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Home  Magazin  Horst und Frank Sander  Taubenflügel während des Fluges 

Taubenflügel während des Fluges

Unterschiede zwischen der Kurz- und der Langstrecke


Preissiegerin bis knapp 800 km und zweimal Zweite
von Niort. Dies ist ein voller Flügel für die Mittelstrecke.
Damit ist ein starker Antrieb nach vorn erreicht. Merken
Sie sich diesen breiten Hinterflügel und auch die Breite
der Federn durch den ganzen Flügel. Die letzten Federn
werden etwas kürzer bei einer Mittelstreckentaube.

Ich habe in den vergangenen 28 Jahren viele Artikel unter verschiedenen Namen verfaßt, um die unterschiedlichsten Aspekte von Renntauben und Taubensport im allgemeinen zu erklären, und ich meine, daß es jetzt an der Zeit ist, diese Ideen, die ich auf vielen Schlägen gesammelt habe, neu zu beurteilen. In meinem letzten Artikel „Cheshire News“ habe ich die Flügel und die diesbezüglichen Theorien kurz berührt und, wie versprochen, will ich jetzt mehr ins Detail gehen, hauptsächlich für jene Anfänger, welche in den vergangenen 10 bis 20 Jahren mit unserem schönen Sport begonnen haben.

Evolution der Vögel

Es gibt keinen Zweifel, der Vogelflug hat einen enormen Schritt voran gemacht seit den Tagen des ersten fliegenden Vogels – dem Archaeopteryx –, dessen Fossilien im Kalkstein des südlichen Deutschland im Jahre 1861 gefunden worden sind. Das Fossil soll 140 Millionen Jahre alt sein – wie sie das festgestellt haben, weiß ich nicht –, aber diese Fossilien haben den Ornithologen einen Einblick über die ersten fliegenden Vögel gegeben. Diese ersten flugfähigen Tiere kann ich noch nicht Vögel nennen, weil sie sowohl Merkmale von Reptilien als auch von Vögel hatten. Es bleibt zu vermerken, daß sich diese neue Tierart (der Vorläufer des Vogels) in den nächsten 25 Million Jahren kaum veränderte. Aber als sie anfing sich zu verändern, haben sich verschiedenste Arten entwickelt.

Die Entwicklung von Vögeln über diesen enorm langen Zeitraum zeigt eine bewunderungswürdige Leistung der Natur auf, denn hier entstanden die bemerkenswertesten Lebewesen unserer Erde. Sie sehen alles von oben, aus der Luft, und können außerdem in allen möglichen Biotopen unserer Kontinente überleben. Im Laufe der Zeit haben sich die verschiedensten Vogelarten entwickelt, und bei jeder Art haben sich ihre Flügel den neuen Gegebenheiten angepaßt.

Der Flügel der Brieftaube


Ein Kurzstreckenflügel. Als diese Taube über 480 km
ausprobiert worden ist, hat sie etwas länger gebraucht
um nach Hause zu kommen und ist nie wieder über das
Meer geschickt worden. Aber falls man eine Taube
über das Wasser schickt, welche nicht dafür geeignet
ist, darf man sie für zukünftige Kurzstreckenrennen
nicht mehr einzusetzen. In Kurzstreckenrennen hat
dieser Vogel mehrere Preise gewonnen inklusive einem
2. Konkurs auf einem Bezirksflug. Auf meinen Reisen
habe ich festgestellt, daß diese Art von Flügel im Laufe
eines Rennens immer schneller wird. Wenn Sie die
Flügel von einem Sperber anschauen, werden Sie
merken, daß der Hinterflügel sehr schmal ist und selbst
die ersten Federn sich schneller verjüngen als bei vielen
anderen Vogelarten. Merken Sie, daß die Hauptfedern
bei Kurzstreckentauben verhältnismäßig länger sind
gegenüber denen der Mittel- und Langstreckentauben.

Auch die Brieftaube fällt dabei nicht aus dem Rahmen, allerdings hat sie sich über die Jahre stark verändert, dies mußte sie auch, um jede Distanz zu fliegen. Was dem einen Taubenzüchter gefällt, paßt nicht zu einem anderen, und aus diesem Grund kann auch kein Taubenzüchter eine Mannschaft haben, die alle Eventualitäten abdeckt. Wenn dies möglich wäre, dann wäre der Taubensport keine Herausforderung mehr. Der Flügel einer Brieftaube ist nur ein Teil des Ganzen, welcher normalerweise perfekt für den Zweck, schnell und lange zu fliegen entwickelt ist. Es hat über die Jahre viele Theorien gegeben, und durch Zuchtauslese haben wir heute Tauben, die sich für jede Distanz eignen. Erfahrene Züchter haben Tauben nach ihrer Vorliebe gezüchtet.

Zum Beispiel Tauben mit einem Flügel für Kurzstreckenflüge – heute können das bis 400 km sein. Vor mehreren Jahren wurde solch eine Distanz als Mittelstrecke eingestuft, aber der Taubenzüchter hat heute, mit besserem Wissen, die Kurzstrecken verlängert. Das gleiche gilt für die Mittelstreckenflüge von 400 bis 650 km. Hat man seine Tauben von einem 650-km-Flug nicht am selben Tag zurück, dann stimmt etwas nicht. Bei den Weitstreckenrennen, speziell jenen über 800 km werden, außer bei ganz günstigen Wetterkonditionen, nur wenige Tauben am ersten Tag konstatiert, aber es gibt auch Spezialisten, die von derartigen Distanzen besser abschneiden. Ab 950 km kommen praktisch keine Tauben mehr am ersten Tag nach Hause.

Der Verband „Central Southern“ hat die Devise: Bei Tagesanbruch wird geflogen, ohne Rücksicht auf das Wetter. Es gibt aber nur wenige Tauben, die Flüge wie Pau an einem Tag schaffen können, selbst bis zur englischen Südküste beträgt die kürzeste Distanz zwischen 800 km und 840 km. Ich habe mich oft gefragt, wie viele Tauben es wohl versuchen, des Nachts über das Meer zu fliegen, doch ihr Ziel nie erreichen. In Großbritannien wird meist über Land geflogen, und es gibt für die meisten Züchter genug Rennen ohne daß ihre Tauben über das Wasser fliegen müssen.


Hier wird ein Flügel gezeigt, der jeden Vogel unter die
Sieger bringen wird, von 640 km bis 720 km, aber
keinesfalls weiter. Dieser Vogel hat Preise in Klub,
Kreis und Bezirk bis zu den klassischen Rennen bis
650 km gewonnen. Er hat einen guten Hinterflügel, der
etwas größer ist als bei einem echten Sprinter, und er
wird jede Renngeschwindigkeit mitgehen können.
Merken Sie: Die Stufe zwischen den Federn Nummer
sieben und acht und auch die kleinen Lücken zwischen
den letzten vier Hauptfedern müßten auffallen. Dieser
Flügel wird bei guten Kurz- und Mittelstreckentauben
gefunden.

Man kann normalerweise auf der Nord- oder Südroute mehr als 300 km fliegen. Jene Züchter, die in Zentralengland leben, haben den Vorteil, daß sie ein gutes Rennen über Land fliegen können, bevor ihre Tauben im letzten Drittel über den Ärmelkanal fliegen. Die südenglischen Züchter, welche ein Nationalrennen starten, müssen ihre Tauben sehr früh am Tag bekommen, wollen sie mit vorne dabei sein. Wir haben vor ein paar Jahren einen Schlag bei Blandford während eines Rennens von der Insel Guernsey besucht, und haben die Probleme miterlebt, mit denen die südlichen Züchter konfrontiert sind. Was wir uns merken müssen ist, daß die Geschwindigkeit eines Rennens auch die Sieger beeinflußt genauso wie der Wind, und aus diesen Gründen gibt es sehr viel zu berücksichtigen, will man erfolgreich Tauben für Kurz-, Mittel- oder Langstrekkenrennen trainieren.

Flügeltheorien

Und warum sollte dies sein? An einem schweren Renntag mit Geschwindigkeiten unter 1600 m/min finden wir diejenigen Züchter, die auf der Langstrecke erfolgreich sind, hoch in den Siegerlisten. Bei der Zucht macht es einen erheblichen Unterschied, wie wir hier unsere Tauben zusammenpaaren, und wir sollten deshalb sehr kritisch mit unserer Zuchtauswahl umgehen. Wir sollten nie die Fehler machen und eine Taube als einen „Allrounder“ deklarieren, wenn er nur einen Sieg auf der Langstrecke über das Land und nie über das Meer geflogen ist.

Wenn Sie eine Taube als einen „Allrounder“ klassifizieren wollen, müssen Sie die Geschwindigkeit und die Distanz mit einbeziehen. Es ist wahr, daß manche Züchter nie eine Taube über das Meer einkorben, wenn diese gute Erfolge im Rennen über Land hatte, dies ist vernünftig, weil eine solche Taube wahrscheinlich eine Kurzstreckentaube ist, und die Flügeltheorie wird beweisen, daß sie die Weitstrecke nie erfolgreich schaffen kann.


Eine echte Langstreckentaube mit einem sehr breiten
Hinterflügel, welcher das Fliegen einfacher macht, wenn
man extrem lange Zeit in der Luft bleiben muß. Bei
dieser Art von Flügel braucht die Taube weniger
Schwingenschläge um die lange Distanz der Reise zu
bewältigen.

So, was haben wir bis jetzt über die Flügeltheorie gelernt? Daß die Tageskondition eine große Rolle spielt. Ich kann mich noch erinnern, daß ich ein 190 km-Rennen gewonnen hatte, während ich bei Foden Trucks in Sandbach gearbeitet habe. Wir haben jeden Mittag herumgesessen und über alles mögliche gesprochen. An einem Montag war ich sehr glücklich dorthin gegangen, weil ich ja das Rennen am Samstag gewonnen hatte. Doch der verstorbene George Stubbs korrigierte mich und dämpfte damit meine Freude, als er sagte, daß man nie eine Taube als gut bezeichnen kann, wenn sie nur mit Rückenwind gewonnen hat.

Egal wie sehr es mich damals auch verletzte, er hatte recht, und man muß sich wundern, wie viele gute Züchter dies wissen und es trotzdem niemanden weitererzählen. Zurück zur Flügeltheorie. Speziell: Welcher Flügel paßt zu welcher Distanz?

Kurz- und Langstreckenflügel

Wenn man Vögel wie Adler, Geier und Bussarde genauer beobachtet, wie sie hoch in die Luft steigen um ihr Futter zu suchen, stellt man fest, daß sie alle breite Hinterflügel haben, um den Energieverbrauch auf ein Minimum zu reduzieren. Wenn Sie Zugvögel ansehen, die weit fliegen müssen, haben sie ausnahmslos breite Hinterflügel im Vergleich zum Körper. In der Taubenwelt haben wir Züchter, die die Weitstrecke bevorzugen. Diese züchten mit Absicht breite Flügel. Tauben ebenso wie Zugvögel, wissen sehr schnell, daß sie einen weiten Weg vor sich haben, und geben nicht alle ihre Energie bei einem schnellen Flügelschlag ab. Das Problem, welches eine Kurzstreckentaube auf Grund ihres schnelleren Flügelschlages hat, ist, daß sie nie die weiteren Distanzen schnell bewältigen kann, weil sie zuviel Energie verbraucht. Ich habe mich mal mit einem Züchter über eine seine Tauben und über die Flügeltheorie unterhalten, und er hat die Bezeichnung „Hühnerflügel“ gebraucht und sprach dabei von seiner besten 800- km-Taube, welche wiederum jenen breiten Hinterflügel hatte, den eine Taube braucht, um weite Distanzen zu bewältigen.

Es gibt viele Züchter, die gern auf der Weitstrecke fliegen würden, aber selten Tauben nach Hause kriegen. Der Grund ist, daß sie ihre Tauben erfolgreich auf kürzere Distanzen schickten und dann damit züchten. Aber für die Weitstrecke muß man viel Geduld haben, wenn man dauerhaften Erfolg haben will. Was die erfolgreichen Langstreckenspezialisten machen, ist, daß sie nur mit Tauben züchten, welche auf weiten Distanzen mehrmals Erfolge gezeigt haben. Eine ruhige, gut gezogene Taube fliegt immer nach vorne. Es passiert manchmal, daß eine Langstreckentaube Nachwuchs bekommt, die die Kurz- und Mitteldistanz gut fliegen kann, aber wenn man die Abstammung genauer nachforscht, sieht man, daß dies kein Einzelfall ist. Diese Tauben werden selbst nicht unbedingt Langstrecken-Nachwuchs bringen, obwohl sie selbst aus Langstrecken-Tauben stammen.

Eine Sache, die mich besonders aufregt, ist, wenn es auf Taubenausstellungen einen Wettbewerb gibt mit dem Ziel, den passenden Flügel für die jeweilige Distanz zu finden. Zuerst sollte man lernen, ein aussagefähiges und richtiges Foto zu machen. Einen Flügel zu fotografieren der ausgestreckt ist, hat einen Wert wie ein Feuerschutzgitter aus Schokolade im Kinderzimmer. Wenn man fotografieren will, soll man es auch richtig machen, dann gibt es auch keine Gefahr von Fehlinterpretationen.

Les Parkinson


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