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Home  Magazin  SG Michael & Dominik Brandes  Die totale Witwerschaft in Perfektion 

Die totale Witwerschaft in Perfektion

Das REISE- und ZUCHTSYSTEM der Gebr. Schlechtriem, Kerkrade/NL.
Geeignet für Züchter mit einem kleinen Taubenbestand.


Berend Ruwen

Anlässlich eines Internationalen Ruwen-Club-Treffens stellte man folgende Frage:

Wie führen Sie, Herr Schlechtriem, Ihre Tauben und womit erzielen Sie so überragende Erfolge?

Natürlich kann man diese Frage nicht pauschal beantworten. Sie beinhaltet folgendes System:

Zwischen dem 10. und 20. Dezember eines jeden Jahres werden 25 Reisepaare und 15 Zuchtpaare angepaart. Aus allen Paaren wird vorab eine Runde Jungen gezüchtet.

Bevor jedoch eine Taube auf dem Zuchtschlag gelangt, muss sie enorme Flugleistung, u.a. auch 1. Konkurse unter Beweis gestellt und in den Jahren zuvor als Reisetaube gute Nachzucht gebracht haben. Die auch wiederum 1. Konkurse fliegen. Sonst hat diese Taube keine Chance, auf dem Zuchtschlag zu gelangen. Aufgrund dessen wird auch die Winterzucht bei den Reisetauben befürwortet.

Sobald die Jungen der Winterzucht der Reisetauben 14 Tage alt sind, werden diese Paare getrennt. Die eine Hälfte der Jungen geht mit dem Weibchen auf den Jungtierschlag, die andere Hälfte bleibt bei den Vögeln auf dem Reiseschlag. Wenn diese Jungen 24 Tage alt sind, bleiben sie von da ab allein. Die Reisevögel bzw. –Weibchen werden in separate Volieren verbracht. Hier erhalten sie einmal pro Tag eine knappe Fütterung, um eine etwaige Frühform zu vermeiden. Während dieser Zeit nach der Winterzucht bekommen die Tauben keinen Freiflug, bis etwa 14 Tage vor dem 1. Preisflug.

Ungefähr 14 Tage vor dem 1. Preisflug kommen die Vögel wieder auf dem Reiseschlag und werden etwa 7 Tage trainiert. Hier ist zu bemerken, dass während der Trainingsflüge bzw.
Freiflüge eine Fahne den Tauben signalisiert, so lange fliegen zu müssen, bis die Fahne wieder weggenommen wird. Der letzte Trainingsflug beträgt ca. 100 Km. Nach 7 Tagen werden sie abermals in die Voliere verbracht. Nun kommen die Weibchen auf dem Reiseschlag und erhalten einmal pro Tag Trainingsflug (5 Tage lang). Am 4. Tag beträgt auch ihr Trainingsflug 100 Km; die letzten 2 Tage vor dem 1. Preisflug gelangen diese Weibchen auch wieder in die Voliere.

Am Tag des Einkorbens vor dem 1. Preisflug erhalten dann die Vögel und Weibchen gemeinsam aus ihren Volieren Freiflug, werden jedoch in den Reiseschlag zurückgepfiffen. Darin dürfen sie dann ca. 2-3 Stunden zusammen bleiben und gelangen von da aus in den Korb. Nach Rückkehr vom 1. Preisflug dürfen sie dann etwa 1 Stunde gemeinsam auf dem Reiseschlag verbringen; werden dann wieder in ihrer Voliere (getrennt) verbracht. Von der Voliere aus erhält jede Gruppe einzeln Trainingsflug und wird in den Reiseschlag zurückgepfiffen, und wiederum in ihren Volieren verbringen sie den Rest des Tages bzw. der Nacht. Es treffen nie die Vögel und Weibchen auf dem Reiseschlag nach dem Trainingsflug zusammen.

Unmittelbar vor Einkorben des 2. Preisfluges dürfen die Vögel und Weibchen auf dem Reiseschlag jedoch nur gemeinsam eine halbe Stunde verbringen, wobei aufgepasst wird, dass sie nicht zum Treten kommen. Nach Rückkehr vom Flug dürfen sie zusammen bleiben, wobei eine Nistschale in die Zelle gestellt wird; sie bleiben dann auf dem Reiseschlag die ganze darauf folgende Woche zusammen.

Zum 3. Preisflug stehen die Vögel dann auf Treiben. Die Weibchen, die bald legen müssen, gehen auch mit auf die Reise.

Beim 4. Preisflug sitzen dann die Paare auf ihren Eiern, die ca. 3 Tage alt sind. Von hier aus wird gereist.

In der darauf folgenden Woche erfolgt am Freitagabend eine Trennung der Paare, d.h., die Vögel werden in die Voliere verbracht, die Weibchen bleiben bis Samstag mittags auf dem Reiseschlag bei den Eiern. Etwa 5 Stunden vor dem Einkorben werden die Weibchen von den Eiern genommen und ihre Voliere verbracht.

Von beiden separaten Volieren aus wird eingekorbt. Die zurückgelassenen Eier sind zwischenzeitlich von mir in eine Brutmaschine gelegt worden, wobei in die Nistschale 3 Gipseier gelegt werden.

Der 5. Preisflug wird vom Nest aus durchgeführt.

Die Eier sind nun mittlerweile 10 Tage alt. An diesem Wochenende kommen die Weibchen Freitagmittags und die Vögel am Samstag etwa 5 Stunden vor dem Einkorben in die Voliere. Bei ihrer Rückkehr finden sie sodann 5 Gipseier in ihrer Nistschale vor.

Diese Mehranzahl der Eier bewirkt eine enorme Beziehung zur Brut.
Wohlgemerkt: Die eigentlichen Eier von den Paaren liegen immer noch in der Brutmaschine.

Der 6. Preisflug findet von angesprungenen Eiern aus statt.

Bis kurz vor Anpicken der Eier wird ein Umtausch aus der Brutmaschine vorgenommen.
Jetzt werden von den 50 Reisetauben (25 Paare) 10 Tauben zu Hause gelassen, um die Eier ausbrüten zu lassen. Diese 10 Tauben sind diejenigen, die bisher die geringste Reiseleistung gezeigt haben. Freitagmittags geht dann der Rest der Weibchen in die Voliere, die Vögel erst wieder am Samstagmittag, etwa 5 Stunden vor dem Einkorben.

Diese 10 daheim gebliebenen Tauben müssen dann 25 Junge, die nicht beringt werden, versorgen, die etwa 1 Tag alt sind. Bei Rückkehr der vom Preisflug heimkehrenden Tauben dürfen sie gemeinsam bis Montagabend zusammen bleiben. Danach erfolgt wieder die Trennung in separate Volieren, wobei eine Gruppe, d.h. entweder die Vögel oder die Weibchen, bei den Jungen bleibt. Jeden Abend um ca. 17 Uhr wird eine Auswechselung vorgenommen, d.h. einmal füttern die Weibchen, einmal die Vögel ihre Jungen. Dies wiederum hat zur Folge, dass die Gruppe, die sich gerade in der Voliere befindet, zum Trainingsflug herausgelassen und in den Reiseschlag zurückgepfiffen wird. Während des Trainingsfluges wird dann die Auswechselung vorgenommen. So sehen sich die Vögel und Weibchen niemals.

Der 7. Preisflug wird von 7 Tage alten Jungen ausgeführt.

Der Auswechselungsplan geht dahin, dass am Freitagmittag die Vögel in ihre Voliere gelangen und die Weibchen am Samstag Mittag, etwa 5 Stunden vor dem Einkorben, von den Volieren aus wieder eingekorbt werden. Also in umgekehrter Reihenfolge wie in der Vorwoche.

Der 8. Preisflug, bei uns meistens Samstagflug, erfolgt dann auf ca. 14 Tage alte Jungen. Es muss jetzt so geplant sein, dass am Freitag um 17 Uhr die Weibchen in der Voliere sind. Die Vögel bleiben jetzt allerdings bei ihren Jungen bis zum Zeitpunkt des Einkorbens am Samstag. Bei der Rückkehr sind dann alle Zellen geschlossen, die Paare können lediglich über einen Laufsteg, der direkt vor den Zellen angebracht ist, sich bewegen. Die kleinen Jungen befinden sich jetzt auf der Erde im Stroh, jedoch von den 25 Jungen sind nur noch 15 vorhanden. Die restlichen 10 Jungen wurden bereits aussortiert. Durch diese geringe Anzahl der Jungen entsteht eine neue Motivation und Eifersucht dadurch, dass man alle Jungen füttern will.

Sonntagabends werden die Vögel und Weibchen auf dem Reiseschlag wieder getrennt und wie immer in ihre Volieren gebracht.
Wohlgemerkt: Bei uns ist die Reiserichtung Südwest.

Bis zu diesem Zeitpunkt haben die Weibchen und Vögel immer nur Diätfutter erhalten, außer bei sehr schweren Flügen. Der beste Beweis ist dafür, dass so mancher Züchter des Guten zuviel macht, was das Füttern anlangt.

Beim 9. Preisflug sind die Jungen 21 Tage alt.

Das ganze System wird ab sonntags so gesteuert, dass beim Einkorben die Vögel von ihrer Voliere, die Weibchen dieses Mal von den Jungen aus eingekorbt werden. Bei Rückkehr dieses Preisfluges liegen jedoch nur noch 8 Junge auf dem Boden im Stroh. Etwa nach 1 Stunde werden die Vögel u. Weibchen wieder in ihre Volieren verbracht. Die Zellen sind zu diesem Zeitpunkt immer noch zu. Bei dieser „Austausch-Methode“ entwickeln die Tauben selbstverständlich einen großen Drang zum Schlage.

Beim 10. Preisflug fliegen die Tauben auf 28 Tage alte Jungen.

Am Einkorbtag kommen die Vögel und Weibchen 15 Minuten zusammen, die Zellen bleiben geschlossen. Hier werden sie gemeinsam vom Reiseschlag aus eingekorbt. Das „Zusammensein“ findet nur auf dem vorhandenen Laufsteg vor den Zellen statt. Bei Rückkehr sind alle Jungen weg. Die Zellen sind offen, jedoch ohne Schale. Die Tauben dürfen etwa 1 Stunde zusammen bleiben, dann erfolgt wieder die Trennung, wobei die Vögel auf dem Reiseschlag (Zellen jetzt geschlossen) bleiben. Die Weibchen in ihre Volieren verbracht werden bis Mittwoch, ca. 17 Uhr. Die Weibchen erhalten dann von der Voliere aus Trainingsflug. Ab Mittwoch kommen die Weibchen in einen Nebenschlag, der außerdem abgedunkelt wird.

Der 11. Preisflug (bis 14. Preisflug) findet bei totaler Witwerschaft statt. Die Vögel werden einmal in ihre Zelle eingeschlossen – ohne Schale -, die Weibchen dürfen sich ca. 15 Minuten davor auf dem vorhandenen Laufsteg aufhalten. Dann werden alle eingekorbt. Beim 12. Preisflug sitzen die Weibchen in den geschlossenen Zellen, die Vögel davor, auch wieder ohne Nistschale. Nach Rückkehr dürfen sie 1 Stunde in der Zelle – ohne Schale – zusammen bleiben.

Beim 13. Preisflug dürfen dann Vögel und Weibchen 2 Stunden vor Einkorben zusammen bleiben, es wird in der Zelle jedoch eine Zwischendecke eingebracht, um ein etwaiges Treten zu vermeiden. 5 Minuten vor dem Einkorben wird dann eine Schale in die Zelle gesetzt. Bei Rückkehr dürfen sie bis zum Abend zusammen bleiben.

Beim 14. und letzten Preisflug dürfen alle Reisepaare 6 Stunden vor dem Einkorben zusammen bleiben und gemeinsam Freiflug genießen. 1 Stunde vorher wird Stroh auf den Schlag gebracht. Bei Rückkehr bleiben sie 2 Tage lang zusammen, bleiben anschließend 9 Wochen getrennt in der Voliere, bis die Jungtier-Preisflüge beendet sind.

Die jungen Tauben werden während der gesamten Reise zusammen gelassen, auch wenn sie sich paaren. Sie dürfen jedoch nur Eier liegen haben, werden dann getrennt und so noch 6 Wochen auf Treiben gespielt, wobei 1 Stunde vor dem Einkorben die ganze Mannschaft zusammen bleiben darf. Nach 9 absolvierten Preisflügen wird hier zusätzlich noch ein zweites Programm mit 7 Preisflügen bis 500 Km durchgeführt. Wenn das zweite Programm der Jungtauben beginnt, kommt die gesamte alte Reisemannschaft wieder zusammen und darf sich paaren. Auch die jungen Tauben kommen zusammen, damit sie den gleichen Neststand haben wie die Alten. Dann wird das ausführlich vorbeschriebene System auch mit den Jungen gleichermaßen durchgeführt.

Dieses Wechselspiel bringt mit Sicherheit die überragenden Erfolge, ist aber auch mit überaus großem Arbeitsaufwand verbunden.

Ein Besuch auf dem Schlage Schlechtriem zeigt, dass hier eine außergewöhnliche heimische Atmosphäre herrscht. Man merkt förmlich, wie die Tauben es genießen, sich auf dem Reiseschlag zu befinden, was ja aufgrund des immer wiederkehrenden Wechselspiels nicht selbstverständlich ist.

Mit diesem System werden jedes Jahr etwa 700 bis 800 Preise errungen (1:4), davon 500 Preise 1:10, Reiseleistung mindestens 60 %.

Nach dem allerletzten Preisflug wird am Montag wieder sortiert nach Leistung usw.

Aus der gesamten Mannschaft werden wieder 25 Reisepaare und 15 Zuchtpaare ermittelt, so dass man wieder auf eine Anzahl von maximal 80 Tauben steht.

Nach Abstammung wird nicht geschaut, da alle Tauben mehr oder weniger miteinander verwandt sind. Dieser eingekreuzte Stamm sorgt seit nunmehr 35 Jahren für gewaltige Erfolge mit diesem System. Schon einige Male wurde versucht, die Gebr. Schlechtriem von den Preisflügen auszuschließen.

Berend Ruwen
 


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