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Home  Taubengesundheit  Erneute Kontrolle nach der Saison 

Erneute Kontrolle nach der Saison

Tierarzt René Becker über die medizinische Vorsorge

Tierarzt René Becker
Tierarzt René Becker

Zunächst möchte ich auf die zurückliegende Alttierreise eingehen. Es scheint stets wichtiger zu werden, neben einer guten medizinischen Kontrolle vor und während der Preistouren die Gesundheit der Tiere nach Ablauf der Wettflüge sicherzustellen. Immer wieder stoßen wir auf unübersehbare Schäden in der Ausbildung des neuen Gefieders bei Untersuchungen im Frühjahr. Diese haben in der Regel nichts mit mangelhafter Versorgung in der Mauser zu tun, sondern etwas mit mangelhafter Gesundheit während dieser Zeit. Sind diese Gefiederschäden vorhanden, nimmt man sie mit in das nächste Reisejahr.

Viel entscheidender ist, dass u. U. pathogene Keime den ganzen Herbst und Winter über durch den Bestand geschleppt werden und an der gesundheitlichen Substanz zehren. Dies sind die Fälle, bei denen auch nach erheblichen Aufwand mit Blick auf gesundheitliche Vorsorge und Versorgung in der Reise nicht der erwünschte Erfolg eintritt. Häufig stößt man in Gesprächen – auch mit sehr erfolgreichen Züchtern – auf Hinweise über durchgeführte Kuren nach der Reise, um die Freiheit von bestimmten Erregern sicherzustellen. Auch wenn dies nicht gerade nachahmenswert ist und jeder Behandlung eine Untersuchung und entsprechende Diagnose vorangehen sollte, zeigt die Vorgehensweise den richtigen Weg auf.

Die Tauben haben in jeder Phase des Jahres eine hervorragende Gesundheit vorzuweisen, um letztlich in der kommenden Saison erfolgreich zu sein. Daher ist jedem Züchter ans Herz zu legen, direkt nach der Reise und dem letzten Kontakt zu einer großen Anzahl anderer Tiere aus vielen verschiedenen Beständen eine Untersuchung (und evtl. notwendige Behandlungen) durchzuführen. Um so mehr, wenn man auf eine wenig erfolgreiche Saison zurückblickt, die die Erwartungen nicht erfüllt hat. Ist ein Erreger im Bestand, der die Gesundheit bei Jungtieraufzucht und Mauser beeinträchtigen kann, muss dieser jetzt behandelt werden.

Die ersten RV-Jungtierflüge sind gelaufen und Tendenzen, wer aus der eigenen Konkurrenz die Tauben in guter Verfassung hat, bereits erkennbar. Vielen Züchtern gelingt es häufig nicht, die Tiere nach Überstehen eines Jungtierkrankheitsausbruches wieder in die erforderliche Form zu bringen, um mit den Mitbewerbern Schritt halten zu können. Gerade in diesem Jahr scheint erneut eine große Zahl an Züchtern betroffen gewesen zu sein.

Die lang anhaltende große Hitze im Juni und Juli führte zu einem großflächigen Ausbrechen des Jungtierkrankheitskomplexes. Es lässt sich schwer sagen, ob die tatsächliche Zahl an Erkrankungen die des Vorjahres übertrifft – gleichwohl: Es scheint deutlich mehr zu sein als in den Vorjahren. Auffällig ist eine gewisse Routine im Umgang mit der Krankheit. Die meisten Sportfreunde haben Präparate im heimischen Medizinschrank und fangen bei ersten Anzeichen an, selbst zu therapieren. Zwar ist dies in einigen Fällen von Erfolg gekrönt, doch immer wieder werden mit Präparaten gekurte Tauben vorgestellt, bei denen nahezu keine Besserung eingetreten ist.

Vor dem Hintergrund der häufigen Beteiligung des Circovirus ist der Genesungsprozess in einigen Fällen in der Tat langwierig. Wichtig ist und bleibt die richtige Diagnose zu Beginn eines Ausbruches, speziell hinsichtlich der Resistenzlage der beteiligten Coli-Keime. Es zeigt sich, dass bei der Wahl des richtigen Antibiotikums in Kombination mit “Ronidazol” meist schnell eine Besserung eintritt. Diese muss innerhalb von rd. drei Tagen erkennbar sein, sonst ist das Medikament falsch gewesen.

Nach dieser Zeit liegt in der Regel der Resistenztest vor und man kann bei Bedarf die Therapie anpassen, d. h. jeder Züchter muss sofort beginnen zu behandeln, auch auf die Gefahr hin, dass die erste Wahl des Medikamentes falsch war. Jeder Tag, den man wartet, erkranken weitere Tiere und der Gesundheitszustand verschlechtert sich. Da in vielen Fällen eine Virusbeteiligung vorliegt, darf man auf weitere therapeutische Maßnahmen nicht verzichten.

Wir setzten seit langem auf das bewährte “Alvimun-T” zu Steigerung der Abwehr und schnelleren Ausscheidung des Medikamentes. Das Colostrum aus dem “Protector 4” hat in manchen Fällen eine erstaunliche Wirkung und sorgt häufig für ein gutes Milieu im Darm. Diese Präparate setzen wir ein, wenn Gaben verschiedener Antibiotika von Seiten des Züchters nicht den gewünschten Erfolg gebracht haben und eine exakte Diagnose erschweren. Ebenfalls gute Dienste leistet “Adenosan”; auch dieses Präparat besitzt eine gute Wirksamkeit auf den Darm. Es ist sehr gut geeignet bei leichten Ausbrüchen als erste Maßnahme, bei stark virusbestimmten Verläufen sowie generell zur Unterstützung jeder Therapie. Auf die o. g. Präparate sollte man nach einem überstandenen Ausbruch in der Reise auf keinen Fall verzichten, denn ein überstandener Ausbruch schützt nicht vor einem erneuten. Wer Probleme hatte, erleidet häufig über kurz oder lang weitere Rückfälle. Zusätzlich scheint der Einsatz eines Jodpräparates und das Ansäuern des Trinkwassers von großer Bedeutung zu sein, um die Fitness der Jungtauben in der Saison zu fördern.

Trotz dieser Vorsorgepräparate ist eine Wiederholung der Behandlung nicht ausgeschlossen. Gerade in den ersten Wochen der Vor- und Preisflüge ist der Stress für die Jungtauben und der Keimdruck im Kabinenexpress enorm hoch. Daher ist es nahezu unverzichtbar, zumindest zu Beginn der Reise eine Behandlung mit den o. g. Medikamenten zu wiederholen. Zeigen die Jungtiere eine sehr gute und stabile Gesundheit mit gutem Appetit und enormer Fluglust, kann der Einsatz von Ronidazol und die regelmäßige Verabreichung der o. g. Ergänzungsfuttermittel ausreichen, um die Gesundheit sicherzustellen. Ein Risiko bleibt aber in jedem Fall; natürlich auch bei den Züchtern, die bisher nicht von der Jungtierkrankheit betroffen waren.

Es bleibt die Empfehlung, bei ersten Anzeichen zu Beginn der Woche nach einem Flug sofort den Tierarzt aufzusuchen. Die Chancen stehen dann nicht schlecht, die Saison noch retten zu können.

René Becker, prakt. Tierarzt


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