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Umfassender Gesundheitscheck

Tierarzt René Becker über die medizinische Vorsorge

Tierarzt René Becker
Tierarzt René Becker

Im März ist die Zeit für die Frühjahrs-Generaluntersuchung gekommen. Läßt man die erforderlichen Untersuchungen bis Mitte des Monats durchführen, bleibt genügend Zeit, um etwaige Behandlungen vor dem Start der Vorflüge erledigt zu haben. Die Tauben sollten bei der Vorstellung frei von Trichomonaden sein. Der Abstrich aus Kropf und Rachen ist weit aussagekräftiger, wenn keine Trichomonaden auf den Schleimhäuten vorhanden sind. Die Trichomonaden haben in der Regel stets bakterielle Sekundärinfektionen zur Folge, so dass eine Beurteilung der Haltungsbedingungen anhand der Schleimhäute u. U. relativ schwierig ist. Sind die Tiere jedoch trichomonadenfrei, kann man anhand des erkennbaren Schleimhautbildes einfacher Rückschlüsse auf Schlagverhältnisse, Taubenqualität etc. ziehen.

Die Trichomonadenbehandlung im Frühjahr bleibt aufgrund ihrer Häufigkeit und den sich anschließenden Problemen die einzige obligatorische Medikamentenbehandlung. Lediglich Bestände, die eine große Anzahl Tauben untersuchen lassen und keinen positiven Befund erkennen lassen, können auf diese Behandlung verzichten. Selbst dann bleibt jedoch die Gefahr einzelner stark infizierter Tiere, die in der Saison eine Infektionsquelle für die gesamte Reisemannschaft darstellen.

Wichtig ist bei der Behandlung, diese ausreichend lange durchzuführen, da besonders bei kälterer Witterung die Tiere weniger Wasser aufnehmen. Neben einer Dosisanpassung an die aufgenommen Wassermenge empfiehlt es sich, die empfohlene Therapiedauer ggfs. ein bis zwei Tage zu verlängern. Alternativ kann das Präparat über das Futter verabreicht werden. Dazu muss man es jedoch zunächst in einem geeigneten Trägermedium lösen, um eine gleichmäßige Verteilung zu gewährleisten. Dazu eignen sich kleine Mengen flüssiger Hefe oder Moorkonzentrat. Zur Behandlung empfehlen wir Ridzol 10 %ig oder Chevicol. Beides sind verschreibungspflichtige Präparate, die sich in der Trichomondaden-Therapie bewährt haben. Die Behandlungsdauer sollte sich über mindestens sechs Tage erstrecken.

Die im März durchzuführenden Untersuchungen beinhalten neben der mikroskopischen Beurteilung von Abstrichen aus Kropf, Rachen und Kloake eine bakteriologische Untersuchung von Ausstrichen derselben Herkunft. Von den isolierten Bakterien wird ein sog. Antibiogramm oder Resistogramm hergestellt, das Auskunft über die Resistenzlage der isolierten Bakterien gibt. Je nach Art und Menge der isolierten Bakterien muß sich u. U. eine Behandlung mit einem geeigneten Antibiotikum anschließen.

Eine notwendige Behandlung ergibt sich jedoch erst gemeinsam mit dem via Bildschirm gewonnenem Eindruck der Schleimhäute und dem Zustand der vorgestellten Tauben, die selbstverständlich einer Handkontrolle unterzogen werden. Das “in die Hand nehmen” zur Kontrolle von Gefiederzustand, Beurteilung der Muskulatur, Adspektion des Rachens usw. ist ein wesentlicher Teil einer tierärztlichen Allgemeinuntersuchung, die jeder weitergehenden Spezialuntersuchung vorangestellt werden muss. Dem brieftaubenkundigen Tierarzt liefert sie wertvolle Hinweise auf etwaige Probleme bezüglich Schlagmilieu, Versorgung, Führung etc.

Die Kotuntersuchung beinhaltet neben der parasitologischen die Untersuchung auf Darmbakterien, speziell auf Salmonellen und die Durchführung eines Chlamydientestes. Nicht selten werden trotz fehlender Symptomatik Chlamydien nachgewiesen, die im Verlauf einer kräftezehrenden Reisesaison ausbrechen können. Je nachdem, ob z. B. Junge gezogen werden oder nicht, ob ein oder zweimal angepaart wird etc., muss individuell mit jedem Züchter die weitere Vorgehensweise bis zur Reise besprochen werden. Entsprechend der Ergebnisse wird ein Behandlungsplan erstellt. Dieser beinhaltet stets die Empfehlung der Therapiekontrolle sowie der weiteren Kontrolle und Vorgehensweise während der Saion.

Vielfach kommt es zu einer Überschneidung von Zucht und notwendigen Behandlungen. Ab einem gewissem Alter und bei der Wahl des richtigen Medikamentes stellt die Behandlung der Alttiere mit Jungtauben im Nest kein Problem dar.

Wenn Sie die Empfehlungen einer Kontrolle der Tauben und einer Kotprobe früh im Jahr beherzigt haben, dürfte eine positive Wurmdiagnose erspart bleiben. Falls in der im März untersuchten Kotprobe Kokzidien vorhanden sind, hängt die Notwendigkeit einer Behandlung stark von der Befallsstärke ab. Sind die Befälle hoch- oder mittelgradig, raten wir zu einer sofortigen Behandlung mit “Appertex” und einer anschließenden Desinfektion oder einem Ausbrennen des Schlages. Bei geringen Befällen empfehlen wir die Behandlung bis zu den Vortouren herauszuzögern, um den Tauben die Möglichkeit zu geben, selber mit dem Erreger fertig zu werden.

Im März ist ebenfalls ein geeigneter Zeitpunkt, um vorhandene Ektoparasiten zu bekämpfen. Das von uns eingesetzte Tropfpräparat sorgt für ein sicheres Absterben der Federlinge, ohne die Tiere zu stark zu belasten. Jeder Badewasserzusatz oder jedes Sprühpräparat auf Insektizidbasis belastet die Tauben ungleich mehr, und garantiert aufgrund der schwierigen Dosierung häufig nicht den versprochenen Erfolg.

Im Zuge weiterer Entwicklungen gibt es zur Saison 2005 einige interessante Neuigkeiten auf dem Gebiet der Versorgung. In Zusammenarbeit mit der Firma Dr. Wolz wurden u. a. zwei neue Präparate entwickelt. Zum einen wurde das bekannte “Zelloxygen plus” zu einem speziell für Tauben konzipierten Produkt weiterentwickelt. Dies schlägt sich im wesentlichen in dem erhöhten Gehalt an für Brieftauben wichtigen Vitaminen B 12, C und E nieder.

Zum anderen wurde ein Produkt für den Bereich der Versorgung der Jungtauben entwickelt. Diese Präparat mit dem Namen “Petogen Protector 4” enthält neben dem qualitativ sehr hochwertigen Kolostrum das bekannte Eipulver sowie die nachgewiesen abwehrsteigernden Glucane aus der Hefe und Chicorée-Extrakt, welcher den Nährstoff für die physiologische Darmflora liefert. Neben dem Einsatz bei Jungtieren empfehlen wir auch bei den Alttauben während der Reisesaison den Einsatz zu Wochenbeginn.

René Becker, prakt. Tierarzt


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