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Home  Taubengesundheit  Paramyxovirus (Teil 2)  Vorsicht bei einem missglückten Start 

Vorsicht bei einem missglückten Start

Tierarzt René Becker über die medizinische Vorsorge

Tierarzt René Becker
Tierarzt René Becker

Der Startschuß ist gefallen und aller Orten haben die Reisevereinigungen ihre ersten Wettflüge veranstaltet. Manche Hoffnungen, die der ein oder andere Züchter in seine Reisemannschaft gesetzt hat, sind schon zu Beginn der neuen Saison wie Seifenblasen zerplatzt – ablesbar an den ernüchternden Ergebnissen in der Preisliste.

Ist der Start in die neue Saison nicht wunschgemäß verlaufen, muß zunächst hinterfragt werden, ob u. U. in der Vorbereitung entscheidende Fehler gemacht wurden. Waren die gesundheitlichen Kontrollen ausreichend und wurde z. B. der bei einer Kontrolle nachgewiesene starke Trichomonadenbefall effektiv bekämpft? Und ist die in diesen Fällen wichtige Therapiekontrolle erfolgt? Wie lange liegt die letzte Kotkontrolle zurück oder datiert sie vielleicht noch aus dem Januar? Wie war der Zustand der Schleimhäute zu Beginn der Vortouren? Wurde ein Chlamydientest durchgeführt? Jeder einzelne dieser Punkte kann für einen missglückten Saisonstart verantwortlich sein. Nicht selten sind es gerade die unterschwellig vorhandenen Infektionen, die ohne den Besuch beim Tierarzt nicht erkannt werden. Bei Unregelmäßigkeiten im Verlauf der Vorflüge kommen diese zum Ausbruch und sorgen in der Folge für schlechte Ergebnisse.

Die Tiere machen häufig zunächst einen hervorragenden Eindruck, so dass der Züchter keine Einschränkung der Fitness vermutet. Erst durch erhöhte Belastung kommt es relativ schnell zum Ausbruch der Erkrankung. Schleimhautinfektionen im Rachenbereich entstehen – ausgehend von einem nicht optimalen Ausgangszustand – relativ schnell bei feuchtkalter Witterung und längeren Flugzeiten aufgrund unregelmäßig verlaufender Vorflüge. Abzuwarten oder gar selber blind zu therapieren, verschlimmert die Situation meist. Der schnelle Gang zum spezialisierten Tierarzt birgt in der Regel die beste Chance, größeres Unheil abzuwehren. Bei gänzlich unvorbereiteten Tauben, bei denen sich die gesundheitlichen Probleme häufen, ist die Situation weitaus schwieriger und nicht immer gelingt es rechtzeitig, das Ruder herumzureißen.

Generell empfehlen wir selbst den optimal vorbereiteten Beständen rechtzeitige und regelmäßige Kontrollen durchzuführen. Der Saisonbeginn Ende April/Anfang Mai birgt die Gefahr von Atemwegs- und Schleimhautinfektionen, bedingt durch unbeständiges und kaltes Wetter sowie die Ansteckungsgefahr im Kabinenexpress. Eine derartige Kontrolle muß vom Aufwand her nicht den Umfang einer eingehenden Frühjahrsuntersuchung haben.

Die Beurteilung der Tauben und Abstriche aus Kropf und Kloake geben bei Beständen, die der gesundheitliche Betreuung unterliegen, wertvolle Hinweise auf den jeweiligen Konditionsstand. Im Bedarfsfall kann eine Behandlung durchgeführt werden. Bei der Wahl des Medikamentes orientiert man sich am Resistenztest. Meist sind es die schleimhauteigenen Keime, die im Laufe der Saison durch eine zunehmende Besiedlung Infektionen im Rachenbereich auslösen.

Neuinfektionen oder der Ausbruch einer latent vorhandenen Chlamydieninfektion sind nie auszuschließen und müssen u. U. ebenfalls Beachtung finden. Die in diesen Fällen verschriebenen Präparate basieren auf weitreichende Erfahrungen bei der Behandlung entsprechender Infektionen. Ist die Leistung bis zur Kontrolle hin ansprechend und lässt sich kein behandlungswürdiger Befund erheben, unterlässt man eine Behandlung und verfährt weiter mit seinem Versorgungsprogramm.

Eine weitere Kontrolle sollte erneut in rd. drei Wochen erfolgen. Diesen Rhythmus gilt es, bis zum Ende der Wettflüge beizubehalten. Mangelt es an der Zeit, Kontrollen durchführen zu lassen oder wohnt der spezialisierte Tierarzt zu weit entfernt, empfiehlt sich im Rahmen einer sog. “Metaphylaxe” der Einsatz erforderlicher Präparate. Die Behandlung gegen Trichomonaden ist die wichtigste dieser Maßnahmen. Wir empfehlen den Einsatz von “Chevicol” über zwei Tage nach dem Flug im Abstand von rd. drei Wochen. Zu einer Kontrolle gehört auch die parasitologische Durchsicht des Kotes. Nicht selten vermehren sich Kokzidien auf ein behandlungswürdiges Maß. Stärkere Befälle könne die Leistung massiv beeinflussen. Mit einem Präparat wie “Appertex” sind die Kokzidien schnell und sicher zu behandeln.

Sofern keine Möglichkeit zur Kontrolle besteht und in Ihrem Bestand regelmäßig Kokzidien nachgewiesen sind, sollte in der Saison einmal eine Behandlung mit “Appertex” durchgeführt werden. Setzen sie dieses Präparat nicht zu häufig ein, da in diesem Fall die Taube ihren Abwehraufwand stark reduziert und die Abstände zwischen den notwendigen Behandlungen immer kürzer werden. Eine sehr gute Unterstützung bei der Bekämpfung der Kokzidien stellen die Oreganumpräparate dar. In jedem guten Reiseversorgungsplan sollte ein Präparat mit den Wirkstoffen aus dem “Oreganum” vorhanden sein.

Trotz der allgemeinen Inanspruchnahme mit der Versorgung der Reisetiere sollten die Jungtauben nicht vergessen werden. Wichtiger Schritt zur Vermeidung des Ausbruchs der Jungtierkrankheit ist die gezielte Vorsorge. Führen Sie sich alle Punkte noch einmal vor Augen und überlegen Sie, welche bisher beherzigt und umgesetzt worden sind bzw. wo dringend Nachholbedarf besteht.

Trennen Sie die einzelnen Zuchten, soweit es Ihnen möglich ist. Hören Sie frühzeitig mit der Zucht auf. Setzen Sie keine ganz späten Jungen mehr nach. Impfen Sie rechtzeitig die Jungtiere gegen Paramyxovirose und – wenn dies gut überstanden wurde – auch gegen Salmonellen. Verbessern Sie die Haltungsbedingungen, indem Sie die Schläge geringer besetzen und dem Nachwuchs eine Voliere zur Verfügung stellen. Lassen Sie regelmäßige Kontrollen bei einem Tierarzt durchführen und zögern Sie nicht zu lange bei der Behandlung von Trichomonaden- und Hexamitenbefällen.

Optimieren Sie die Versorgung der Jungtauben und führen Sie ein gewähltes Vorsorgekonzept konsequent durch. Wir haben unsere Empfehlungen ausgeweitet und durch das mit der Firma Dr. Wolz gemeinsam entwickelte “Petogen Protector 4” ein neues Produkt im Kampf gegen die Jungtaubenkrankheit in unseren Plan integriert. Entscheidender Aspekt bei jedem Vorsorgeplan bleibt aufgrund der vielfach verwendeten natürlichen Wirkstoffe die Regelmäßigkeit der Anwendung.

René Becker, prakt. Tierarzt


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