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Home  Taubengesundheit  Symptome deuten auf Herpesviren 

Symptome deuten auf Herpesviren

Tierarzt René Becker über die medizinische Vorsorge

Tierarzt René Becker
Tierarzt René Becker

Die Alttaubensaison ist inzwischen beendet und die Flüge mit den Jungtauben sind in vollem Gange. Die "üblichen Probleme" (sprich: Verluste und gesundheitliche "Durchhänger") haben die meisten Züchter nach den Vortouren und ersten Kabinenexpress-Aufenthalten weitgehend überstanden. Wenn zudem rechtzeitig behandelt wurde, steht einer erfolgreichen Herbstreise nichts mehr im Wege.

Dennoch darf man auch bei optisch gesunden Jungtauben nicht nachlässig werden: U. U. müssen erforderliche Behandlungen nach Maßgabe des Tierarztes in der noch laufenden Saison wiederholt werden, um den Leistungsstand zu halten und etwaigen Verlusten vorzubeugen. Im Rahmen des Überganges von der Alt- zur Jungtierreise wurden wir mit speziellen Krankheitsfällen konfrontiert, die in dieser Häufigkeit bisher nicht aufgetreten waren.

Es handelte sich dabei um eine klassische Atemwegsinfektion, die im wesentlichen das Luftsacksystem der Tauben erfasst hatte. Die Symptomatik äußerte sich in typischen Röchelgeräuschen mit teilweise feuchtem Rasseln bis hin zu regelrechtem Husten. Interessant an diesen Krankheitsfällen war, dass diese relativ zeitgleich im Monat Juli ausbrachen – obwohl Tauben aus verschiedenen Regionen Deutschlands vorgestellt wurden.

Offenbar hatte die Großwetterlage und/oder die Belastungssituation während der Reise einen erheblichen Einfluss auf Ausbruch und Ausbreitung der Erkrankung gehabt. Häufig in diesem Zusammenhang auftretende Symptome (nasse Augen, graue Nasen etc.) wurden nahezu überhaupt nicht angetroffen. Tiere aller Altersklassen waren betroffen: So wurden sowohl Jungtauben als auch Alttiere, die voll im Reisebetrieb standen und sogar Zuchttauben vorgestellt.

Bei den Untersuchungen wurden in relativ wenigen Fällen Trichomonaden nachgewiesen, so dass dieser Erreger nicht verantwortlich gemacht werden konnte. Auch die routinemäßig durchgeführten Chlamydientests  blieben in der Regel negativ. Klassische Symptome einer Ornithose wurden in den meisten Fällen ebenfalls nicht beobachtet, wenngleich die reine Luftsacksymptomatik auf eine Ornithose hinweisen kann. Selbst die in der Reise vielfach auftretenden Schleimhautinfektionen konnten dem Krankheitsbild nicht zugeordnet werden.

In einigen extrem betroffenen Beständen zeigten sich bei weiter fortgeschrittenen Krankheitsfällen typisch gelb-käsige Beläge im Rachen der Tiere, die relativ leicht abzulösen waren. Zusammenfassend deuten diese Symptome – einhergehend mit dem Ausschluss einiger Differentialdiagnosen – vornehmlich auf eine Herpesvirusinfektion hin. Herpesviren sind in einer Vielzahl von Beständen vorhanden, genau wie bei vielen anderen Tierarten und auch beim Menschen. Es müssen verschiedene prädisponierende Faktoren zusammen kommen, damit ein solcher Erreger zum Ausbruch gelangt. In den meisten Fällen ist dies lediglich bei Jungtauben der Fall. Die betroffenen Tiere leiden vorrangig unter einer hochgradigen Atemwegssymptomatik, die sich in starken Atemgeräuschen bis hin zu Atemnot zeigt.

Aber auch innere Organe sind mitbetroffen, so dass es nicht selten zu Todesfällen kommt. Aufgrund anhaltender Appetitlosigkeit bauen die Tiere innerhalb weniger Tage extrem ab. Bei einer Sektion verendeter Tiere wird das ganze Ausmaß einer solchen Infektion deutlich. Massiv gelblich eingetrübte und verdickte Luftsäcke und Organoberflächen erklären den oft sehr schlechten Zustand. Diese Herpesvirus-Infektionen stellen an sich keine Neuigkeit dar.

Erstaunlich war vor allem die Art der Verbreitung durch zahlreiche Bestände: Selbst alte Reisetauben, die eigentlich in guter Kondition stehen, waren betroffen. Nach intensiverer Nachfrage beim Besitzer stellte sich meist heraus, dass Spätheimkehrer, die ganz anderen Belastungen ausgesetzt waren, häufig zuerst erkrankten. Trotzdem scheinen in diesem Jahr die besonderen Witterungsbedingungen zu einer erhöhten Anzahl von Ausbrüchen geführt zu haben.

Da es sich um eine Virusinfektion handelt, stellt sich die Behandlung weitaus schwieriger dar, als es bei einer bakteriellen Infektion der Fall ist, die mit einem geeigneten Antibiotikum relativ schnell in den Griff zu bekommen ist. Das Virus selbst ist mit Medikamenten nicht direkt zu beeinflussen. Die zur Verfügung stehenden Virusstatika sind in der Regel für einen Einsatz bei der Brieftaube nicht geeignet. Man muss folglich in erster Linie die Sekundärinfektionen bekämpfen und das Abwehrsystem unterstützen.

Die Trichomonaden-Behandlung steht an erster Stelle; zusätzlich muss der Einsatz eines Antibiotikums erfolgen, um bakteriellen Sekundärinfektionen Einhalt zu gebieten, einhergehend mit einer optimalen Versorgung mit Aminosäuren, Vitaminen etc. Hinzu geben wir zur Abwehrsteigerung stets "Alvimun-t", das in einer sehr hohen Dosis (6 ml pro Liter Trinkwasser) zu verabreichen ist. Die erkrankten Tauben sind selbstverständlich umgehend von den gesunden Tieren zu isolieren.

Auch nach dem Absetzen der Medikamente sollte auf den Einsatz von "Alvimun-t" oder ähnlichen Präparaten (z. B. "Livimun" oder "Gamba-Immun") nicht verzichtet werden. Die betroffenen Tiere gesunden in der Regel schnell, wenn das Krankheitsbild nicht zu weit fortgeschritten ist. Bei massiven Problemen im Luftsackbereich kann es jedoch zu Folgeschäden durch Verklebungen oder Elastizitätsverlust kommen, wodurch die Leistungsfähigkeit dauerhaft beeinträchtigt ist. Gerade jetzt in der Jungtierreise sollte man, um erneuten Ausbrüchen oder Erstausbrüchen vorzubeugen, auf einen verstärkten Einsatz abwehrsteigernder Mittel Wert legen. Eine echte Prophylaxe, außer der optimalen Gesundheit der Tauben, gibt es nicht.

Nach Beendigung der Alttierreise sollte jeder Züchter ein besonderes Augenmerk auf die Gesundheit seiner Reisetauben legen. Gerade, wenn der Saisonverlauf nicht wunschgemäß verlief, ist eine Gesundheitskontrolle vor Mauserbeginn eine sinnvolle Maßnahme und auch, wenn nach der Reise eine Runde Jungtiere aufgezogen werden soll, ist eine Kontrolle angebracht. Eine Behandlung gegen Trichomonaden auf dem Gelege sollte nicht der Nachlässigkeit des Saisonendes zum Opfer fallen. Nicht selten lassen sich nach den starken Belastungen der Reisesaison auch in Kotproben positive Befunde (u. a. Salmonellen) erheben.

 

René Becker, prakt. Tierarzt

 

Weitere Informationen unter: info@taubenmarkt-kassel.de

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