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Home  Taubengesundheit  Alles klar für den Start in die Saison? 

Alles klar für den Start in die Saison?

Tierarzt René Becker über die medizinische Vorsorge

Tierarzt René Becker
Tierarzt René Becker

Der Saisonstart wird in vielen Reisevereinigungen mit Blick auf die veränderten klimatischen Rahmenbedingungen immer früher gelegt. Mit dem Erscheinen dieses Berichtes sind bereits vieler Orten die ersten Vorflüge gestartet worden. Die einwandfreie Fitness der Tauben ist absolute Voraussetzung, um nicht von Beginn an gesundheitliche Defizite im Bestand zu haben. Unter den zunehmenden Belastungen verschlimmert sich der Gesundheitszustand und die neue Reisesaison ist von Beginn an zum Scheitern verurteilt.

Die empfohlene Generaluntersuchung sollte zu diesem Zeitpunkt abgeschlossen und etwaig durchzuführende Behandlungen sollten beendet sein. Meist läuft es nach einer Untersuchung darauf hinaus, dass bestimmte Erreger vorhanden sind, die vor der Reise in jedem Fall behandelt werden müssen. Damit sind an dieser Stelle nicht die elementaren Krankheiten (Trichomonaden, Kokzidien, Würmer, Salmonellen, Chlamydien etc.) gemeint, sondern jene Schleimhautinfektionen, die den Tauben in der Regel während der Reise das Leben schwer machen.

Die Behandlung dieser Infektionen plazieren wir vorrangig Ende März/Anfang April, so dass diese Kur rd. 7-10 Tage vor Beginn der Vortouren abgeschlossen ist. Die Ursache für eine übermäßige und leistungseinschränkende Keimbelastung ist in den meisten Fällen in den Haltungsbedingungen (speziell in den Wintermonaten) zu suchen.

Wenn die Tauben frei von den „klassischen Erregern“ sind, gibt es für einen schlechten Zustand der Schleimhäute im Rachen und Kropfbereich nur zwei mögliche Ursachen: Zum einen ist es die Taube selbst, die durch ihre mangelnde individuelle Fitness und Abwehrstärke nicht in der Lage ist, die Keime im Rachenraum so zu unterdrücken, dass diese kein leistungsminderndes Niveau erreichen. Zum anderen liegt es an der Unterbringung, d. h. alles, was unter dem Begriff „Schlagmilieu“ zusammengefasst wird. Dazu gehören Sauerstoffversorgung wie Zugfreiheit oder Staubbelastung als wichtige Faktoren sowie Temperaturschwankungen zwischen Tag und Nacht etc. Kurz gesagt. Alles, was zu einem optimalen Klima gehört.

Ist dieses Klima auf den Schlägen nicht optimal, müssen die Tauben in den Wintermonaten lange festgehalten werden und haben nicht die Möglichkeit, regelmäßig in eine Voliere zu gelangen, finden wir häufig im Frühjahr starke entzündliche Veränderungen der Schleimhäute, die einem Formaufbau und entsprechendem Abruf der Leistungen entgegen stehen.

Der Zustand der Schleimhäute beginnt sich erst zu bessern, wenn die Tauben regelmäßig Freiflug erhalten. Nichts desto Trotz ist in den meisten Fällen eine Behandlung vor der Reise erforderlich. An diesen Untersuchungen im Frühjahr kann man sehen, welche Problematik grundsätzlich von den Schlägen ausgeht. Es gibt leider viel zu viele schlechte Schläge; und auch wenn ein Schlag noch so gut funktioniert, was z.B. an der Leistung in der Saison erkennbar ist, steht er einer reinen Volierenhaltung immer deutlich nach. Dies zeigen vergleichende Untersuchungen von Zuchttauben, die jeden Tag in einer Voliere verbringen. Man darf also nicht müde werden, an den optimalen Schlagbedingungen zu feilen.

Neben den von uns durchgeführten bakteriologischen Untersuchungen führen wir im Frühjahr stets eine endoskopische Untersuchung des Rachens und speziell der Nase durch. In vielen Fällen sieht man gerade dort die Folgen des langen Festhaltens über den Winter. In der Nase wird nicht selten der Weg der Atemluft durch Auflagerungen und Schleimablagerungen, die sich mit Staub vermischen, behindert. Nimmt dies überhand, finden wir die typische Symptomatik des Atmens durch den Schnabel schon nach kurzen Anstrengungen am Haus.

Im Rahmen unserer Behandlungen empfehlen wir den Einsatz eines Schleimlösers in Verbindung mit dem für den speziellen Fall richtigen Antibiotikums. Unsere Untersuchungen weisen bei der Inspektion der Nase wiederholt derart starke Belege auf, dass diese Behandlung allein nicht ausreichend ist. In diesen Fällen ist der Einsatz eines speziellen Schleimlösers erforderlich, der individuell an jeder Taube angewendet wird und dafür sorgt, dass sich der zähe Winterschleim aus der Nase löst.

Vergleichen Sie es mit einem Menschen, der sich die Nase putzen muss, um festsitzenden Schleim in den Atemwegen loszuwerden. Erst wenn dieser Schleim weg ist, werden weitere Maßnahmen und Behandlungen greifen. Speziell die vielen angebotenen, natürlichen Präparate zur Gesunderhaltung der Atemwege wirken erst dann, wenn eine absolute Gesundheit vorliegt.

Die Anwendung dieses Schleimlösers passt in die Vorbereitungszeit Anfang April und macht in Verbindung mit der antibiotischen Behandlung entsprechenden Sinn. Die vorhandenen Erreger müssen verschwinden, sonst kommt der Schleim genauso schnell zurück, wie er zunächst verschwunden ist. Es sei denn, die Verschleimung hat einzig und allein ihre Ursachen in den Schlagbedingungen, die immer wieder zu Rückfällen führen.

Im Frühjahr tauchen immer eine Reihe von Fragen und kleineren Problemen auf, die es zu lösen gilt. Häufig werden bis zu den Vortouren hin Junge gezogen, die zum Zeitpunkt eigentlich erforderlicher Behandlungen im Nest liegen. Eine Trichomonadenkur ist auf Jungtieren ab einem bestimmten Alter ohne Probleme durchführbar, allerdings nur mit Ronidazol, das unter dem Namen Ridzol 10 % in Deutschland im Handel erhältlich ist.

Keinesfalls darf bei Tauben mit Jungen ein dimetridazolhaltiges Präparat (z.B. Chevicol) eingesetzt werden. Unter diesen Präparaten kommt es sehr schnell zu zentralnervösen Nebenwirkungen bei den Elterntieren. Die Jungtiere sollten bei einer Behandlung mit Ridzol rd. 12 Tage alt sein. Auch bestimmte antibiotische Behandlungen sind u. U. auf Jungtieren durchführbar, ohne negative Auswirkungen befürchten zu müssen.

Immer wieder taucht die Frage auf, ob während der Dauer von Behandlungen mit dem privaten Training fortgefahren werden darf. Solange sich die Entfernungen in Grenzen halten (d. h. rd. 30 km nicht überschritten werden), sind die meisten Medikamentengaben kein Hinderungsgrund. Im Zweifelsfall hilft Ihnen Ihr Tierarzt.

René Becker, prakt. Tierarzt


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