Besuchen Sie unseren Werbepartner
Anzeige
Benutzername:  Passwort:   Registrierung! Passwort vergessen?
 Statistik  Netiquette  Disclaimer  Impressum
 
 
Home
 
Magazin
Podcast
Meisterschaft
1. Konkurse
International
Auktion
One Loft Races
Kids Corner
Preislisten
Taubengesundheit
Wetter
Photo Gallery
Forum
Office Tools
Umfragen
Verirrte Tauben
Züchter
Tauben-Shop
 
Partner Sites
Der Internet-Taubenschlag hilft!
Der Internet-Taubenschlag hilft!
 
Home  Taubengesundheit  Kokzidien im Auge behalten 

Kokzidien im Auge behalten

Tierarzt René Becker über die medizinische Vorsorge

Tierarzt René Becker
Tierarzt René Becker

Der vergangene Monat hat mit seinen Witterungsbedingungen teilweise zu schwierigen, gleichwohl sehr unterschiedlichen Flugverläufen geführt. Das Wetter war geprägt von wechselhaften bis sehr starken Winden sowie durchziehenden Gewittergebieten mit häufig schwül warmen Verhältnissen. Dies machte besonders den erfolgreichen Tauben zu schaffen, die – von Ausnahmen abgesehen – an Konstants vermissen ließen.  Nicht immer sind diese Leistungsschwankungen auf gesundheitliche Ursachen im engeren Sinne, sprich: auf Infektionen, zurückzuführen.

Gerade den jährigen Tauben wird nach drei bis vier „krummen Flügen“ regelrecht der Zahn gezogen. Die Tiere sind verunsichert, da die Flugbedingungen schwierig und vor allen Dingen jede Woche anders sind, die Partner sind u. U. mehrmals hintereinander bei der Heimkehr nicht zu Hause – und das bei wachsenden Entfernungen. In dieser Phase ist es schwierig, neue Motivation in eine entsprechend demoralisierte Truppe hinein zu bekommen.

Die bekannten Vorgehensweisen helfen vermutlich noch am besten. Lassen Sie Vögel und Weibchen am Tag nach dem Flug oder in der Wochenmitte gemeinsam ausfliegen. Idealerweise verbinden Sie dies mit einem kurzen Trainingsflug, der den Tauben die nötige Sicherheit gibt. Nichts desto trotz stehen auch gesundheitliche Probleme sportlichen Höchstleistungen im Wege. Gerade die schwül-warme Witterung Anfang/Mitte Juni mit sehr hohen Luftfeuchtigkeiten und den damit verbundenen großen Anstrengungen, die den Tauben abverlangt wurden, führten zu einer Vielzahl von Komplikationen.

Allen voran muss die Kokzidien-Problematik angesprochen werden. Die erwähnten Witterungsbedingungen scheinen einen optimalen Nährboden für eine übermäßig starke Vermehrung der Kokzidien gebildet zu haben. Zumindest war die Häufigkeit der Befälle bei Reisetauben in den letzten Wochen überproportional hoch und überstieg die Infektionsraten der Vorjahre deutlich. Eine Tablette „Appertex“ schaffte in der Regel schnelle Abhilfe. Der Schlag sollte zwei Tage nach Verabreichung  immer ausgebrannt werden, um Neuinfektionen zu vermeiden.

Das regnerische Wetter führte zu vermehrten Ausbrüchen von klassischen Atemwegserkrankungen. Oft waren bei einzelnen Tauben nach Regenflügen deutliche Verfärbungen der Nasenwarzen zu beobachten. Wurden diese Tauben in der Praxis vorgestellt, diagnostizierten wir neben den üblichen Schleimhautinfektionen häufig einen Chlamydien-Befall.  Chlamydien, als Erreger der Ornithose, zeigen sich nicht immer in einer massiven Erkrankung; häufig genug haben wir unterschwellige oder milde Verläufe bei Reisetauben ohne die klassische Symptomatik.

In diesem Jahr ging die Diagnose oft einher mit zumindest erkennbaren Symptomen, wie den o. g. verfärbten Nasen einher. Eine vollständige Behandlung während der Saison ist leider nicht möglich. Man kann nur über Kurzzeitbehandlungen am Anfang der Woche schlimmeres Übel verhindern. Eine grundlegende Bestandssanierung steht im Herbst auf dem Programm. Dies ist wichtig, um erneute Ausbrüche in der folgenden Saison zu vermeiden.

Das größte Problem stellten die Darminfektionen der Alttauben dar. Land auf, Land ab hört man von zahllosen Züchtern, deren Tauben quasi aus heiterem Himmel von dieser Erkrankung heimgesucht werden. Trotz hervorragender Leistungen am Vorwochenende zeigten in der Woche plötzlich einzelne Tiere schmierig grünen bis gelben Kot, fraßen nicht mehr und erbrachen sich teilweise. Schnell erkrankten weitere Tiere, so dass nicht selten große Teile der Reisemannschaft – häufig die Jährigen – betroffen waren.

Die Ursachen sind schwierig auszumachen. Wir finden meist in den entnommenen Kloakenabstrichen Coli-Keime. Gelegentlich kommt der ein oder andere Sekundärerreger (Kokzidien oder Trichomonaden) hinzu. Was kann man nun tun, um die Saison noch zu retten?

Wir setzen direkt ein Coli-wirksames Antibiotikum ein und verbinden dies mit einem Trichomonadenmittel. Hinzu fügen wir zur Stabilisierung der Abwehr „Alvimun-t“. Über das Futter verabreichen wir „adenosan“ mit einer flüssigen Hefe, so dass gleichzeitig Vitamine und stoffwechselsteigernde Substanzen zugeführt werden. Bei der Wahl des Antibiotikums fangen die Schwierigkeiten an. Wie bei den Jungtieren ist die Resistenzlage der Keime oft schlecht und es ist nicht einfach, auf Anhieb das richtige Medikament zu finden. Erst ein Resistenztest gibt Aufschluss über das zu verwendende Präparat.

Falls es tatsächlich eine Virusbeteiligung gibt, hilft „Alvimun-t“ und „adenosan“ sorgt relativ schnell wieder für guten Kot. Hat man die Infektion von der Symptomatik her in den Griff bekommen, ist es wichtig, die Behandlung in der folgenden Woche zu wiederholen. Die Gabe von „adenosan“ am Wochenanfang empfehlen wir beizubehalten; sie hilft, neuen Infektionen vorzubeugen.

Die erkrankten Einzeltauben sind separat zu setzen und einzeln zu behandeln. Es gibt mittlerweile unterschiedliche Verläufe dieser Erkrankung. Während bei einigen Züchtern nur einzelne Tauben erkranken, gibt es Schläge, bei denen große Teile des Bestandes massiv erkranken und die Saison innerhalb weniger Tage abgebrochen werden muss. Auch die Verbreitung scheint in den letzten zwei Jahren deutlich zugenommen zu haben.

Kurz noch einige klärende Worte zum Thema Pockenschutzimpfung: Den bekannten Pinselimpfstoff gibt es definitiv nicht mehr, weil die Herstellerfirma ihn vom Markt genommen hat. Den Kombinationsimpfstoff mit Paramyxo wird es bis auf weiteres ebenfalls nicht geben, da dem Impfstoffwerk bei Kontrollen eine komplette Charge verworfen wurde. Dieser muss folglich erst neu produziert werden. Vor Beginn des nächsten Jahres ist daher nicht mit einem neuem Kombi-Impfstoff zu rechnen. Da aber justament die Paramyxo-Komponente die war, die bei den Kontrollen Probleme bereitete, wird es im Winter ohne Zweifel Engpässe geben, obwohl im Moment noch Vorräte vorhanden sind. Andererseits gibt es noch einen weiteren Hersteller, so dass es zu keinem generellen Engpass für Paramyxo-Impfstoff kommen sollte.

René Becker, prakt. Tierarzt


[Home]  [Magazin]  [Podcast]  [Meisterschaft]  [1. Konkurse]  [International]  [Auktion]  [One Loft Races]  [Kids Corner]  [Preislisten]  [Taubengesundheit]  [Wetter]  [Photo Gallery]  [Forum]  [Office Tools]  [Umfragen]  [Verirrte Tauben]  [Züchter]  [Tauben-Shop]  [Brieftaubenzüchter helfen]  [Bannerwerbung]  [Adressen-CD]  [Newsletter]  [Statistik]  [Netiquette]  [Disclaimer]  [Impressum