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Rechtzeitig für ein System entscheiden

Tierarzt René Becker über die medizinische Vorsorge

Tierarzt René Becker
Tierarzt René Becker

Die Verbandsausstellung in Dortmund hat die letzten Züchter aus dem Winterschlaf geweckt. Auf den meisten Schlägen herrscht schon hektische Betriebsamkeit. Die Planungen für die neue Saison sind in vollem Gange – die Winterzüchter haben die ersten Jungtauben abgesetzt. In Dortmund konnte man sich die letzten Tips und Anregungen für die Versorgung in der neuen Saison holen. Wichtig ist, dass Sie sich zu diesem Zeitpunkt für ein Futtersystem und ein Versorgungssystem entscheiden, das Sie in dieser Konsequenz in der kommenden Saison durchtesten. Die denkbar schlechteste Lösung ist, zwischen den Systemen und verschiedenen Produkten hin und her zu springen. Hauptgrund dafür ist, dass sich die Tauben immer erst an bestimmte Produkte, die verabreicht werden, gewöhnen müssen

Zum einen muss die Akzeptanz von Seiten der Tauben da sein, d. h. die Tauben müssen die Beigaben, sei es über das Futter oder über das Wasser, gern aufnehmen; zum anderen muss sich das Verdauungssystem an die neuen Futterzusätze gewöhnen. Wir wissen heute von Forschungen im Bereich der Futtermittel, dass Änderungen in der Ration die Verdaulichkeit des Futters enorm herabsetzten. Deshalb ist man gerade in der Körnerfütterung von der klassischen Drei-Phasen-Fütterung abgekommen.

Für die Ergänzungsfuttermittel gilt ähnliches. Auch hier muss sich die Darmflora erst auf die Verwertung eines neuen Ergänzungsfuttermittels einstellen. Gerade deshalb kommt es häufig zu gravierenden Leistungseinbrüchen, wenn man mitten in der Reise erstmalig für die Tauben unbekannte Ergänzungsfuttermittel verabreicht. Hauptgrund ist vermutlich eher die mangelnde Akzeptanz der Tiere, so dass die dringend zum Auffüllen der Speicher benötigten Nährstoffe nicht in ausreichender Menge in den Körper gelangen. Daher entscheiden Sie sich früh für ein bestimmtes System und gewöhnen Ihre Tauben an die diversen Futter und -zusätze.

Auch wenn der Greifvogel vieler Orten ein großes Problem darstellt, kommt man nicht darum herum, irgendwann den Tauben wieder Freiflug zu gewähren. Das Problem der Schiefflieger hat in der Vergangenheit deutlich an Bedeutung gewonnen. Die letztliche Ursache ist noch nicht ermittelt, doch kommt den Strukturen des nicht knöchernden Bewegungsapparates, sprich: Muskeln und speziell dem Band und Kapselapparat der Gelenke und deren Anfälligkeit für Verletzungen, eine entscheidende Bedeutung zu.

Die Infektionstheorie, die von einer Beteiligung von Streptokokken ausgeht, scheint in jeden Falle nicht in der Mehrzahl der Fälle die Ursache zu sein. Deutlich wird dies daran, dass speziell im Frühjahr nach intensivem Training und etwaigen Greifvogelattacken mit schnellen Fluchten der Tiere Schiefflieger auftreten. Eine erbliche Ursache ist auch nicht auszuschließen, denn immer wieder kann beobachtet werden, dass bestimmte Familien eine erhöhte Anfälligkeit zeigen. Man kann nur versuchen, die Tiere möglichst langsam und mit kurzen Trainingsintervallen an die bevorstehenden Aufgaben heranzuführen.

Wir empfehlen den vorbeugenden Einsatz zweier Präparate. Zum einem setzen wir das homöopathische Produkt „Alasan“ (Röhnfried) ein, welches den Körper vor endogenen Verletzungen schützt und im Verletzungsfall die Heilung unterstützt. Vorbeugend wird es im Frühjahr zweimal wöchentlich eingesetzt. Im Krankheitsfall ist absolute Ruhe am wichtigsten, d. h. die Taube muss einzeln gesetzt werden, um eine Bewegung der Flügel zu vermeiden. Dann wird an mindestens fünf Tagen „Alasan“ in der Dosis von fünf Tropfen täglich verabreicht. Nach rd. einer Woche können Sie die Taube wieder fliegen lassen. Leider ist eine vollständige Ausheilung und volle Belastbarkeit in der Saison nur selten erreichbar.

Zum anderen setzen wir mit großem Erfolg ein Eisenpräparat ein, das neben der Versorgung mit dem zur Blutbildung notwendigen Eisen wichtige Substanzen für den Muskel und Gelenkstoffwechsel (Magnesium und Mangan) enthält. Der kombinierte Einsatz dieser Präparate kann helfen, die Schieffliegerproblematik einzudämmen. Beide Präparate können in der Reise eingesetzt werden. Besonders das Eisenpräparat unterstützt über die gesamte Dauer der Saison die so wichtige Blutbildung. Begonnen wird mit dem Einsatz bereits im März und zwar über einen Zeitraum von acht Tagen; im weiteren Verlauf wird dieses Präparat dann über zwei Tage in der Woche eingesetzt.

Wie wir aus Untersuchungen wissen, ist besonders im Frühjahr nach langen Phasen des Festhaltens der Hämatokrit der Tauben, d.h. der Anteil der sauerstofftransportierenden roten Blutkörperchen auf einem ziemlich niedrigen Niveau. Daher ist im Frühjahr ein Einsatz über mehrere Tage in Verbindung mit gesteigertem Training empfehlenswert. Deutlich ist nach so einem Vorgehen die Steigerung des Hämatokrit messbar.

Wenn Sie sich für ein Futter und Versorgungssystem entschieden haben und Sie wissen, mit welchem System Sie die Tiere an die Reise heranführen wollen, wird es Zeit sich Gedanken über die gesundheitliche Vorsorge zu machen. Wir haben es in den letzten Jahren als sehr vorteilhaft empfunden, wenn Tauben vorgestellt werden, die schon gegen Trichomonaden behandelt sind. Die Behandlung gegen Trichomonaden ist die einzige obligatorische Medikamentengabe, die im Frühjahr blind durchzuführen ist. Sind die Tiere trichomonadenfrei, kann sich der Tierarzt einen besseren Eindruck über den Zustand der Schleimhäute machen. Im Gefolge der Trichomonaden vermehren sich in der Regel die vorhandenen Schleimhautbakterien und lassen eine objektive Beurteilung derselben nicht zu. Zudem hat ein übermäßiger Trichomonadenbefall einen negativen Einfluss auf den Gesamteindruck der Tiere (z.B. die Verfassung des Gefieders). Somit lassen sich wertvolle Rückschlüsse auf die Unterbringung und Pflege nur schwer ziehen.

Wir behandeln die Trichomonaden, wenn die Trinkwasseraufnahme der Tauben ausreichend ist, mit dem wirksamen „Chevicol“. Wird noch nicht genug Wasser aufgenommen, setzen wir das ebenfalls gut wirksame „Ridzol“ über das Futter ein. Wir feuchten das Futter dazu mit einem Moorkonzentrat an. Wichtig ist gerade im Frühjahr, einen ausreichend langen Behandlungsintervall anzusetzen, sprich: Die Behandlung sollte sieben Tage nicht unterschreiten.

 

René Becker, prakt. Tierarzt


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