird dann eine starke Bakterienbesiedlung auf den Schleimhautzellen deutlich. Die ebenfalls im Kropfabstrich erscheinenden Trichomonaden – falls vorhanden – unterstützen das Entzündungsgeschehen und sind nicht selten der alleinige Wegbereiter für derlei Infektionen.

Der Vorbericht der Züchter bei derartigen Diagnosen beinhaltet neben dem Nachlassen der Leistung u. a. mangelnde Fluglust sowie ein starkes Hecheln nach kurzzeitigem Freiflug bei nicht allzu hohen Temperaturen. Der in diesem Fall bei Alttauben durchgeführte Kloakenabstrich bestätigt häufig die Diagnosen aus dem Kropf. Auch hier werden im Zuge solcher Infektionen Dysbakterien deutlich; will sagen, die physiologische Darmflora ist übermäßig vermehrt bzw. bestimmte Keimarten, die nicht in das Bild eines Kloakenabstriches einer Taube im Top-Zustand gehören, werden erkennbar.

Die Bekämpfung dieser Infektionen ist, sofern gezielt durchgeführt, relativ einfach und führt schnell zum Erfolg. Das liegt daran, dass wir es nicht mit einer klassischen hochpathogenen Erregerform (z. B. Salmonellen) zu tun haben, sondern mit Keimen, die stets auf den Schleimhäuten zu finden sind.
Das Bestreben eines Züchters sollte es sein, durch das Schaffen von optimalen Voraussetzungen mit Blick auf Schlagverhältnisse, Versorgung, Gesundheitskontrolle, Taubenqualität und vor allem Vorsorge den Einsatz der sog. “typischen Atemwegsantibiotika” weitgehend einzuschränken.
Die exakte Diagnose gewinnt immer mehr an Bedeutung, und der von uns stets durchgeführte Resistenztest erspart weitgehend Misserfolge in der Behandlung. Bestimmte Bakterienarten und vor allem Chlamydien können zu starken Leistungseinbrüchen führen und müssen generell behandelt werden. Falls eine antibiotische Behandlung notwendig ist, muss sich diese über mehrere Tage erstrecken. Bei Chlamydieninfektionen oder einzelnen bakteriellen Infektionen muss sich die Behandlung, um die Tiere weiter spielen zu können, über mindestens zwei Wochen erstrecken. Ein Behandlungsintervall von mehr als drei Tagen ist bei Aufrechterhaltung des Reisebetriebes kaum möglich.

Um eine annähernd sinnvolle antibiotische Therapie durchführen zu können, empfehlen wir mit einer Behandlung bei nicht allzu langen Verläufen direkt am Flugtag zu beginnen und diese über mindestens zweieinhalb weitere Tage laufen zu lassen.

Anschließend erfolgt der Wiederaufbau mit Vitamin- und Stoffwechselpräparaten. Zur Minderung der Nebenwirkungen hat sich der gleichzeitige Einsatz von Alvimun-T bewährt. Um keine Hefepilzinfektionen aufkommen zu lassen, empfiehlt sich nach jedem Antibiotikaeinsatz die Gabe eines jodhaltigen Präparates.
Im Rahmen der gesundheitlichen Kontrolle ist zudem die parasitologische Kontrolle des Kotes anzuraten. Nicht selten finden wir erhebliche Kokzidienbefälle mitten in der Saison. Die Kotkontrolle wird von vielen Züchtern vernachlässigt. Die meisten belassen es bei lediglich einer Kontrolle im Frühjahr. Starke Kokzidienbefälle treten dann erst bei einer genauen Untersuchung infolge erheblicher Leistungseinbußen zu Tage.

Neben den gesundheitlichen Aspekten spielt die ausreichende Versorgung der Tauben über die Dauer der Saison eine entscheidende Rolle für das Leistungsvermögen. Eine der häufigen Ursachen für ein Versagen zur Saisonmitte ist der Mangel an essentiellen Wirkstoffen, die für die Leistung, gerade bei steigenden Entfernungen, erforderlich sind. Egal, ob es nur bestimmte Eiweiße, Fettsäuren oder Vitamine sind. Hier gibt es starke Überschneidungen zur Taubengesundheit.

Erstens wird nur die optimal versorgte Taube genug Abwehrkraft aufwenden können, um Infektionen und den ständig neuen Kontakt mit Erregern entgegen treten zu können, ohne ihre Form einzubüßen. Zweitens zielt ein guter Versorgungsplan neben der Wirkstoffversorgung mit Vitaminen, Aminosäuren etc. gezielt auf diese Abwehrsteigerung und Unterstützung der Keimreduktion (z. B. im Rahmen der) Schleimhautinfektionen ab. Einen wertvollen Beitrag zur Gesunderhaltung der Schleimhäute liefern u. a. Präparate auf der Basis organischer Säuren (Fruchtsäure-Tonikum oder “Vior”).

René Becker


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