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Home  Taubengesundheit  Frühes Anpaaren mit künstlicher Belichtung 

Frühes Anpaaren mit künstlicher Belichtung

Tierarzt René Becker über die medizinische Vorsorge

Tierarzt René Becker
Tierarzt René Becker

Mit dem 18. Internationalen TaubenMarkt in Kassel ist das erste große Highlight der Wintersaison vorüber. Die Besucherzahlen übertrafen einmal mehr die Erwartungen und es gab für Besucher wie Gäste eine Menge zu sehen: Von einer Vielzahl von Tauben über packende Versteigerungen bis hin zu Neuigkeiten aus der Industrie. Doch gerade bei den Versorgungsprodukten wird das Angebot – wie schon seit Jahren – immer unübersichtlicher.

Zweifelsohne gibt es viele, qualitativ sehr gute Produkte, die ihren Stellenwert in der optimalen Versorgung der Tauben über das Jahr haben. Leider gibt es daneben Anbieter, die mit dem Reiz des Neuen spielen und über (nicht einzulösende!) Versprechungen versuchen, potentielle Käufer auf ihre Seite zu ziehen.

An dieser Stelle ist der kritische Züchter gefragt. Lassen Sie sich ausführlich beraten und hinterfragen die Kompetenz dessen, der ein Versorgungspräparat im Angebot hat. Dabei sollten besonders die Aussagen unter die Lupe genommen werden, die die mögliche Gesundheit betreffen. Leider trifft man immer wieder auf Hersteller, die vollmundig Versprechen hinsichtlich der Wirkung ihrer Produkte gegen bestimmte Krankheiterreger für ihre Werbung nutzen. Für den unbedarften Sportfreund ist es schwierig, zwischen der Wirkung dieser Präparate und eines verschreibungspflichtigen Medikamentes zu unterscheiden. Leider wird das in diese Produkte gesetzte Vertrauen zu einem späteren Zeitpunkt häufig bestraft.

Das heißt nicht, dass viele dieser Produkte von minderer Qualität sind oder gar ohne Einfluss auf die Körperfunktionen der Tauben sind. Häufig hat ihr Einsatz durchaus Berechtigung bei einer gesundheitsunterstützenden Versorgung. Nur fehlen diesen Präparaten eben die nachhaltig wirkenden medikamentellen Substanzen, die in ihrer Menge und Wirksamkeit zur Therapie bestimmter Krankheiten geeignet sind.

Fazit: Es gibt eine Menge sinnvoller Präparate auf dem Markt, die ihren Platz in Versorgungsplänen haben – gleichwohl: Etwaige Versprechen im Hinblick auf die Gesundheit sollten nicht überbewertet werden. Bei ernsthaften Erkrankungen und gezielter Krankheitsprophylaxe ist stets der spezialisierte Tierarzt der richtige Ansprechpartner.

Anfang Dezember beginnt auf vielen Schlägen die „heiße Phase“ mit Blick auf Anpaarung der Tauben. Einige Unentwegte haben ihre Paare zu diesem Zeitpunkt bereits zusammengesetzt. In diesem Fall sollten die gesundheitlichen Vorkehrungen längst abgeschlossen sein. Ein Großteil der Züchterschaft plant hingegen erst zum Ende des Jahres eine Anpaarung. Schnellstmöglich sollte nun eine Gesundheitskontrolle erfolgen, um u. U. große gesundheitliche Beeinträchtigungen rechtzeitig beheben zu können.

Dazu zählt auch die Behandlung starker Trichomonadenbefälle. Traditionell wird die erste Kur gegen Trichomonaden auf dem ersten Gelege durchgeführt. Liegen starke Befälle vor, die das Allgemeinbefinden unter der Belastung der Anpaarung beeinträchtigen, empfehlen wir eine vorherige Behandlung, um keine negativen Einflüsse auf die Qualität der Eier oder die weitere Zuchtkondition befürchten zu müssen. Da sich speziell Medikamente gegen Trichomonaden in den Eierstöcken der Weibchen anreichern, sollte eine Behandlung nicht unmittelbar vor der Anpaarung erfolgen.

Wir verwenden eines der in Deutschland erhältlichen, verschreibungspflichtigen Präparate: „Chevicol“ oder „Ridzol“. Im Winter verwenden wir häufig Ridzol und verabreichen dieses über das Futter, da die Wirkstoffaufnahme über das Wasser in der kalten Jahreszeit meist unzureichend ist. Wir binden das Medikament mit Lecithin oder Moorkonzentrat an das Futter und verabreichen es über sieben Tage. Rd. drei Wochen vor dem Anpaarungstermin sollte jeder Sportfreund mit der gezielten Zuchtvorbereitung beginnen. Dazu gehört in erster Linie ein Belichtungsprogramm, um den Hormonhaushalt anzukurbeln. Der Tag sollte auf zwölf Stunden verlängert werden, wobei wir bevorzugen, den Tag für die Tiere früher zu beginnen und abends die natürliche Tageslänge zu nutzen. Die Beobachtungen auf unserem Schlag zeigen, dass eine verlängerte Lichtdauer am Abend den Tauben nicht mehr Aktivität abringt. Nach der Fütterung am Nachmittag kehrt in der Regel meist Ruhe ein. Das Belichten hat sich als probates Mittel erwiesen, um hohe Befruchtungsraten und rechtzeitiges Legen sicherzustellen. Keine noch so optimale Wirkstoffversorgung kann ein Unterlassen eines Belichtungsregimes ersetzen. Trotzdem sollte parallel die Versorgung den bevorstehenden Aufgaben angepasst werden.

Wir geben unseren Tieren den Mineraldrink „C-Phos“, der das Calcium-Phosphor-Verhältnis im Körper optimiert, das Multivitamin „alfavitam“, das die fettlöslichen Vitamine, insbesondere das Fruchtbarkeitsvitamin E, in natürlicher Form enthält und „Compakt Eins“, welches mit der flüssigen Hefe „Petogen Turbocon“ an das Futter gebunden wird. Diese Produkte – in regelmäßiger Anwendung – sorgen für eine optimale Zuchtkondition, vorausgesetzt die gesundheitlichen Rahmenbedingungen sind gegeben.

Vergessen Sie nicht, die Fütterung den Temperaturen und den bevorstehenden Aufgaben anzupassen, d. h. die Gabe von mehr Energie und mehr Eiweiß, ohne jedoch die Tiere fett werden zu lassen. Dies führt in der Regel bei den Weibchen zu Problemen bei der Eiablage. Ein reichhaltiges Mineralstoffangebot sollte selbstverständlich sein.

Die Winterzeit ist stets die Zeit der Siegerehrungen und Züchterforen. Eine in den zurückliegenden zwei Jahren häufig gestellte Frage bezieht sich auf die Problematik der Schiefflieger. Vermutlich spielen in jedem Fall das Freiflugverhalten im Winter und die entsprechende Fütterung eine Rolle. Ob auch genetische Aspekte und/oder infektiöse Ursachen hinzu kommen, gilt es künftig abzuklären. Falls tatsächlich der mangelhafte Freiflug im Winter eine mögliche Ursache ist, worauf vereinzelte Züchterberichte hindeuten, ist jetzt die Zeit gekommen, daran etwas zu ändern. Sind Sie in den letzten Jahren betroffen gewesen und haben die Möglichkeit, ihre Tiere im Winter fliegen zu lassen, sollten Sie dieses in lockerer Regelmäßigkeit tun, um ggfs. neuen Fällen im Frühjahr vorzubeugen.

René Becker, prakt. Tierarzt


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