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Home  Taubengesundheit  Chlamydientest gibt Aufschluss 

Chlamydientest gibt Aufschluss

Tierarzt René Becker über die medizinische Vorsorge

Tierarzt René Becker
Tierarzt René Becker

Obwohl ich im Bericht über die “Jungtaubenreise” bereits auf das vermehrte Auftreten von massiven Atemwegserkrankungen eingegangen bin, muss es aufgrund der Aktualität dieses Thema gerade in der Zeit der Hauptmauser noch einmal genauer betrachtet werden. Gerade die zurückliegenden Wochen haben gezeigt, dass Atemwegserkrankungen im klassischen Sinne (mit typischer und bekannter Symptomatik wie nasse Augen, Röcheln, graue und nasse Nasen) eines der vorherrschenden Krankheitsbilder in dieser Jahreszeit darstellen.

Wird man in den Sommermonaten überwiegend mit vermeintlichen bzw. von den Züchtern vermuteten Atemwegserkrankungen, die die Leistung der Tauben negativ beeinflussen, konfrontiert, handelt es sich bei den aktuell vorgestellten Krankheitsfällen um tatsächlich erkrankte Bestände. Die o. g. Symptomatik dominiert das Krankheitsbild bei häufig noch recht gutem Allgemeinbefinden der Tauben. Weitet sich die Erkrankung jedoch aus (z. B. in Form einer massiven Luftsackentzündung), werden vermehrt innere Organe betroffen und das Allgemeinbefinden verschlechtert sich erheblich, was meistens an Appetitlosigkeit, schlechtem Kotbild und Gewichtsverlust fest zu machen ist. Die Erkrankungsrate erstreckt sich von einzelnen Tieren bis hin zu weiten Teilen des Bestandes.

Man darf sich jedoch von lediglich einzelnen erkrankten Tieren nicht verleiten lassen, dass die Erkrankung keine Relevanz für den Gesamtbestand hat. Ein Großteil der übrigen Tiere ist mit hoher Wahrscheinlichkeit mitinfiziert und durchläuft die Infektion mit einer mehr oder weniger starken Ausprägung, so dass diese für den Züchter vielfach nicht zu erkennen ist. Bei der Untersuchung der erkrankten Tiere werden häufig starke Trichomonadenbefälle festgestellt, die einen Teil des Krankheitsbildes mitbestimmen.

In ihrem Schatten vermehren sich verschiedene Keime, die weitere Krankheitssymptome verursachen können. Auch für nasse Augen können Trichomonaden allein verantwortlich sein. Sie verstopfen den Tränen-Nasenkanal, durch den normalerweise die Tränenflüssigkeit abläuft. Ist dies nicht mehr gewährleistet, bleibt die Flüssigkeit im Auge stehen und verursacht die typischen nassen Augen. Meist treten bei den Untersuchungen neben trichomonadeninfizierten Tauben welche auf, die trotz Atemwegssymptomatik keine Trichomonadenbefälle aufweisen. Dies ist ein deutlicher Hinweis für die Beteiligung eines weiteren Erregers.

Ein aus dem Kot oder im Bereich der Bindehaut des Auges entnommener Chlamydientest gibt Aufschluss über das Vorhandensein dieses Erregers. Häufig verlaufen diese Tests positiv. Die Chlamydien als Erreger der Ornithose ist in den meisten vorgestellten Fällen der tatsächlich verantwortliche Keim. Der Erreger selbst ist in vielen Brieftaubenbeständen anzutreffen, führt aber meistens nicht zu einem Ausbruch von Ornithose. Ornithose bezeichnet man als eine klassische Faktorenerkrankung – es müssen verschiedene Faktoren zusammen kommen, um letztlich das Abwehrsystem zu überwinden und die klassische Symptomatik hervorzurufen. Dazu gehören bestimmte, häufig parasitäre Primärinfektionen, wie die o. g. Trichomonaden. Aber auch andere parasitäre Infektionen, wie z. B. Kokzidien und Würmer können den Chlamydien den Weg bereiten. Die Mauser selbst als extrem kraftaufwendiger Prozess ist augenscheinlich einer der entscheidenden auslösenden Faktoren.

Wird eine Chlamydieninfektion diagnostiziert und sind mehrere Tauben betroffen, darf man in der Mauser nicht zögern, diese Infektion zu behandeln. Ihr Tierarzt wird Sie bei der Wahl des richtigen Medikamentes beraten und weitere therapieflankierende Maßnahmen einleiten, die eine einwandfreie Mauser gewährleisten. Dazu gehört eine intensive Wirkstoffversorgung mit allen notwendigen Vitaminen, Aminosäuren sowie Spurenelementen und eine gezielte Abwehrsteigerung der Tauben. Bekannterweise vertrauen wir auf “Alvimun-T” oder “Livimun”. Der Behandlungszeitraum darf in keinen Fall zu kurz gewählt werden, denn sonst kann nicht von einer ausreichenden Eliminierung der Chlamydien ausgegangen werden.

Von extremer Wichtigkeit ist eine anschließende Desinfektion aller Schläge und Gerätschaften, um den widerstandsfähigen Erreger aus der Umgebung zu entfernen. Nur so hat man eine Chance, den Erreger im Bestand weit genug einzudämmen, so dass er im folgenden Reisejahr keine Probleme bereitet. Dies ist der eigentliche Grund, warum ich eindringlich auf eine lückenlose und ausreichende Therapie verweise. Nicht selten werden derlei Krankheitsfälle – gerade wenn nur einzelne Tiere betroffen sind –, vom Züchter ausgesessen. Dabei wird nicht bedacht, dass der Erreger sich immer noch im Bestand befindet und viele Tauben, trotz fehlender Symptomatik, infiziert sind. Dies führt nicht selten in der folgenden Saison zu starken Problemen mit Blick auf die Leistungsfähigkeit. Nicht selten sind Chlamydieninfektionen, die jahrelang im Bestand sind, für ein kontinuierliches Sinken der Leistungsfähigkeit eines Schlages verantwortlich. Falls wirklich nur ein oder zwei Tiere in der Hauptmauser auffällig werden und die Bedenken für eine Therapie zu groß sind, kann man eine Einzelbehandlung vornehmen und die restlichen Tauben mit “Alvimun-T” versorgen. Ist die Hauptmauser weitgehend abgeschlossen, muss anschließend die Behandlung für den Gesamtbestand durchgeführt werden.

Die Behandlung gegen Chlamydien kann bei der richtigen Wahl des Medikamentes auch gut dazu genutzt werden, eine Salmonellenimpfung vorzubereiten. Die Salmonellenimpfung ist nach wie vor eine entscheidende Maßnahme zur Gesunderhaltung, denn neben der o. g. Ornithose werden in der Mauserzeit immer wieder Salmonellenausbrüche registriert. Nach einer durchgeführten Behandlung ist in jedem Falle bis zur Impfung eine Pause von rd. einer Woche einzuhalten. Nach der durchgeführten Impfung müssen Sie bis zum Anpaaren der Tauben mindestens vier Wochen Wartezeit einplanen. Wer früh, (sprich: Ende November/Anfang Dezember) anpaaren will, muss zeitnah die Impfplanung vornehmen.

René Becker, prakt. Tierarzt


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