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Infektionen durch Kabi-Aufenthalt

Tierarzt René Becker über die medizinische Vorsorge

Tierarzt René Becker
Tierarzt René Becker

In diesen Tagen, da aller Orten die Trainingsflüge für die neue Saison beginnen, geht es vorrangig darum, den Reisetauben den letzten gesundheitlichen Feinschliff zu gehen. Die sog. “Frühjahrsgeneraluntersuchung” sollte ebenso abgeschlossen sein wie evtl. noch ausstehende Behandlungen.

Mit den Vorflügen beginnt die medizinische Begleitung in der Saison. Diese erstreckt sich zunächst auf eine Wiederholung der Trichomonadenbehandlung nach dem ersten Vorflug; es sei denn, die letzte Behandlung ist relativ zeitnah (d. h. in den zurückliegenden drei Wochen) durchgeführt worden. Gerade nach dem ersten Korbaufenthalt ist es wichtig, etwaigen Neuinfektionen zu begegnen.

Wir empfehlen eine Behandlung mit “Chevicol” über zweieinhalb bis drei Tage. Die Wirkung des enthaltenen Wirkstoffes Dimetridazol ist sehr gut. Auch kurze Behandlungsintervalle sichern eine ausreichende Abtötung der Trichomonaden, sofern keine hochgradigen Befälle vorliegen. Dies sollte zuvor durch eine Untersuchung abgeklärt worden sein.

Im entsprechenden Fall muss die Behandlung auf die vorgeschriebene Dauer von sechs Tagen ausgedehnt oder jeweils nach einem Vorflug mehrmals über drei Tage behandelt werden. Weiterhin ist Dimetridazol sehr gut verträglich und beeinflusst nicht die Form. Lediglich eine Verabreichung an züchtende Paare ist zu unterlassen. Durch eine hohe Wasseraufnahme und verstärkte Resorption kann es zu einer Überdosierung kommen, die zentralnervöse Störungen – wie sie von der Paramyxoviroseinfektion bekannt sind –, zur Folge hat.

Um Trichomonadenfreiheit zu garantieren, empfehlen wir eine Wiederholung der Behandlung im Abstand von drei Wochen oder regelmäßige Kontrollen der Reisetauben. Dadurch lässt sich u.U. eine Wiederholungsbehandlung umgehen. Alternativ wird verschiedentlich die Gabe einer Metronidazol-Lösung (Metro) in den Kropf praktiziert. Die Erfahrungen mit diesem Medikament sind positiv. Da Metronidazol jedoch nicht das stärkste Trichomonadenmittel ist, empfehlen wir zunächst eine “Chevicol”-Behandlung nach den Vortouren und eine Wiederholung nach der Hälfte der Saison (statt Metro).

Wurden im Rahmen der Kotuntersuchung Kokzidien-Oocysten nachgewiesen, ist eine Behandlung vor Wettflug-Beginn erforderlich. Das wirksamste Mittel gegen Kokzidien ist das eigene Abwehrsystem. Aus diesem Grunde setzen wir außerhalb der Saison und bei Zucht- und Jungtauben nur auf eine Behandlung, wenn ein gewisser Grad der Befallsstärke überschritten ist. Auch im Rahmen der Frühjahrsuntersuchung ordnen wir eine sofortige Behandlung nur bei stärkeren Befällen an. Darüber hinaus sollte eine etwaige Behandlung so weit wie möglich in die Nähe der Preisflüge geschoben werden.

Zu einer Behandlung raten wir dringend bei einem positiven Befund. Denn die Kokzidien können sich bei steigenden Temperaturen schnell vermehren und die Leistung stark beeinflussen. Vor allem der Verlust an Spitzenpreisen ist ein deutliches Zeichen für Kokzidien-Befall.

Wir raten zu einer Behandlung nach der zweiten Vortour mit einer Tablette “Appertex” pro Taube oder mit “Baycox” über das Trinkwasser in der Dosierung 4 ml pro Liter, vorausgesetzt 20 Tauben trinken einen Liter Wasser. Zwei Tage später sollte der Schlag ausgebrannt werden, um die vorhandenen Dauerstadien (Oocysten) abzutöten und schnelle Neuinfektionen zu verhindern.

In der Saison sollte der Befall mit Kokzidien kontrolliert werden. Wir bieten unseren Kunden vor Ort eine parasitologische Untersuchung des Kotes an. Damit kann schnell die Befallsstärke ermittelt werden und der Züchter sofort reagieren. Besteht nicht die Möglichkeit zu einer entsprechenden Kontrolle, empfehlen wir eine Wiederholung des Einsatzes von “Appertex” nach sechs bis sieben Flügen.

Jeder Züchter sollte vorsichtig mit der Gabe eines Kokzidienmittels sein. Der Abwehraufwand jeder Taube wird stark zurückgefahren, wenn diese Präparate zu häufig eingesetzt werden. Ganz kann man Kokzidien nicht loswerden. Sinnvoll ist es, die Tauben bei ihrem Kampf gegen die Kokzidien zu unterstützen. Dazu kann man u. a. auch bekannte Oreganumpräparate (z. B. “Enterosan” flüssig) einsetzen.

Zu diesem Rahmenprogramm aus Trichomonaden- und Kokzidienbekämpfung empfehlen wir eine regelmäßige Kontrolle der Schleimhäute über einen Abstrich. Ergeben diese Abstriche einen positiven Befund und geht dieser u. U. mit einem Leistungseinbruch einher, ist eine Behandlung mit einem Antibiotikum angezeigt. Bei der Wahl des Präparates orientiert man sich an dem Resistenztest der Frühjahrsuntersuchung. Häufig sind es die schleimhauteigenen Keime, die sich infolge der Belastung während der Flüge derart stark vermehren, dass sie eine leistungsmindernde Infektion hervorrufen.

Was kann getan werden, wenn nicht die Möglichkeit besteht, die Tauben kontrollieren zu lassen bzw. womit kann ein Leistungsabfall Mitte der Saison verhindert werden? Zunächst sollte das medizinische Rahmenprogramm eingehalten werden. Die “Metro”-Gaben sind in der Lage, die Schleimhäute – so weit sie nach der Frühjahrsbehandlung in Ordnung waren – in einem guten Zustand zu halten. Ein Einsatz sog. Atemwegspräparate ist dann nicht erforderlich.

Die Notwendigkeit einer Behandlung resultiert nicht nur aus den Belastungen der Saison, sondern hat viel mit den Rahmenbedingungen wie Versorgung, Hygiene, Taubenqualität und vor allem Schlagmilieu zu tun. Dies sind die Gründe, warum manche Züchter viel weniger Probleme haben und kaum Medikamente einsetzen müssen. Weiterhin entscheidend ist eine ausgereifte Versorgung, die den optimalen Ablauf aller Körperfunktionen in der Leistungsphase garantiert. Ein gutes Versorgungssystem enthält zudem natürliche Präparate, die gerade das Milieu auf den Schleimhäuten positiv beeinflussen.

Trotzdem darf niemand die Augen vor der Realität verschließen: Ohne den Einsatz von Medikamenten kann vieler Orten nicht das Leistungsniveau über 14 Wochen gehalten werden. Wenn man darum weiß, kommt man nicht daran vorbei, eine entsprechende Vorbeugung in der Saison durchzuführen.

René Becker, prakt. Tierarzt


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