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Zuchtvorbereitungen ernsthaft angehen

Tierarzt René Becker über die medizinische Vorsorge

Tierarzt René Becker
Tierarzt René Becker

Mit Beginn des Monats Dezember hat für viele Schläge entweder bereits die neue Zuchtsaison begonnen oder die Vorbereitungen zur Anpaarung in den nächsten Wochen laufen auf Hochtouren. Zur Sicherstellung der Gesundheit des Bestandes und im Sinne einer erfolgreich verlaufenden Zucht haben die entsprechenden Züchter hoffentlich die Ratschläge der letzten Monate befolgt.

Ist die gesundheitliche Seite abgedeckt, kann man mit der Vorbereitung der Zucht in Form einer verstärkten Wirkstoffversorgung und weiterer Managementmaßnahmen beginnen. Falls die Tauben gegen Salmonellen geimpft wurden, ist eine Pause von mindestens vier Wochen einzuhalten. Gleiches gilt im Übrigen für sog. "vorbeugende antibiotische Kuren" gegen Salmonellen, wie sie von vielen Züchtern blind im Winter durchgeführt werden. Speziell der Einsatz von "Baytril" erfordert eine vierwöchige Pause bis zum Anpaaren, ansonsten ist mit starken Problemen bei der Befruchtung zu rechnen.

Zwei Wochen vor dem Anpaarungstermin sollte eine Belichtung der Schläge erfolgen, um eine hormonelle Umstellung im Körper der Taube einzuleiten. Dazu gehört in erster Linie die Verlängerung des Tageslichtes auf zwölf Stunden. Über eine Zeitschaltuhr beginnt man idealerweise den Tag früher und lässt den Tag normal mit dem Sonnenuntergang am späten Nachmittag ausklingen. Zur Verbesserung des Effektes benutzt man sog. "Bird Lamps", die die für Vögel sichtbaren Wellenlängen des Lichts enthalten.

Die Fütterung sollte frühzeitig den Anforderungen angepasst werden, ohne dass die Tiere dabei zuviel an Gewicht zulegen. Gerade bei den Weibchen kann dies zu enormen Schwierigkeiten beim Legen führen. Aber auch die Befruchtungsrate der Vögel leidet unter zu hohem Gewicht.

Drei Wochen vor dem geplanten Anpaarungstermin muss mit einer intensiven Wirkstoffversorgung begonnen werden. Vitaminpräparate mit hohen Gehalten an fettlöslichen Vitaminen AD3 E unterstützen die Fruchtbarkeit und unterstützen die Eibildung. Speziell zur Verbesserung der Eischalenqualität sollten dreimal wöchentlich Mineraldrinks (z. B. "C- Phos") eingesetzt werden. Eine regelmäßige Jodgabe kurbelt den Stoffwechsel über eine Aktivierung der Schilddrüse an. Über das Futter verabreichen wir in der Vorbereitungsphase "Compakt eins" mit "Petogen Turbocon", um die Tauben in eine optimale Kondition zu bringen. Speziell der Rohproteingehalt im "Compakt Eins" garantiert eine hohe Befruchtungsrate und eine gute Qualität der Eier.

Befinden sich mehrere ältere Vögel auf dem Schlag, ist die Verabreichung von tierischem Eiweiß für eine erfolgreiche Befruchtung von sehr großer Bedeutung. Wir führen diese tierischen Eiweiße über das Jungtierpulver zu, welches wir mehrmals wöchentlich in den Wochen vor der Anpaarung verabreichen. Gibt es Befruchtungsprobleme mit einzelnen Vögel oder Weibchen, muss zunächst eine eingehende Untersuchung und u. U. eine sich anschließende Hormonbehandlung erfolgen. Schwierigkeiten mit einzelnen Tieren sind jeweils in Detail zu besprechen und Maßnahmen einzuleiten.

An dieser Stelle möchte ich auf ein Problem zu sprechen kommen, mit dem wir speziell im Rahmen des Internationalen TaubenMarktes in Kassel am Stand konfrontiert wurden: Die Erreichbarkeit unserer (oder einer anderen) auf Tauben spezialisierten Praxis durch den Züchter. Häufig sind die Entfernungen, die jeder Sportfreund zurücklegen muss, enorm, so dass ein regelmäßiger Besuch kaum in Frage kommt. Grundsätzlich gibt es jedoch drei verschiedene Möglichkeiten, Tauben im Rahmen von Routineuntersuchungen zur Vorbereitung der Zucht oder Reise bei uns untersuchen zu lassen.

An erster Stelle steht die optimale Variante, nämlich der Besuch mit einigen Tieren in der Praxis. Die Tiere können bestens beurteilt werden und das direkte Gespräch mit dem Züchter hilft meistens sehr. Eine weitere Variante ist das Zusenden von Tauben. Diese können bei uns untersucht und anschließend zurückgesandt werden. Um Kosten zu sparen ist es sinnvoll, sich mit einigen Sportfreunden zusammen zu tun und die Tiere gemeinsam zu versenden.

Eine weitere Möglichkeit besteht darin, Kotproben und Abstriche per Post zu uns zu senden. Wir stellen dafür Abstrichmaterial zur Verfügung und geben eine entsprechende Anleitung zur Entnahme mit dabei. Fehler im bakteriologischen Befund je nach Versanddauer und Außentemperatur sind jedoch stets mit einzubeziehen, zudem fehlt die direkte Beurteilung der Taube, der Schleimhäute aus dem Direktabstrich und der Nachweis von Trichomonaden ist ebenfalls nicht möglich. Dennoch liefert auch diese Untersuchungsmöglichkeit wichtige Hinweise auf die Gesundheit, so dass man zusammen mit den anderen obligatorischen Maßnahmen (z. B. Trichomonaden-Behandlung) zu einem zufriedenstellenden Ergebnis und Behandlungsplan kommen kann. Besteht der Kontakt zu uns, können viele Dinge telefonisch besprochen und schnelle Lösungen gefunden werden. Inzwischen gibt es Züchter aus dem gesamten Bundesgebiet und darüber hinaus, die ihre Tauben bei uns erfolgreich untersuchen lassen.

Immer wieder stellen sich Züchter, bei denen eine Erkrankung ihrer Tauben diagnostiziert wird, die Frage, warum ausgerechnet ihre Tauben zu dieser Erkrankung gekommen sind. Die Infektionswege von Bestand zu Bestand sind jedoch zahlreich, so dass man sich über die schnelle Verbreitung von Krankheitserregern nicht wundern sollte. Allein der Kabinenexpress mit vielen Tausend Tieren aus zahllosen Beständen ist unter seuchenhygienischen Gesichtspunkten ein großer Gefahrenherd.

Ein weiterer, nicht zu unterschätzende Faktor ist stets die Einführung neuer Tauben. Tragen diese Tiere einen noch nicht im Bestand vorhandenen Erreger (z. B. Chlamydien) haben sie - im Gegensatz zum Kabinenexpress-Aufenthalt - genügend Zeit, diesen in aller Ruhe zu verbreiten. Daher mein dringender Rat, Neueinführungen bzw. den Herkunftsbestand auf Herz und Nieren testen und die Tiere untersuchen zu lassen bzw. vor Einbringung in Bestand zu behandeln. Besondere Aktualität erfährt dieser Aspekt gerade jetzt, wo viele Züchter auf der Suche nach Verstärkung unterwegs sind (oder waren).

René Becker, prakt. Tierarzt


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