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Infektionen mit dem Herpesvirus

Tierarzt René Becker über die medizinische Vorsorge

Tierarzt René Becker
Tierarzt René Becker

Zum Ende der Herbstreise kommt jeder Züchter angesichts der Probleme mit der Gesunderhaltung der Jungtauben nicht eine entsprechende Nachlese herum. War die Zeit der großen Hitze von den klassischen Ausbrüchen der Jungtaubenkrankheit geprägt und die zu erwartende zweite Welle zu Beginn der Jungtierflüge keine besondere Überraschung, wurden wir zu Beginn des Wetterumschwunges Anfang August von einem Krankheitsbild überrascht, das in dieser Häufigkeit vorher nicht bekannt war.

Innerhalb kurzer Zeit hatte eine Vielzahl von Beständen mit massiven Atemwegsproblemen zu kämpfen. Dabei handelte es sich nicht um das klassische Bild der Ornithose mit nassen Augen und grauen Nasen oder um die sehr häufigen Schleimhautinfektionen im Rachenbereich, die von den Züchtern gern als Atemwegsinfektion betitelt werden, sondern die Infektionen zeigten sich als klassische Luftsackentzündungen. Die Tiere hatten mit massiven Beeinträchtigungen der Atmung zu kämpfen.

Der Luftschlitz stand extrem weit offen und die Atemgeräusche ähnelten regelrecht einem Hundegebell. Bei der Untersuchung zeigten diese Tiere meist keine weiteren schwerwiegenden Befunde, waren frei von Trichomonaden und die bakterielle Besiedlung der Schleimhaut im Rachen und Kropfbereich hielt sich in Grenzen. Wurden jedoch Trichomonaden gefunden, verstärkten sie das Krankheitsbild erheblich. Im Abstrich konnten aber in jedem Fall charakteristische Abwehrzellen des Körpers entdeckt werden, die wir typischer Weise bei Infektionen mit Chlamydien, dem Erreger der Ornithose und bei viralen Infektionen, besonders bei Herpesvirusinfektionen finden.

Die durchgeführten Chlamydienteste wiesen zwar bei einzelnen Fällen ein positives Ergebnis auf, doch meistens konnte keine Chlamydieninfektion festgestellt werden. In diesen Fällen muß von einer Herpesvirusinfektion ausgegangen werden. Typisch sind für diese Infektion die schweren Verläufe, die in einigen Fällen zum Tod der erkrankten Tiere führten. In der Mehrzahl waren jedoch nur einzelne Tiere infiziert und der Rest des Bestandes zeigte nach Isolation der erkrankten Tiere und entsprechender Behandlung keine weiteren Symptome.

Viele unserer Bestände, wie im übrigen auch viele Menschen, sind Träger des Herpesvirus. Der Ausbruch wird von einer Vielzahl von Faktoren, wie Primärinfektionen (z. B. durch Trichomonaden oder eine allgemeine Abwehrschwächung im Rahmen des Jungtaubenkrankheitskomplexes) bestimmt. Viele der Infektionen, die bei Jungtauben auftreten und als Ornithose betitelt werden, weil sie mit nassen Augen und grauen Nasen und Röcheln einhergehen, sind jedoch dem Herpesvirus zu zuschreiben.

Warum ausgerechnet in diesem Jahr eine Häufung der Krankheitsfälle zu einem bestimmten Zeitpunkt und mit einer bestimmten Verlaufsform der Krankheit, aber ohne regional gehäuftes Auftreten, sondern mit breiter Verteilung zu registrieren war, ist nicht eindeutig zu beantworten. Der Umschwung des Wetters könnte ein Faktor gewesen sein oder die insgesamt schlechte Abwehrlage der Bestände, die durch die unterschiedlichen Verlaufsformen der Jungtaubenkrankheit vorbelastet waren.

Die Behandlung gestaltet sich bei Virusinfektionen nicht einfach. Vor dem Hintergrund der Symptomatik und der möglichen Beteiligung der Chlamydien, selbst bei negativen Testergebnis, haben wir stets eine antibiotische Behandlung gegen Chlamydien eingeleitet. Vor dem Hintergrund, dass speziell Hexamiten eine erhebliche Bedeutung für den Gesundheitszustand haben und diese nicht immer im Kloakenabstrich zu entdecken sind, auch wenn sie in großen Mengen weiter oben im Darm ihr Unwesen treiben, empfehlen wir parallel eine Behandlung mit Ronidazol.

Vor dem Hintergrund der Virusinfektion setzen wir parallel abwehrsteigernde Mittel ein. Wir verwenden „Alvimun-T“ in der höchsten empfohlenen Dosis des Herstellers. Aber auch andere Produkte wie „Livimun“ oder „Gamba-Immun“ leisten gute Dienste. Gleichzeitig setzen wir ein Vitaminpräparat über das Futter ein und ein Jodpräparat im Anschluß an die antibiotische Behandlung. Da bei einer solchen Behandlung die Gefahr der Provokation einer Infektion im Darm besteht, muß die Wahl des Medikamentes mit dem bakteriologischen Befund der im Kloakenabstrich isolierten Keime stehen.

Die klassische Jungtaubenkrankheit machte uns auch noch während der laufenden Saison in den ersten zwei bis drei Wochen der Preisflüge viel Sorge. Immer wieder wurden zu diesem relativ späten Zeitpunkt erkrankte Bestände vorgestellt. Ein schnelles Eingreifen ist erforderlich, um den weiteren Einsatz der Tauben zu gewährleisten. In vielen Fällen gelingt es meistens sehr gut und auch die Ergebnisse können durch aus befriedigend sein.

Unbefriedigend ist aber die weitere notwendige Vorgehensweise. Möchte man einen stabilen Gesundheitszustand der Tiere garantieren, ist eine mehrmalige Kurzzeitbehandlung nach den Flügen erforderlich. Wir weiten die Behandlung so weit es möglich aus, und empfehlen in der Regel eine Behandlung vom Einsatztag abends an, vorausgesetzt der Flug war nicht als zu schwer, über weitere zweieinhalb bis drei Tage je nach Krankheitsbild. Die Alternative besteht darin, die Tiere pausieren zu lassen und über den eigentlich notwendigen Zeitraum zu behandeln. Meist tut man diesen Tieren jedoch damit keinen Gefallen, da die dann zu bewältigenden Kilometersprünge auch erhebliche Schwierigkeiten bereiten können. Und selbst wenn man die volle notwendige Zeit behandelt kommt man um eine Wiederholung der Behandlung zu einem späteren Zeitpunkt während der Jungtierreise nicht herum, will man diese erfolgreich und ohne Verluste zu Ende bringen.

Verantwortliches Handel muß aber stets an erster Stelle stehen! So empfehlen wir, die Tiere zu Hause zu lassen, wenn der Gesundheitszustand ein Einsetzen nach unserer Einschätzung nicht erlaubt. Für viele Züchter besteht gleichwohl die Möglichkeit, bei CFB- oder Nachsaisonflügen die Jungtauben einzukorben und ihnen das notwendige Rüstzeug für ein erfolgreiches Alttaubenleben zukommen zu lassen.

René Becker, prakt. Tierarzt


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