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Home  Taubengesundheit  Frühes Anpaaren bringt Vorteile 

Frühes Anpaaren bringt Vorteile

Tierarzt René Becker über die medizinische Vorsorge

Tierarzt René Becker
Tierarzt René Becker

Winterzeit gleich Ruhezeit! Das trifft zumindest für die Reisetauben zu, aber schon lange nicht mehr für den Züchter und seine Zuchttauben. Vielerorten sind die Zuchtpaare in der Voliere schon wieder angepaart und die ersten Jungtauben 2007 beringt. Immer mehr Sportfreunde gehen dazu über, die Reisetauben früh im Jahr den Nachwuchs aufziehen zu lassen und die Paare ebenso früh wieder zu trennen, um anschließend alle Möglichkeiten einer exakten Vorbereitung auf die Reise zu haben.

Werden die Reisetauben Mitte Januar angepaart, kann man die Weibchen auf bis zu 14 Tage alten Jungtauben ca. Mitte März wegnehmen, und die Vögel bzw. Weibchen können den Nachwuchs jeweils allein zu Ende füttern. Dadurch sitzen die Reisetiere relativ früh auf Witwerschaft. Eine weitere Anpaarung und ein erneutes Legen wird dadurch von den meisten Züchtern vermieden, die stattdessen die Möglichkeit haben, ihre Tiere frühzeitig auf die neue Saison vorzubereiten. Jeder Sportfreund kann ohne Hektik mit dem Aufbautraining am Haus beginnen und Ende März/Anfang April, wenn es das Wetter zulässt, kurze Trainingsflüge starten, um anschließend in die RV-Vorflüge einzusteigen.

Ohne störende Einflüsse (z. B. Aufzucht der Jungtauben etc.) ist eine medizinische Untersuchung der Tauben ebenso problemlos möglich, wie die Durchführung etwaig erforderlicher Behandlungen. Man erspart den Tauben durch das frühe Paaren auch die gesundheitlich – und mit Blick auf den Formaufbau – risikoreiche Phase der Aufzucht kurz vor bzw. zu Beginn der Saison. Weiterhin vermeidet man ein Absinken der Form, wie man es von der klassischen Durchführung der trockenen Witwerschaft kennt, wenn die Paare zeitnah zur Reise noch einmal auf Eier gebracht werden. Vor diesem zweiten Gelege ist die Form meistens recht gut und das Flugverhalten am Haus häufig vorbildlich. Nach dem zweiten Gelege gibt es jedoch immer wieder Züchter, die mit der Verfassung ihrer Tiere nicht zufrieden sind. Ein weiterer Vorteil der frühen Zucht liegt darin, dass man sehr frühe Nachzucht von den besten Reisetauben hat, wodurch die Grundlage für eine erfolgreiche Teilnahme an den Jungtierflügen gelegt ist.

Voraussetzung – vor dem Hintergrund einer erfolgreichen Teilnahme an der Alttierreise – ist gleichwohl, dass die Reisetauben beim Anpaaren in einer Topverfassung sind. Ein vorheriger Gesundheitscheck mit Kotprobe etc. ist in jedem Falle anzuraten. Gerade wenn auch Weibchen eingekorbt werden, ist eine eingehende Vorbereitung der späteren Reisetiere erforderlich, damit es nicht schon in dieser frühen Phase des Jahres zu Substanzverlusten kommt. Allerdings darf man die Versorgung der Reisetiere nicht zu stark forcieren, um nicht das Werfen der ersten Schwinge zu riskieren. Entscheidend ist allerdings, die Paare zu trennen, sobald die Jungtauben rd. 14 Tage alt sind, um zu verhindern, dass die Weibchen ein weiteres Mal legen.

Die lange Zeit der Witwerschaft ist unproblematisch – auch bis zum Ende der Reisesaison, wenn sich die Partner in der Saison einmal wöchentlich im Rahmen eines Trainingsfluges kurz sehen können. Alternativ kann man einen sog. “Familientag” einführen, an dem sich die Partner ohne Trainingsflug sehen.

Sollten Sie es trotz der Vorteile dieser Methode im Moment noch bei einer Winterruhe belassen wollen, gibt es für die momentane Führung der Reisetiere einige Empfehlungen. Ein ausgewogenes, nicht zu einseitiges Winterfutter sollte Grundvoraussetzung der Versorgung sein. Meistens wird den Tauben in dieser Zeit kein Freiflug gewährt. Sei es wegen der Greifvogelproblematik oder aus anderen Beweggründen. In diesen Fällen muss darauf geachtet werden, dass das Gewicht der Tiere nicht zu stark ansteigt. Wie für die Zuchttauben gilt für die Reisetiere, dass Fett in der Bauchhöhle nur schwer wieder wegzubekommen ist und u. U. die Reiseleistung darunter leidet.

Nicht zu unterschätzen ist der negative Einfluss der permanenten Schlaghaltung auf die Verfassung der Schleimhäute. Mangelnde Bewegung, schlechte Sauerstoffversorgung, ggfs. eine hohe Luftfeuchtigkeit und starke Staubbelastung führen zu einer Verschlechterung des Zustandes der Schleimhäute im Rachenbereich. Auch das Milieu im Darm leidet unter der (zu) wenigen Bewegung und meist übermäßigen Versorgung. Immer wieder hört man von Sportfreunden, die ihre Reisetiere zu Beginn des Jahres vom Witwerschlag nehmen und sie über mehrere Wochen in einer offenen Voliere belassen.

Haben Sie nicht die Möglichkeit der Volierenhaltung und sind die Witwerschläge nicht mit einer Voliere versehen, empfehlen wir, den Tieren zumindest gelegentlich Freiflug zu gewähren. Weiterhin versuchen wir durch die Zufütterung entsprechender Präparate die Verdauung zu optimieren, den Fettansatz zu reduzieren und eine übermäßige Keimvermehrung zu unterbinden. Wir setzen dazu ein Präparat auf der Basis von verschiedenen organischen Säuren (“Vior”) und zusätzlich ein flüssiges Oreganumpräparat (“Enterosan” flüssig) ein. Diese sorgen für ein gutes Milieu auf den Schleimhäuten im gesamten Verdauungstrakt und helfen, schädliche Keime zu unterdrücken.

Das flüssige Oreganum sorgt für eine Unterdrückung der Kokzidien, so dass die Tauben mit diesem Erreger in den Wintermonaten klar kommen sollten. Um eine Unterversorgung mit bestimmten Wirkstoffen zu vermeiden, runden wir unsere Winterversorgung mit der Gabe unseres Basispulvers (“Compakt eins”) in Verbindung mit flüssiger Hefe (“Petogen Turbocon”) über das Futter ab. Wie auch immer Sie mit ihren Tauben das neue Jahr beginnen: Wichtig ist, sich frühzeitig zu entscheiden, wie das eigene Vorgehen aussieht, um notwendige Maßnahmen konsequent durchzuführen.

René Becker, prakt. Tierarzt


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