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Home  Taubengesundheit  Paramyxovirus (Teil 2)  Circovirus gilt als Hauptverursacher 

Circovirus gilt als Hauptverursacher

Tierarzt René Becker über die medizinische Vorsorge

Tierarzt René Becker
Tierarzt René Becker

Zum nunmehr dritten Mal fand im Rahmen der Verbandstage in Dortmund ein internes Treffen des Arbeitskreises “Jungtaubenkrankheit” statt, um die aktuellen Ergebnisse der bisherigen Untersuchungen mit den beteiligten Tierärzten zu diskutieren. Bereits im vergangenen Jahr wurden an dieser Stelle die Auswertung der Züchter-Fragebogenaktion sowie erste Ergebnisse vorgestellt.

Nachdem die wesentlichen Grundlagenuntersuchungen abgeschlossen sind, liegen nun verlässliche Daten zu Ursachen, zum Verlauf, den begünstigenden Faktoren für einen Ausbruch sowie zur Therapie der Jungtaubenkrankheit vor. Zunächst wurden von Herrn Schmidt, dem untersuchenden Tierarzt am Institut für Vogelkrankheiten an der Universität Leipzig die Ergebnisse der Sektion und parasitologischen, bakteriologischen und mykologischen Untersuchungen vorgetragen.

Erneut wurde auf die wesentlichen Erkenntnisse, resultierend aus der Fragebogenaktion, verwiesen. Als begünstigende Faktoren für einen Ausbruch der Jungtaubenkrankheit wurden vor allem das Alter der Tauben (4 bis 16 Wochen), hohe Temperaturen, eiweißreiches Futter, dichte Besetzung der Schläge und das Halten auf Dachbodenschlägen ermittelt. Eiweißarmes Futter, Ölzusätze und die Verhinderung der o. g. Faktoren verringern die Häufigkeit von Ausbrüchen bzw. beschleunigen die Erholung erkrankter Tauben.

Bei der Untersuchung der eingesandten Tiere konnten jeweils starke Organveränderungen ermittelt werden, die besonders im zentralen Abwehrorgan (Bursa Fabricii) deutlich wurden. Die dort vorhandenen Abwehrzellen waren stark reduziert und/oder geschädigt und wiesen in vielen Fällen die bei einer Circovirusinfektion typischen Einschlusskörperchen auf. Ähnliche Befunde waren auch an anderen Organen zu erheben. Viele Tiere zeigten deutliche Septikämieerscheinungen, d. h. Anzeichen einer Blutvergiftung, verursacht durch das Eindringen von Bakterien in den Körper. Besonders stark ausgeprägt waren diese Symptome und Befunde bei stark erkrankten Jungtauben.

Bei einem hohen Prozentsatz der erkrankten Tiere wurden Hexamiten im Darmabstrich festgestellt und bei nahezu allen erkrankten Tauben Coli-Bakterien isoliert. Erstaunlich hoch war ebenfalls der Prozentsatz mit mykologischen Befunden, d. h. Tiere, bei denen vor allem im Darm Hefepilze oder in der Lunge Schimmelpilze gefunden wurden. Die bei allen erkrankten Tauben in hohem Maße gefundenen Coli-Bakterien wurden am dafür zuständigen Bundesinstitut einer sog. Pathogenitätsprüfung unterzogen, d. h. sie wurden auf für Tauben krankmachende Faktoren untersucht. Diese konnten bei einigen Stämmen tatsächlich gefunden werden. Die Untersuhung auf die beim Menschen gefürchteten Enterotoxine verlief bis jetzt negativ.

Von großer Bedeutung ist, dass ein Stamm isoliert wurde, der bei Kühen eine Euterentzündung verursacht. Aus dem Vorbericht der Trägertiere konnte ermittelt werden, dass dieser Züchter Kolostrum direkt vom Bauern verabreichte. Trotz vielfacher Erfolge mit dem Direkteinsatz von Kolostrum müssen aufgrund dieses Befundes Bedenken angemeldet werden und es ist generell Vorsicht beim Einsatz derartiger Produkte geboten.

Die virologischen Ergebnisse wurden von Herrn Dr. Raue, ebenfalls von der Universität Leipzig, vorgetragen. Bereits im vergangenen Jahr deuteten erste Ergebnisse darauf hin, dass ein Circovirus einen Großteil der Verantwortung für den Ausbruch der Jungtaubenkrankheit trägt. Dies wurde durch weiterführende Untersuchungen untermauert. Bei allen untersuchten und erkrankten Tauben konnten, wie es sich in der mikroskopischen Untersuchung der Gewebeproben andeutete, Circoviren nachgewiesen werden. Ebenfalls konnte bei 50% der gesunden Tauben das Circovirus DAN isoliert werden.

Die Virusgehalte waren jedoch, soweit die Untersuchungsmethode eine Bewertung zulässt, bei den erkrankten Tauben höher. In einer Vielzahl der Organe (u. a. in der Haut, im Blut und Kot) konnte das Virus nachgewiesen werden. In untersuchten Eiern aus erkrankten Beständen war jedoch kein Virus nachweisbar. Diese Ergebnisse liefern erste wichtige Erkenntnisse hinsichtlich der möglichen Übertragung. Diese erfolgt demnach nicht über das Ei, sondern über Kot, Federstaub, Kropfmilch etc.

Anhand dieser Ergebnisse lässt sich mit großer Sicherheit die Entstehungskaskade der Jungtaubenkrankheit beschreiben. Zunächst gibt es scheinbar eine Prävalenz, d. h. ein Vorhandensein des Virus in der Population. Trigger-Faktoren wie Stress, Hitze, Überbesetzung und/oder andere Erkrankungen begünstigen die Virus-Vermehrung. Das Abwehrsystem der Taube wird stark geschwächt und droht zusammenzubrechen. Vorhandene Erreger wie Hexamiten, Coli-Keime und Pilze vermehren sich und führen zu einer Dysbakteriose im Darm. Durch die geschädigte Darmwand dringen Bakterien in den Körper ein und führen zum Tod des Tieres.

Auch wenn sich diese Ergebnisse mit den schon seit langer Zeit auch von unserer Seite geführten Vermutungen und Erkenntnissen decken, war es wichtig, diese Vermutungen wissenschaftlich zu untermauern und das Circovirus als den Hauptverursacher auszumachen. Gerade im Hinblick auf das Virus steckt die Forschungsarbeit noch in den Kinderschuhen. Es gibt weiterhin zu viele Unklarheiten, die durch weitere Untersuchungen abgeklärt werden müssen, um den Weg für einen Impfstoff freizumachen.

Erste Bemühungen in Richtung Impfstoffentwicklung gibt es zwar, dennoch wird bis zur Bereitstellung vermutlich noch viel Zeit vergehen. In der Therapie müssen wir uns daher auf bewährte Rezepte verlassen und die neuen Ergebnisse mit einbeziehen. So wurden bei der Empfindlichkeitsprüfung der Coli-Keime bestimmte Antibiotika ermittelt, die eine gute Wirksamkeit bei der Bekämpfung zeigten.

Zudem wurde bestätigt, dass “Ronidazol” das wirksamste Präparat zur Bekämpfung der Hexamiten ist. Bereits bewährte Produkte, die die Versorgung der Tauben sichern und auf natürliche Weise helfen, von dieser Faktorenerkrankung verschont zu bleiben, müssen optimiert werden und einen forcierten Einsatz erfahren. Nach einer Testphase im vergangenem Jahr bieten wir in diesem Jahr teils neue und verbesserte bewährte Produkte zur Bekämpfung der Jungtaubenkrankheit an.

René Becker, prakt. Tierarzt


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