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Kontrolliert zur “Naturschiene”

Tierarzt René Becker über die medizinische Vorsorge

Tierarzt René Becker
Tierarzt René Becker

Für viele Züchter steht mit Blick auf die Verbandstage in Dortmund die Entscheidung über die Versorgung ihrer Tiere mit Futter und Ergänzungsfuttermitteln in der neuen Saison an. Welche Präparate sind einzusetzen, um Erfolge zu verbessern? Was muß vorbeugend getan werden, um u. U. die gefürchtete Jungtaubenkrankheit nicht erleben zu müssen?

Dass die Tage in Dortmund genutzt werden, sich mit notwendigen Produkten einzudecken, hat Tradition, obwohl Postversand und eine gute Vertriebsstruktur der Händler manchem Züchter das Tütenschleppen erspart. Die meisten Sportfreunde stehen kurz vor der Anpaarung ihrer Tauben bzw. haben längst angepaart, und die Vorbereitung für das Reisejahr 2005 läuft bereits auf Hochtouren.

Lassen Sie sich nicht von Versprechen im Hinblick auf gesundheitliche Aspekte verleiten. Leider wird vielen Ergänzungsfuttermitteln immer noch eine geradezu heilende Wirkung bei bestimmten Krankheiten zugeschrieben. Vergessen Sie nicht, dass Sie es nicht mit Medikamenten zu tun haben. Diese erhalten Sie nur beim Tierarzt.

Viele pflanzliche bzw. natürliche Präparate haben eine gute Qualität und leisten im Bereich der Vorbeugung von Krankheiten, Verbesserung des Allgemeinzustandes und des Formaufbaues hervorragende Dienste. Eine manifeste, d. h. ausgebrochene Erkrankung oder eine Abtötung bestimmter Erreger kann damit nur selten erreicht werden.

Viele Züchter verlassen sich auf die Versprechen mancher Ergänzungsfuttermittelanbieter, wollen in Zukunft nur noch die sog,. “Naturschiene” fahren und erleben nicht selten ein Fiasko. Möchten Sie ohne oder mit stark reduziertem Medikamenteneinsatz erfolgreich den Sport betreiben, sind die angebotenen natürlichen Präparate wertvolle Helfer. Viele Züchter verstehen aber darunter nicht nur den Verzicht auf Medikamente, sondern zudem den Verzicht auf jedwede Gesundheitskontrolle. Das Gegenteil ist erforderlich!

Entschließen Sie sich z. B. mit weniger Behandlungen gegen Trichomonaden in Zukunft auskommen zu wollen, sind gerade in diesem Fall häufige Kontrollen des jeweiligen Status erforderlich. Eine Reduktion des Medikamenteneinsatzes wird in den meisten Fällen nur unter Kontrolle und Begleitung eines Tierarztes erfolgreich sein.

In diesen Wochen werden uns wieder die Folgen einer nicht optimal verlaufenen Mauser präsentiert. Die Ursachen für die verschiedenen Arten von Gefiederveränderungen sind vielfältig und nicht in jedem Fall nachvollziehbar. Eine weit verbreitete Störung des physiologischen Mauserablaufes ist das nicht vollständige Durchmausern, d.h. das Stehenlassen von Federn. Häufig finden wir dies bei zuvor verdunkelten Jungtauben, die in den Monaten der Mauser nicht entsprechend geführt wurden. Vielfach reicht ein wenig Geduld, denn nicht selten wird die ein oder andere Feder bei entsprechender Verfassung noch zeitig im Frühjahr gemausert.

Wenn nicht, ist dies kein Beinbruch. Lassen Sie die Tiere einfach mit ihren Nestfedern fliegen. Dies tut der Leistung meist keinen Abbruch. Sie müssen nur darauf achten, wann diese Feder geworfen wird und das Tier dann stoppen. Ein Abschneiden und späteres Ziehen ist ebenfalls möglich, birgt aber die Gefahr einer Verletzung der Federbildungszone, was eine dauerhafte Missbildung zur Folge haben kann. Diese Option sollte man sich für Extremfälle aufbewahren.

Vielfach werden Tauben in der Praxis vorgestellt, bei denen eine Feder nicht neu gekommen ist. Die alte Feder wurde zwar geworfen, aber keine neue nachgeschoben. Untersucht man diese Tiere genauer, ist diese Feder unmittelbar vor ihrem Austritt aus der Haut abgebrochen. Hält dieser Zustand mehrere Wochen an, ist nicht selten das Federbett entzündet. In diesen Fällen ist es recht schwierig, brüchig gewordene Federreste zu entfernen. In jedem Fall muß zusätzlich eine antibiotische Behandlung der Entzündung erfolgen. Leider ist die Federbildungszone durch die Entzündung vielfach nachhaltig gestört, so dass unter Umständen gar keine neue Feder mehr nachgeschoben wird. Dies passiert gelegentlich, wenn sich nach dem normalen Werfen einer Feder das nun offenstehende Federbett mit Keimen entzündet.

Immer wieder treten Tiere mit sog. Blutkielen auf. In diesen Fällen wird die Feder relativ lang ausgeschoben, ist aber immer noch größtenteils von einem blutigen Kiel umschlossen. Diese Kiele platzen auf und führen zu starken Blutungen. Läßt man diese Tauben gewähren, befreit sich die Feder mit der Zeit aus dem Kiel, ist jedoch in ihrer Qualität stark beschädigt.

Salmonellen werden immer wieder als mögliche Verursacher genannt. Wer unseren Empfehlungen einer Impfung folgt, muß sich in jedem Fall bezüglich dieses Erregers keine Sorgen machen. Scheinbar gibt es eine erbliche Komponente. Nicht selten sind verwandte Tauben betroffen. Dies kann mit einer Salmonelleninfektion der Ausgangstiere, die diese an ihre Nachkommen weitergeben, zusammenhängen. Soll die betroffene Taube in jedem Fall gereist werden und ist die Feder stark beschädigt, bleibt leider keine andere Wahl, als die Feder auf ein Drittel ihrer Länge zu kürzen und nach rd. weiteren zwei Wochen zu ziehen oder das Tier ein Jahr pausieren zu lassen.

Hat man bis dato keine Impfung gegen Salmonellen durchgeführt, sollte man sich zumindest Gedanken darüber machen. Entdeckt man nach der Mauser ausgefranste Federn, vor allem unter dem Flügel, sind nicht selten Parasiten dafür verantwortlich. Jetzt wird es Zeit, mit einem geeigneten Präparat die meist verantwortlichen Federlinge zu bekämpfen. Das von uns verwendete Tropfpräparat tötet nach einmaliger Anwendung sicher alle Ektoparasiten ab.
Federschäden wie Wasserzeichen oder ausgefranste Spitzen der Schwingen sind meist Folgen eines Ausbleibens oder schweren Fluges zum Zeitpunkt der Mauser dieser Feder. Betrifft es allerdings die letzten Schwingen, war der Gesundheitszustand in der Hauptmauser nach der Reise nicht optimal und eine Untersuchung der Tiere ist dringend anzuraten.

Die uns allen bekannten “Herzfedern” unter dem Flügel der Taube sollen ein Qualitätsmerkmal sein. Groß, lang, möglichst rechteckig und gut ausgebildet sehen wir sie gern. Die Art und Weise, wie sich diese Federn nach der Mauser präsentieren, ist ein untrügliche Zeichen, wie die Mauser generell verlaufen ist und in welchen Zustand sich die Tiere präsentierten. Befinden sich die “Herzfedern” in einwandfreiem Zustand und sind gestaltet, wie wir es uns wünschen, darf man im folgenden Reisejahr auf diese Taube als Leistungsträger hoffen. 

René Becker, prakt. Tierarzt


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