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Home  Magazin  ALGARVE GOLDEN RACE 2012  Der Einfluss des Windes auf die Preisliste 

Der Einfluss des Windes auf die Preisliste

Immer wieder Thema


Willi Hertel

Es gibt Dinge im Leben, die sind so alt wie die Menschheit selbst und immer noch so aktuell wie am ersten Tag. So gibt es auch immer wiederkehrende Themen im Brieftaubensport, die ständig aufs Neue diskutiert werden, obwohl sich ein jeder an seinen fünf Fingern ausrechnen kann, dass daran nichts zu ändern ist. Ein solches Musterbeispiel, mit dem ich mich im Folgenden befassen will, ist der Einfluss des Windes auf die Preisliste – ein Thema, das offensichtlich so alt ist wie der Brieftaubensport selbst.

Ein unerschöpfliches Thema

Kaum ist ein Preisflug zu Ende und die ersten Ergebnisse werden ausgetauscht, so ist die Kombination „Lage“ und „Wind“ das zentrale Thema. Dass, je nach Windstärke, die Luftströmungen eine enorme Kraft entwickeln können, das dürfte jeder von uns vorbehaltlos bestätigen können. Dazu ein Beispiel, das jedermann schon einmal bemerkt haben dürfte: Fährt man mit dem PKW durch einen Tunnel, so ist man garantiert von Seitenwinden frei. Die Macht des Seitenwindes erfährt man von einem Moment zum anderen, wenn man aus dem Tunnel herausfährt. Wer will mir bei diesen selbst gemachten Erfahrungen dann noch erzählen, dass der Wind unseren Tauben auf ihrem Heimflug nicht zu schaffen macht und sie beispielsweise nicht nach einer Seite abdrängt werden und bei solchen äußeren Einflüssen nicht hartnäckig gegensteuern müssen.

Die Auswirkungen von seitlichem Windeinfluss

Meine Beobachtungen haben immer wieder zu dem Ergebnis geführt, dass an dem Ende der RV die höchsten Prozentzahlen geflogen werden und auch mehrheitlich die ersten Konkurse dort fallen, wo die Wetterfahne hinzeigt – der Wind hinweht. Angenommen die Tauben müssen beim Preisflug vom Süden her kommend in das Zielgebiet einfliegen und haben an diesem Tag auf der Strecke Ostwind. Auch Sie, liebe Sportfreunde, werden bei der Sichtung der zu diesem Flug erstellten Preisliste feststellen können, dass die Züchter an der Westflanke des RV-Gebietes dominieren. Bläst bei einem solchen Preisflug jedoch Westwind, so werden in der Liste die Züchter an der Ostseite der RV merklich besser abschneiden.

Gegenwind und Mitwind

Wie schiebend oder auch bremsend Mit- oder Gegenwind die Vorwärtsbewegung beeinflussen kann, das fühlt man am besten, wenn man mit dem Fahrrad unterwegs ist. Fährt man eine ebene Strecke mit dem Wind im Rücken und die gleiche Strecke gegen den Wind zum Ausgangspunkt zurück, so gibt die jeweilige Zeitnahme einen sauberen Einblick in den Schwierigkeitsgrad und macht die unterschiedlich wirkende Kraft des Windes anschaulich. Mit- oder Gegenwind, wir Brieftaubenzüchter sprechen ja von Schwanz- und Kopfwind, wirkt sich ebenfalls auf die Preisliste aus. Auch in solchen Fällen dürften die Sportfreunde bevorteilt sein, in deren Richtung der Wind bläst. Beim führen einer dementsprechenden Statistik werden wir feststellen, dass bei Kopfwind die „kürzeren“ Schläge die Nase vorn haben und bei Mitwind die Schläge mit der „längeren“ Schlagvermessung.

Es gleicht sich vieles aus

Da zurzeit die Fußball-WM in unserem Land ausgespielt wird, möchte ich einmal den Wind mit dem Schiedsrichter vergleichen. Über die langen 13 – 14 Wochen der Flugsaison, bzw. anlässlich der in dieser Zeitspanne stattfindenden Flüge, wird der Wind vermutlich nicht immer aus der gleichen Richtung wehen. Der Wind ist eine „Naturgewalt“, gegen die man sich nicht versichern kann. Wir Brieftaubenzüchter werden damit leben müssen, dass der Wind einmal gegen und einmal für uns weht, dass sich aber auch über eine lange Saison vieles von ganz alleine irgendwie ausgleicht. Ähnlich ist es doch auch mit den Schiedsrichtern, die einmal für und einmal gegen „unsere“ Mannschaft Tatsachenentscheidungen treffen und sich dadurch über eine Spielserie auch wieder vieles ausgleicht.

Die Mitte ist die beste Ecke

Bei allen Überlegungen bei der Suche nach der besten Lage komme ich immer wieder zu dem gleichen Ergebnis wie viele schlitzohrige Elfmeterschützen, die den Ball auf die Tormitte abfeuern und damit den größten Erfolg haben. So wie der Wind von einer Seite weht, so gehen die Torleute meist auch in eine Ecke. Als Elfmeterschütze bin ich somit mit der Tormitte als Ziel bestens beraten. Wenn ich vergleichbar in der RV-Mitte wohne, ist mir dies am liebsten, denn dann kann der Wind aus allen Richtungen pfeifen. Aufgrund dessen bin ich zwar nie bevorteilt, aber durch die „neutrale“ Lage auch nie benachteiligt und damit immer auf dem Fleckchen Erde, das insgesamt gesehen am wenigsten von möglichen Verschiebungen betroffen ist.

Kein Wind ist der beste Wind

Es ist schon interessant, in den Diskussionen von vielen Züchtern den Wunsch nach Kopfwind zu hören. Diesem Wunsch kann ich mich nicht anschließen, denn sobald der Wind aus einer Richtung, aus welcher auch immer, weht, übt er einen Einfluss aus. Das gilt für mich auch bei Kopfwind, der einerseits sicher eine Bremswirkung ausüben dürfte und die „kurzen“ Vermessungen begünstigt, der andererseits den Tauben aber auch Kraft für die Beibehaltung ihrer Spur abverlangt. Wer schon einmal in fließendem Gewässer gegen die Strömung schwimmen musste, der wird festgestellt haben, dass man ganz schnell zur Seite abtriftet, dass es schwer ist sauber gegen den Strom die Richtung zu halten.

Deshalb ist für mich kein Wind der beste Wind. Wenn es nämlich windstill ist, ist der Flugverlauf von allen Windeinflüssen frei. Bei solch einem Flug geht es für meinen Geschmack am fairsten zu, denn eine jede am Flug beteiligte Taube muss die Strecke vom Auflassort bis zu ihrem Heimatschlag einzig und alleine mittels ihrer eigenen körperlichen Fähigkeiten zurücklegen.

Das Problem ist zu lösen, aber wollen wir das?

Um allen Windeinflüssen bei den Preisflügen aus dem Wege zu gehen, müssten alle Züchter einer RV ihre Tauben vom selben Schlag mit nur einem Ausflug schicken. Dann hätten alle die gleichen Bedingungen und sie alle hätten nach dem Preisflug nichts mehr zu diskutieren über „die Lage“ und „den Wind“, über damit verbundene Vor- und Nachteile. Sicher will das keiner von uns und deshalb werden wir weiter mit dem Windeinfluss bei unseren Preisflügen leben. Man soll sich eben nur über Dinge aufregen, auf die man Einfluss ausüben kann und die man ändern kann – am Versuch das Wetter und den Wind zu ändern wird garantiert ein jeder von uns scheitern.

Willi Hertel

 

 

 


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