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Orientierungstheorien

Fachbericht von Leo Turley aus Australien

Ich wurde in der Vergangenheit des öfteren einmal gebeten, einen Kommentar zur Zukunft des Taubensports in Australien abzugeben, und dieses Thema möchte ich an dieser Stelle noch einmal aufgreifen.

Leo Turley
Leo Turley

Wir haben im Moment Probleme mit unseren Flügen, und es ist vielleicht an der Zeit, ein wenig spielerisch über die ganze Angelegenheit nachzudenken. Für Anfänger ist meist ausgesprochen interessant, was sie in einigen Dutzend führenden wissenschaftlichen Magazinen über die räumliche Orientierung von Tauben lesen können. Die Preisfrage! Wie finden die Tauben zu ihrem Heimatschlag zurück? Je mehr wir darüber lesen, desto schneller kommen wir zu der Überzeugung, daß die Wissenschaft auf dem Holzweg ist. Die Cornell Universität im Staate New York ist als Mutter der Studien über den Orientierungssinn von Tauben anerkannt. Die Studien der Cornell Universität basieren auf der immer noch aufrechterhaltenen und irrigen Auffassung, die Fähigkeit der Tauben, ihren Weg nach Hause zu finden, sei angeboren. Sobald man sich aber auch nur ein wenig intensiver mit dem Taubensport befaßt, stellt man sehr schnell fest, wie falsch diese Annahme ist. Dennoch scheinen wir nicht ganz zu begreifen, worum es eigentlich geht. Wir alle wissen, unsere Tauben würden nicht einmal vom nächstgelegenen Dach in den Schlag finden, wenn sie nicht regelmäßig im Umkreis des Schlages ordentlich trainiert würden. Die Vögel fliegen nicht Hunderte von Kilometern, wenn sie nicht körperlich fit und auf das Gelände trainiert sind, und manchmal brauchen sie auch die Hilfe von erfahreneren Tauben an ihrer Seite. Es gibt keine angeborene oder natürliche Fähigkeit bei unseren Tauben, ihren Weg zu finden, wohl aber einen eingeschliffenen Erinnerungsfaktor, der sich über Ewigkeiten erhalten hat und noch aus der Zeit ihrer Urahnen, der Wildtauben, stammt. Die akademische Forschung hat bereits eine Menge beeindruckender Theorien über die räumliche Orientierung von Tauben aufgestellt und bremst damit nur unsere Bemühungen um das Taubenrennen.

Jeder, der bereit ist, sich einmal in wissenschaftliche Archive zu vertiefen, wird Beweise dafür finden, daß der bekannte Forscher W.T. Keeton starb, bevor er einen Widerruf zu seiner Magnetfeld-Theorie veröffentlichen konnte, nach der Tauben ihren Weg nach Hause finden. Die Informationen, die ihm zur Verfügung standen, waren in seinem Labor nicht wiederholbar, fand er heraus. Eine Theorie, das ist in wissenschaftlichen Kreisen wohl bekannt, die einmal den Weg in die Populärliteratur gefunden hat, läßt sich nur sehr schwer wieder rückgängig machen. Heute sind wir mit Hilfe der Internet-Kommunikation zum IPS Radio und "Space Services" sehr einfach in der Lage, unsere eigenen Studien über die Effekte der Sonnenmagnetischen Störungen auf die Flugergebnisse zu veröffentlichen. Im Jahre 1998 fand man heraus, daß es keine direkten Beweise für Störungen eines Fluges gibt, die auf magnetische Störungen zurückzuführen sind. Je mehr wir lesen, desto eher kommen wir zu dem Schluß, daß wissenschaftliche Betrachtungen oft schwarzweiß malen. Das Ergebnis eines Experimentes ist entweder positiv und deshalb wahr, oder es funktioniert nicht und ist damit nicht wahr. Es gibt nur wenige Beispiele irrelevanter Ergebnisse, oder solcher, für die man einen tieferen Einblick braucht, um zu verstehen, warum es zu einem bestimmtes Ergebnis kam. In Studien, die nicht älter als fünf Jahre alt sind und in kürzlich gemachten, nicht älter als 12 Monate, kommen Forscher zu dem definitiven Schluß, Tauben fänden durch Gerüche auf den Flugwegen nach Hause, an die sie sich erinnern. Diese Studien sind als Geruchsstudien bekannt. Tauben, so heißt es dort, können ihre heimischen Gefilde aus hunderten von Kilometern Entfernung riechen und orientieren sich entlang diesem bekannten Geruchsmuster. Um zu diesen Erkenntnissen zu kommen, injizierten die Forscher Zinksulfat in die Nasenlöcher der Tauben, um Anosmie, Geruchsunempfindlichkeit, hervorzurufen. Andere wieder legten jenen Teil des Gehirnes der Tauben lahm, der für den Geruch zuständig ist. Als die so behandelten Tauben den Weg in den Schlag nicht fanden, bewies dies, daß sie sich nicht orientieren konnten, da sie unfähig waren zu riechen. Das ist ziemlich simpel, aber wir sollten der Wissenschaft nicht sofort ein Denkmal setzten, ohne den Text eingehender geprüft zu haben. Eine Überprüfung der chemischen Eigenschaften von Zinksulfat zeigt, es ist adstringierend, genauso wie Alumen und, unfreundlich genug, außerdem kristallisiert es in trockener Luft, das heißt, es wird zu Pulver. Wir stellen fest, im Text ist nichts über den eventuell bremsenden Effekt bei Tauben, die mit dem geöffneten Schnabel fliegen gesagt, oder über Zinksulfatpulver, das in ihre Luftwege gelangte oder über ablenkenden Kopfschmerz oder Schlimmeres, das vielleicht aufgetreten sein könnte, nachdem man einen Teil des Gehirns entfernt hatte. Als Brieftaubenzüchter können wir nur zu dem Schluß kommen, die Theorie der Orientierung auf Geruchsbasis führt uns "an der Nase" herum.

Die im Jahre 1972 durchgeführten Experimente der beiden Forscher Schmidt-Koenig und Schlichte, bei denen die Vögel mit mattierten Kontaktlinsen ausgestattet wurden, gehören ohne Zweifel zu den Versuchen, die die Gemeinschaft der Taubenfreunde über viele Jahre hinweg in ihren Bann gezogen haben. Es empfiehlt sich, auch dieses Experiment gründlicher unter die Lupe zu nehmen. W. T. Keeton berichtete 1974 in dem Journal "Scientific American" von diesem Experiment, und die breite Mehrheit akzeptierte danach tatsächlich, daß Tauben 130 Kilometer weit transportiert und dann mit ihren mattierten Kontaktlinsen im Auge freigelassen wurden, unter diesen Umständen zum Heimatschlag zurückkehrten, im Umkreis ihres Schlages landeten und dann darauf warteten, aufgesammelt und von ihren Kontaktlinsen befreit zu werden. Diese Studie ist eine Grundlagenstudie, und sie hat über Jahre hinweg fragende Züchter davon überzeugt - mich selbst eingeschlossen - es gäbe mehr als optische Eindrücke und Erinnerungsmuster, auf denen die Rückkehr unserer Tiere beruht. Das vorliegende Papier, welches das Experiment mit den mattierten Kontaktlinsen beschreibt, ist nicht überzeugend. Die Forscher Schmidt-Koenig und Schlichte nahmen erfahrene Tauben zweimal über 15 Kilometer und dreimal über 130 Kilometer und ließen sie aus allen Himmelsrichtungen frei. Aus 15 Kilometern ließen sie 66 Versuchstiere und Kontroll-Tiere frei. Die letzteren Tauben waren mit klaren Linsen ausgestattet. Sie berichteten, eine Anzahl (nicht näher definierter) Tauben hätten ihre mattierten Linsen verloren, und diese Tauben wurden anschließend vom Experiment ausgeschlossen. Fünf Tauben, die mit mattierten Linsen versehen waren, flogen Geschwindigkeiten zwischen 12 und 48 Kilometer in der Stunde und insgesamt neun Tauben kamen noch am selben Tag zurück, achtzehn am nächsten Tag, und 36 gingen verloren. Der Text beschreibt zwei Flüge mit 40 Versuchstauben aus 130 Kilometer Entfernung nördlich und südlich von Ithaca, dem Gelände der Cornell Universität. Von den 40 Tauben kam einer am selben Tag zurück, drei am nächsten Tag und 36 gingen verloren. Das Papier dokumentiert, wie viele Tiere sich weigerten, überhaupt zu fliegen oder in der Nähe notlandeten, sich in Drähten, Bäumen oder andere Objekten verfingen. Die Tauben, die überhaupt starteten, flogen in einer eigentümlichen Schräglage, die Körperachse nach unten gekippt. In dem Papier heißt es weiter, dieses anormale Flugverhalten hätte Falken angezogen, die "beobachtet wurden, wie sie unter diesen Tauben mit Leichtigkeit Beute machten". Schmidt-Koenig und Schlichte fanden tatsächlich einige Tauben im Unterholz in nur geringer Entfernung vom Schlag und mutmaßten, es seien noch mehr dort, fanden sie aber nicht. Das Experiment hinterläßt ein unbehagliches Gefühl, vor allem, wenn man an die Behandlung der am Experiment beteiligten Tiere denkt. Es wirft die Frage auf, warum 130 Kilometer, obschon sie bereits bei 15 Kilometern mehr als 50 Prozent der Tiere verloren hatten? 130 Kilometer sind für jede Taube eine Herausforderung und sicherlich zu weit für Tauben, die nicht in Form sind, besonders für solche, die durch Mangel an Sehvermögen behindert sind. Es ist nicht schwer, zwischen den Zeilen zu lesen und zu dem Schluß zu kommen, die Forscher gingen von Anfang an von der Annahme aus, daß diese Tauben ihren Weg nach Hause kannten. Die Frage ist hier und heute, wie lange will die Gemeinschaft der Taubenfreunde noch an dieser falschen Annahme festhalten? Es gibt eine einfache und einleuchtende Erklärung dafür, wie einige der mit mattierten Linsen versehenen Tauben nach Hause fanden. Taubenfamilien setzten sich aus "Führern" und "Folgenden" zusammen, und das ist eine ganz bekannte Überlebensstrategie, die auf die Zeiten ihrer Urahnen, der Wildtauben, zurückgeht. Viele unserer Tauben werden von erfahreneren und besser trainierten Tieren nach Hause gelotst. Das ist der Grund, warum Tauben erfolgreich über hunderte von Kilometern fliegen können. Allerdings nur unter idealen Wetterbedingungen, und nur wenn eine starke und genügend große Anzahl an erfahrenen und besser trainierten Kandidaten in der Schar mitfliegt. Neben der Bemerkung von Schmidt-Koenig und Schlichte, die Tiere, die eine oder beide Kontaktlinsen verloren hatten, seien nicht mit in die Bewertung genommen worden, wird über diese Tauben weiter keine Aussage gemacht. Das läßt Spekulationen über die Möglichkeit Raum, daß der größte Teil der Versuchstauben eine oder beide Linsen, sowohl während des Transportes als auch beim Auflaß abgestreift, ausgekratzt oder ausgerieben hat. Wie die Natur es vorgesehen hat, führten die leistungsfähigeren Tauben die behinderten Tauben nach Hause. Ganz offensichtlich fanden nur sehr wenige Tauben, die ihre Linsen im Auge behielten, den Weg zum heimischen Schlag. Der Erfolg der Tauben mit mattierten Linsen war nicht hoch, ich schätze ihn auf insgesamt 2,5 Prozent, und das ist statistisch gesehen sicher nicht relevant.

Leo Turley


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