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Wird die Vogelgrippe zur ernsten Bedrohung?

Tierarzt René Becker über die medizinische Vorsorge

Tierarzt René Becker
Tierarzt René Becker

Seit dem 1. September 2005 ist sie nun in Kraft, die neue Verordnung bezüglich der Geflügelpest, die von allen Brieftaubenzüchtern seit den ersten aktuellen Medienberichten so sehr befürchtet wurde. Erlassen hat diese sog. “Eilverordnung” das Bundesministerium für Verbraucherschutz, Ernährung und Landwirtschaft unter dem Titel “Verordnung über Untersuchungen auf die Klassische Geflügelpest”.

Die Verordnung besagt im wesentlichen, dass ein verstärktes Monitoring (Beobachten und Untersuchen) von Geflügelbeständen mit sofortiger Wirkung einsetzen soll. Dieses Monitoring beinhaltet im wesentlichen die Verpflichtung für größere Geflügelhalter, die ihre Tiere nicht ausschließlich in geschlossenen Ställen halten, ihre Bestände im Zeitraum vom 15. Oktober bis 15. Dezember d. J. auf den Erreger der klassischen Geflügelpest untersuchen zu lassen.

Unter den in der Verordnung aufgeführten Vogelarten sind keine Brieftauben erwähnt. Es scheint in der Tat so zu sein, dass insbesondere die im Jahre 2003 erfolgte Untersuchung am Bundesforschungsinstitut für Tiergesundheit auf der Insel Riems “Früchte trägt” und wir Züchter mit unseren Tieren (vorerst) außen vor sind. Dies kann sich schnell ändern, sobald es tatsächlich zu Infektionen in Europa (oder schlimmstenfalls in Deutschland) kommen sollte. Deutlich wird dies am Beispiel der Niederlande, die frühzeitig Brieftauben in alle Erlasse rund um die Vogelgrippe aufgenommen haben.

Wichtig erscheint in diesem Zusammenhang der dringende Hinweis, die Auseinandersetzung mit den Behörden den zuständigen Stellen des Verbandes zu überlassen. Vor zwei Jahren haben sich zahllose “übereifrige Züchter” mit lokalen Veterinärämtern und überregionalen Behörden in Verbindung gesetzt und dort für noch mehr Aufregung gesorgt. Damals musste bei den Behörden der Eindruck entstehen, dass die Brieftaube ein wesentlicher Faktor im Seuchengeschehen sein könnte. Deshalb die Bitte: Halten Sie sich im Falle tatsächlich eintretender Beschränkungen mit eigenen, noch so gut gemeinten Bemühungen zurück.

Wie groß sind nun die Gefahren einer Einschleppung nach Europa (oder Deutschland) vor allem mit Blick auf die Sportausübung und damit verbundene Haltungsbeschränkungen?

Bei der klassischen Geflügelpest handelt es sich um ein Influenza-Virus Typ A, das bekannterweise 2003 zu umfangreichen Beschränkungen führte. Von diesem sog. “Vogelgrippe-Erreger” gibt es verschiedene Subtypen, die unterschiedliche pathogene Eigenschaften haben, d. h. unterschiedlich stark krank machen.

Der momentan gefürchtete Subtyp aus Asien trägt die Bezeichnung H5N1. Er ist in der Lage, innerhalb kürzester Zeit tausende Vögel zu töten und dabei auch auf den Menschen übertragbar. Aus China tauchen verschiedentlich Berichte auf, wonach bereits mehr als 40 Personen an den Folgen einer H5N1-Infektion gestorben seien. Dennoch ist die Ansteckungsgefahr für den Menschen nicht sehr groß und eine Übertragung des Geflügelvirus von Mensch zu Mensch nicht gegeben.

Das vielfach in den Medien skizzierte Horrorszenario konstruiert eine Vermischung von menschlichen Influenza-Viren mit dem gefährlichen Geflügelinfluenza Subtypen, die dann eine Ansteckung von Mensch zu Mensch ermöglichen und verheerende Seuchenzüge nach sich ziehen würden.

Auch wenn dies im Moment noch nicht der Fall ist, warnen viele Experten vor einer möglichen Vermischung der Virusstämme. Für Aufregung innerhalb Europas sorgten Meldungen, nach denen das Virus zunächst in Zentralchina rd. 1.500 wildlebende Vögel an einem See getötet haben soll, die im August in Kasachstan und der Region Nowosibirsk angekommen sind.

Weitere Berichte über infiziertes Hausgeflügel, die allerdings nicht offiziell bestätigt wurden folgten, wobei das Westufer des kaspischen Meeres, die am weitesten westlich gelegene Region war – immer noch rd. 2.500 km von Deutschland entfernt. Da dem Virus jedoch Zugvögel, insbesondere Wassergeflügel (allen voran Enten) dienen, wird mit dem Einsetzen der Zugphase die Gefahr ungleich höher. Enten, Gänse und andere Wasservögel stellen eines der wichtigsten Reservoire des Virus dar. Diese können in großen Mengen das Virus beherbergen und mit dem Kot ausscheiden, ohne selber stark zu erkranken. Außerdem beträgt die Inkubationszeit 21 Tage. Ein infizierter Vogel kann folglich, bevor er erkrankt, noch weite Strecken zurücklegen.

Da viele Entenarten rund um das Polargebiet über die gesamte Nordhemisphäre verbreitet sind und sich viele Flugrouten kreuzen, ist eine etappenweise Verschleppung von Rußland nach Deutschland durchaus möglich. Im August schätzte das Bundesforschungsinstitut auf Riems die Gefahr der Einschleppung zwar noch gering ein, warnte aber deutlich vor der Zeit des beginnenden Vogelzuges und empfahl das Aufstallen freilaufender Tiere.

Dass die Gefahr einer Einschleppung jederzeit gegeben ist und höchste Sensibilität bei den zuständigen Behörden herrscht, unterstreichen Meldungen von angeblich infizierten Möwen in Finnland, die sich jedoch letztlich nicht bestätigten. Neben den Zugvögeln geht eine weitere Gefahr von geschmuggelten Tieren aus, wie die infizierten Greifvögel auf einem Flughafen in Belgien zeigten, die bei einer Routinekontrolle entdeckt wurden.

Beschränkungen für unseren Sport gibt es noch nicht. Das kann sich im Falle eine Infektion in Deutschland oder den westlichen Nachbarländern schnell ändern: Tauben können nach den Untersuchungen auf Riems zwar nicht erkranken und auch das Virus nicht aktiv (sprich: über Vermehrung im Körper) weiter verbreiten. Dennoch könnten sie aufgrund ihres Flugverhaltens und dem möglichen Kontakt zu Hausgeflügel als sog. “Vektoren” eine Rolle spielen, d. h. nach Kontakt mit infiziertem Geflügel das Virus an den Füßen und im Gefieder mit sich tragen und u. U. weiter verbreiten.

Nach neuen Informationen aus der Bundesforschungsanstalt auf Riems ist es den dortigen Wissenschaftlern inzwischen gelungen, einen Impfstoff für Hühner gegen die Geflügelpest zu entwickeln. Ob dieser tatsächlich zur Produktionsreife, in die Zulassung und zur Anwendung kommt oder ob andere tierseuchenrechtliche Maßnahmen vorgezogen werden, lässt sich im Moment nicht beantworten.

René Becker, prakt. Tierarzt


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