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Vogelgrippe eine ernste Bedrohung

Tierarzt René Becker über die medizinische Vorsorge

Tierarzt René Becker
Tierarzt René Becker

Seit Monaten hält die Bedrohung durch die Vogelgrippe die ganze (Brieftauben-) Welt in Atem. Speziell in Deutschland ist die Angst vor einer akuten Bedrohung und einem Ausbruch sehr groß. Derzeit überschlagen sich die Ereignisse vor allem in der Türkei; auch in Deutschland und Belgien reagierten die Behörden beinahe wie gelähmt nach dem Bekannt werden erster Verdachtsfälle bei Menschen, obwohl sich diese bei näherer Untersuchung nicht bestätigten.

Zunächst muss bei aller berechtigten Besorgnis folgendes festgehalten werden: Bei der unter dem Begriff “Vogelgrippe” bekannt gewordenen Influenza-Infektion des Geflügels mit dem Subtyp H5N1 handelt es sich immer noch um eine Tierseuche! Übertragungen auf den Menschen finden nur bei engem Kontakt mit Geflügel und ihren Ausscheidungen statt. Die gefürchtete Mutation des Virus, die eine Ansteckung von Mensch zu Mensch ermöglicht, hat noch nicht stattgefunden. Erst dann sind pandemieartige Seuchenzüge mit den prognostizierten Auswirkungen zu erwarten. Ob und wann dies passiert, kann momentan niemand vorhersagen.

Von daher ist – zumindest nach derzeitiger Einschätzung – die Gefahr für den Großteil der Bevölkerung relativ gering. Gefährdet sind lediglich Personen, die regelmäßig engen Kontakt zu Geflügel haben (z. B. Geflügelzüchter oder Tierärzte). Leider zeigen die Beispiele Türkei und Südostasien, dass häufig überall dort, wo ein enger Kontakt zu Geflügel – gekoppelt mit sorglosem Umgang und Unwissenheit – die Quellen für Ausbrüche beim Menschen liegen. Die Situation in diesen Ländern ist sicherlich nicht mit der in Deutschland vergleichbar, obwohl es zahlreiche Kleingeflügelzüchter gibt, die zumindest täglichen Kontakt zu ihren Tieren halten.

Wie uns allen noch lebhaft in Erinnerung ist, haben die aufgrund des Geflügelpestausbruches in Holland und Belgien initiierten Studien auf der Insel Riems im dort ansässigen Bundesinstitut ergeben, dass Tauben als Überträger des Virus keine bedeutsame Rolle spielen. Will sagen, dass Tauben weder erkrankten noch das Virus ausschieden, obwohl ein direkter Kontakt zu erkrankten Hühnern bestand, die ausnahmslos an dem Virus starben.

Eine Folgestudie an der Universität in Gießen hat gleichwohl ergeben, dass das Virus bis zu 48 Stunden auf den Federn überleben kann. Genau dies war einer der Gründe, warum viele Fachleute zum Zeitpunkt der Veröffentlichung der Ergebnisse der ersten Studie nur eingeschränkt Entwarnung gaben. Jede Taube kann als sog. Vektor fungieren und das Virus in ihrem Gefieder über große Strecken transportieren. Allein aufgrund dieser Gefährdung werden wir aller Voraussicht nach nicht um Beschränkungen in der Sportausübung herum kommen.

Selbst wenn zahlreiche Zufälle eintreffen müssen, ist stets die Möglichkeit gegeben, dass eine Taube im Rahmen eines Wettfluges mit infiziertem Geflügel in Kontakt kommt und das Virus über mehrere Hundert Kilometer mit sich trägt. Viel entscheidender ist jedoch, dass u. U. für uns Züchter eine direkte Gefahr besteht, wenn eine heimkehrende Taube zuvor mit erkranktem Geflügel Kontakt hatte. Die in der Regel enge Verbindung zwischen Züchter und Taube ist u. U. ebenso dazu geeignet, sich zu infizieren. Von daher ist es letztendlich im Interesse der gesamten Züchterschaft, diese Gefahren weitgehend auszuschließen.

Zum Zeitpunkt der Verbandsausstellung wurde eine Pressemeldung verbreitet, dass in der Türkei in einem Ferienort Amseln und Tauben erkrankt und gestorben seien sowie Menschen infiziert hätten. Ob sich dies letztlich bestätigt, bleibt abzuwarten, denn die aktuelle Berichterstattung aus der Türkei ist mit Vorsicht zu bewerten. Sollte sich die Infektion und Empfänglichkeit der Taube jedoch bestätigen, wäre dies ein herber Rückschlag hinsichtlich der Bemühungen, die Sportausübung in dieser Saison ohne Einschränkungen sicherzustellen.

Da in den kommenden Monaten eine akute Gefahr durch Zugvögel und illegale Importe von Geflügelprodukten, Geflügel bzw. Vögeln (zum jetzigen Zeitpunkt speziell aus der Türkei) besteht, gibt es EU-Pläne, die eine erneute Aufstallung des Geflügels vorsieht – zumindest solange, bis der Vogelzug weitgehend beendet ist. Dass dafür vorgesehene Datum ist der 31. Mai 2006.

Auch wenn diese Entscheidung in Brüssel getroffen wird, bedeutet dies für die deutschen Züchter nicht automatisch ein Verbot aller Flüge bis zu diesem Datum. Aufgrund der Bemühungen der Verantwortlichen mit Blick auf die durchgeführte Studie am Friedrich-Löffler-Institut auf der Insel Riems zählen Brieftauben in der neuen Fassung der Geflügelpestverordnung nicht zum Geflügel.

Folglich ist es durchaus möglich, dass kein Verbot für das Reisen mit Brieftauben ergeht. Einschränkungen sind allerdings vermutlich bei den Reiserichtungen Belgien, Holland und Frankreich zu erwarten. Im Ergebnis hängt nach wie vor alles davon ab, wie sich die aktuelle Lage entwickelt. Gibt es den Seuchenfall in Deutschland, ist ein Reisebetrieb unmöglich.

In so einem Fall dreht es sich vielmehr um die Frage, was passiert, wenn Züchter mit ihren Schlägen im ausgewiesenen Drei-Kilometer-Sperrbezirk um einen Ausbruchsherd liegen. Der Gesetzgeber sieht grundsätzlich die Tötung alles sich im Sperrbezirk befindlichen Geflügels vor. Aufgrund der momentanen rechtlichen Lage gibt es keine Grundlage zur Tötung eines Brieftaubenbestandes. Dies kann sich im Ernstfall schnell ändern.

Das Problem für die Behörden sind allerdings die entstehenden Entschädigungszahlungen (in enormer Höhe!), so dass – falls kein akuter Bedarf in Form von erkrankten Tauben besteht – aller Voraussicht davon abgesehen wird.

Wichtig ist vor allem, dass der einzelne Züchter die Ruhe bewahrt und sich nicht in das Krisenmanagement des Verbandes Deutscher Brieftaubenzüchter einmischt, um u. U. lokale Behörden auf das vermeintliche Problem Brieftauben aufmerksam zu machen.

René Becker, prakt. Tierarzt


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