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Versorgung in der Ruhezeit

Tierarzt René Becker über die medizinische Vorsorge

Tierarzt René Becker
Tierarzt René Becker

In den nun anstehenden Ruhemonaten rückt die spezielle Versorgung der Reisemannschaft ins Blickfeld jedes Züchters. Unterschiedliche Führungsmethoden sind in den vergangenen Jahren propagiert worden. Allen ist gemein, dass sie das sog. “Herunterfahren” der Tiere empfehlen. Vieler Orten wird dies durch einen hohen Prozentsatz an rohfaserreichem Futter (z. B. Gerste) oder durch zeitweilige Gemüsekuren erreicht.

Ohne Zweifel ist dem frisch verabreichten Gemüse seine positive Wirkung nicht abzusprechen, wenn man sich die Inhaltsstoffe wie Vitamine, Mineralien, sekundäre Pflanzenstoffe etc. ansieht. Dennoch ist bei der Taube als Körnerfresser Vorsicht geboten. Die alleinige Gemüsefütterung über einen längeren Zeitraum kann zu einer sog. “Atonie” des Kropfes führen. D. h. der Weitertransport der Nahrung in den Magen kommt zum Erliegen. Deshalb sollte zumindest ein Teil der Ration auch während einer Gemüsekur aus Körnerfutter bestehen.

Auch einem zu hohem Gersteanteil muss man kritisch gegenüberstehen. Diese sehr einseitige Ernährung kann über die Länge der Verabreichung schnell zu einer Mangelernährung führen. Zwar sollte die Fütterung den jeweiligen Belastungen angepasst sein, d. h. sie kann während der Wintermonate rohfaserreicher und energieärmer, dennoch dürfen Mangelsituationen nicht entstehen. Alle Organsysteme müssen nach wie vor mit den notwendigen Wirkstoffen versorgt werden.

Verlassen Sie sich bei der Wahl ihres Winterfutters auf die bekannten Futtermittelfirmen. Den angebotenen Mischungen liegt in der Regel eine genaue Erforschung des Bedarfes zu Grunde. Wichtig ist zudem eine mengenmäßig angepasste Fütterung. Leider kommt es gerade bei weiblichen Tieren verschiedentlich zu übermäßigen Fettablagerungen in der Unterhaut und Bauchhöhle. Kostabzug und forciertes Training führen im Frühjahr meist zu einem raschen Gewichtsverlust. Dennoch bleiben häufig größere Mengen Fett in der Bauchhöhle zurück, ohne dass dieser Umstand vom Züchter zu erkennen ist. Dieses Fettgewebe kann sowohl die Legetätigkeit als auch das Leistungsvermögen negativ beeinflussen.

Bevorzugt wird die Winterperiode genutzt, um über den Einsatz natürlicher Produkte die Abwehrkraft der Tauben zu stärken und ein stabiles Milieu im Darm entstehen zu lassen. Um die Wirkstoffversorgung in den Wintermonaten zu garantieren, empfehlen wir den wöchentlichen Einsatz des “Compakt-Eins” im Wechsel mit Zelloxygen und Lecithin. Zur Steigerung der Abwehr und Reduktion schädlicher Keime in Darm verabreicht man das Oreganum-Präparat “Enterosan” in Verbindung mit “Immural”, einer Zubereitung aus verschiedenen Pflanzenextrakten.

In den letzten Jahren hat sich die regelmäßige Verabreichung eines wasseransäuernden Präparates etabliert. Tauben, die regelmäßig mit entsprechenden Präparaten versorgt werden, sehen bei der Kontrolle im Frühjahr auf den Schleimhäuten wesentlich besser aus als unbehandelte Tiere. Wir verlassen uns auf das Präparat “Vior”, das neben verschiedenen organischen Säuren Pflanzenextrakte enthält. Die dreimalige Gabe pro Woche hat sich in den Wintermonaten bewährt. Je näher die Reisesaison rückt, um so mehr sollte jedoch der Einsatz zurückgefahren werden, um ihn einige Wochen vor dem Saisonstart ganz auszulassen. Während der Reise kann man dann wieder gemäß des Versorgungsplanes verfahren.

Neben diesen Produkten haben sich “Alvimun-T” oder ”Gamba-Immun” bewährt. Gerade bei nasskaltem Wetter mit hoher Infektionsgefahr kann der Einsatz sinnvoll sein. Wer stets mit Atemwegsproblemen zu kämpfen hat, dem empfehlen wir den regelmäßigen Einsatz von “Bronchofloran”.

Eine weitere häufig gestellte Frage ist die des Freifluges. Für einen Teil der Züchter stellt sich dieses Problem nicht, da aufgrund von erhöhten Greifvogelpopulationen ein Freiflug nahezu unmöglich ist. Wer jedoch die Möglichkeit hat, seine Tiere regelmäßig fliegen zu lassen, sollte dies tun. Um eine übermäßige Form zu vermeiden, kann der Freiflug auf zwei bis drei Tage in der Woche begrenzt werden. Die Aufrechterhaltung eines gewissen Konditionszustandes ist mit Blick auf die Gesamtgesundheit keineswegs von Nachteil.

Hat man nicht die Möglichkeit des Freifluges, darf man nicht zu spät wieder mit dem Beginn eines regelmäßigen Trainings beginnen. Selbst wenn Tauben relativ schnell wieder Wettkampfkondition aufbauen, sind doch einige Wochen intensiven Trainings dafür erforderlich.

Ein häufiges Problem, das in den Wintermonaten auftritt, ist der dünne Kot bei Vögeln. Meist sind es jährige Tauben, die in ihrem ersten Jahr auf dem Witwerschlag sitzen. In Einzelfällen kann sich dieser Durchfall extrem entwickeln. Die Zellen dieser Vögel schwimmen regelrecht infolge der überwiegend flüssigen Ausscheidungen. Auch wenn die Ursachen meist psychischer Natur sind, ist eine Untersuchung ratsam. Manchmal kommt zu einem psychischen Ungleichgewicht eine Infektion hinzu.

Häufig werden hochgradige Trichomonadenbefälle festgestellt, die sich stets auch für dünn-breiigen Kot verantwortlich zeigen können. Aber auch andere Erreger wie Salmonellen oder Würmer sind gelegentlich mitverantwortlich. Die Therapie hängt vom diagnostizierten Erreger ab.

Sind alle eingeleiteten Untersuchungen negativ oder besteht der Durchfall trotz Behandlung weiterhin, ist meist ein psychisches Ungleichgewicht oder vermehrte Wasseraufnahme infolge Langeweile verantwortlich. Erkennbar ist dies daran, dass der dünne Kot nach dem Anpaaren in der Regel nach einigen Tagen verschwindet.

In einigen Fällen erreichen Züchter durch nur nach den Malzeiten angebotenes Wasser eine deutliche Besserung. Wir versuchen in der Regel durch kontinuierliche Ansäuerung des Wassers eine Besserung zu erzielen. Die verabreichten Säuren wirken sich zum einen positiv auf das Darmmilieu aus, zum anderen regulieren sie die Wasseraufnahme.

Auch die längere Verabreichung von physiologischen Milchsäurebakterien (z. B. “TS 6”), führt u. U. zum Erfolg. Der Einsatz eines homöopathischen Präparates ist noch in der Erprobungsphase, aber auch dort sind erste Erfolge zu verzeichnen. Das Produkt “TS 6” gehört unabhängig von den genannten Problemen zur grundsätzlichen Empfehlung im Winter. Eine im Dezember oder Januar durchgeführte Kur über zwei bis drei Wochen bringt die Tiere meist in eine hervorragende Verfassung, da durch Etablierung der Milchsäurebakterien im Darm der Taube eine Reihe von Schadkeimen verdrängt werden.

René Becker, prakt. Tierarzt


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