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Home  Taubengesundheit  Paramyxovirus (Teil 1)  Jungtieraufzucht intensiv begleiten 

Jungtieraufzucht intensiv begleiten

Tierarzt René Becker über die medizinische Vorsorge


Tierarzt René Becker

Doch wichtiger als die Eiqualität und damit die Vorbereitung auf die Zucht ist die Wachstums- und Aufzuchtphase der Jungtiere im Nest. Sie ist der alles entscheidende Faktor für den weiteren Entwicklungs- und Karriereverlauf einer Taube. Wie selbstverständlich schaut jeder Sportfreund bei den abzusetzenden Jungtieren nach Mängel (z. B. im Gefieder), die in den ersten vier Lebenswochen entstanden sein können.

Es gibt kein anderes vergleichbares Wirbeltier, das mit einer derart rasanten Geschwindigkeit in den ersten Lebenswochen sein Gewicht vervielfacht. Man muss sich nur den gelb beflaumten, frisch geschlüpften Nestling im Vergleich zum vier Wochen älteren, fast fertigen Vogel vor Augen führen. Der Bedeutung dieser ersten Lebenswochen darf sich kein Züchter verschließen.

Gerade aufgrund des schnellen Wachstums ist der Weg vom frisch geschlüpften Nestling bis hin zur fertigen, gut aufgewachsenen Jungtaube mit zahlreichen Risiken belastet. Die für den Züchter erkennbaren und entscheidenden Symptome einer nicht ausreichenden Entwicklung sind in erster Linie mangelndes Wachstum und schlechte Beschaffenheit des Kotes. Meist ist ein Jungtier im Nest stärker betroffen als das andere.

Die Ursachen für Aufzuchtprobleme können vielfältig sein. Im wesentlichen müssen dabei infektiöse (d. h. durch Krankheitserreger hervorgerufene) von nicht infektiösen unterschieden werden. Den weitaus größeren Teil der massiven Aufzuchtprobleme mit sichtbaren Symptomen bis hin zu Todesfällen geht allerdings auf infektiöse Krankheitserreger zurück.

Im Rahmen von Untersuchungen treffen wir vorrangig auf die klassischen Erreger, die auch die Alttauben belasten. Häufige Problemerreger stellen immer noch die Trichomonaden dar, auch wenn es die klassische Nabelform bei den Nestlingen, wie es sie früher gab, nicht mehr häufig anzutreffen ist. Aber gerade in den Zeiten, in denen vieler Orten Tiere ausschließlich mit natürlichen Präparaten gesund erhalten werden sollen und u. U. auf vorbeugende Kuren gegen Trichomonaden verzichtet wird, kommt es zu Problemen in der Aufzuchtphase.

Dem aufmerksamen Züchter entgeht dabei nicht die nachlassende Kondition der Elterntiere und vor allem ihre verminderte Fütterungsintensität. Hüten Sie sich vor dem Einsatz von dimetridazolhaltigen Produkten in der Aufzuchtphase. Diese können im Einzelfall zu zentralnervösen Schädigungen führen.

Weitere häufige Erreger, die mangelndes Wachstum und vor allem schlechten Kot nach sich ziehen, sind Kokzidien. Nicht selten gibt es Bestände, in denen die Tauben eine manifeste Kokzidiose entwickeln, wie wir sie von Alttauben so gut wie gar nicht mehr kennen. Die Behandlung in der Nestlingsphase stellt kein Problem dar, lediglich die erforderliche Desinfektion wirft Probleme auf. Am besten entfernt man die Jung- und Alttiere für kurze Zeit aus dem Schlag und brennt das Abteil intensiv aus. Anschließend werden die Jungen in frischen Nisttellern platziert.

Eine ausgebrochene Salmonelleninfektion in der Brut- und Aufzuchtphase ist eine massive Behinderung der Zucht. Meist kündigt sich drohendes Unheil durch schlechte Legeergebnisse, abgestorbene Embryonen und als Folge ungeschlüpfte Eier an. Die Alttauben zeigen ein schlechtes Allgemeinbefinden, dünnen Kot und starken Gewichtsverlust. Unbefriedigendes Wachstum, verdickte, stark entzündete Gelenke bis hin zu akuten Todesfällen im Alter von 6 bis 10 Tagen sind weitere typische Symptome bei den Jungtieren im Nest. Meist sind innerhalb kurzer Zeit viele Paare betroffen.

Eine sofortige antibiotische Therapie schafft schnelle Besserung, das Wachstumsdefizit der erkrankten Tiere ist jedoch nicht mehr aufzuholen. Bei sezierten Jungtauben werden die massiven Veränderungen in der Leber deutlich, die bei den überlebenden Tieren einen Einsatz als Leistungstaube unwahrscheinlich machen. Auch hier ist die Desinfektion ein großes Problem. Viele Sportfreunde sind nicht bereit, die Zucht zu unterbrechen, um die erforderliche Keimreduktion vorzunehmen. Beschränken sich die Züchter auf die antibiotische Therapie und züchten mit den zuvor erkrankten Paaren weiter, gibt es regelmäßig Rückfälle. Aber trotz Desinfektion und Antibiose muss, um weitere Rückfälle zu vermeiden, nach der Zucht eine Impfung des Gesamtbestandes erfolgen.

Neben diesen Erregern können eine Vielzahl weiterer klassischer Krankheitserreger (Würmer, Chlamydien oder andere bakterielle Erreger) zu Aufzuchtproblemen führen. Wichtig ist im Krankheitsfall, den spezialisierten Tierarzt aufzusuchen, um den tatsächlichen Erreger zu ermitteln und schnell Abhilfe zu schaffen.

Neben den infektiösen Aufzuchtproblemen gibt es nichtinfektiöse, die meist auf Versorgungsengpässe zurückzuführen sind, wobei es klassische Erkrankungen infolge von Mangelversorgung nur noch selten gibt. Vielmehr erfordert unser heutiges System eine exzellent aufgewachsene Jungtaube, um den späteren Leistungsanforderungen gerecht zu werden. Gerade in der Optimierung dieser Aufzuchtphase durch eine sehr gute Versorgung liegt für viele Züchter weitgehend ungenutztes Potenzial. Betreiben Sie die Aufzucht Ihrer Jungtauben mit der gleichen Intensität wie die Versorgung der Reisemannschaft, werden Sie schnell feststellen, dass nasser Kot und nasse Nester seltener auftreten.

Nach einer erfolgreichen Aufzuchtphase sollten Sie nicht zu spät mit dem Absetzen der Jungen beginnen. Es bietet sich an, die Tiere bereits nach rd. 15 Tagen auf den Boden in eine Strohecke zu setzen. Die Zuchtpaare kümmern sich um alle Tiere. Die Jungen lernen schneller das selbstständige Fressen und erfahren durch die Haltung schon eine erste Immunstimulation.

Wenden Sie beim Absetzen keine prophylaktischen Trichomonadenmittel an. Die Jungtauben sollen sich mit den Trichomonaden in den ersten Lebenswochen auseinandersetzen. Gehen Sie gfs. einige Wochen später zum Tierarzt und lassen einige Kontrollabstriche vornehmen. Haben Sie sich für ein Vorsorgesystem mit Blick auf die Jungtaubenkrankheit entschieden, sollten Sie direkt nach dem Absetzen damit beginnen. Die vielfach pflanzlichen Präparate erzielen Ihre Wirksamkeit in der Regel über eine Kontinuität in der Anwendung. Noch haben Sie den Zeitfaktor auf Ihrer Seite.

René Becker


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