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Jungtaubenführung nach der Variante Willi Hertel, mit dem kleinen aber feinen Unterschied !


Willi Hertel

"Ich werd` es wieder tun, denn verdunkeln ist kein Aufwand !"

Man muss alles einmal ausprobiert haben, dann hat man eigene Erfahrungswerte und kann mitreden. Das trifft auch auf die unterschiedlichsten Führungspraktiken unserer Jungtauben zu. So wie ich einmal die Winterzucht ausprobiert habe und meinen Spaß dabei hatte, so habe ich mich in den letzten Jahren wieder in die Riege der "Normalzüchter" eingereiht. Das hatte den Vorteil, dass man im Vergleich zu den "Winterzüchtern" über den Winter mehr Zeit für andere Aktivitäten zur Verfügung hat, denn meine Tauben forderten mich in dieser ruhigen Zeit von nach der Mauser bis zur Anpaarung nicht wirklich. Geregelte Mahlzeiten, Standardpflege und täglich einmal kratzen, das war`s. Bei diesem Minimal-Aufwand kann man den eigenen Akku aufladen und auf die neue Saison wieder so richtig hungrig werden.

Unterschiede in groben Zügen

Um es grob zu skizzieren sind alle die Jungtiere als Winterjunge zu bezeichnen, die bis spätestens zur Mitte des Januars das Licht der Welt erblicken. Was in dem folgenden Monat heranwächst ist als Frühzucht zu bezeichnen und die Tauben, die ab Februar angepaart werden, bringen die klassische Normalzucht.
Die Winterjungen, nach Anpaarungstermin von der letzten Novemberwoche bis Weihnachten, so wie es in Belgien seit Jahr und Tag Usus ist, bringen einen mausertechnischnen Vorteil mit: Sie mausern genau so wie wir es von späten Herbstjungen Tieren kennen. Sie beginnen mit dem Federwechsel am Kopf und wechseln dann auch noch das kleine Deckgefieder auf den Flügeln. In die Schwingenmauser gehen sie im Vergleich zur Normalzucht erst relativ spät. Das hat den Vorteil, dass diese Winterjungen ohne irgendwelche Hilfsmittel (wie zum Beispiel Verdunkelung oder Lichtmethode) sehr lange einen vollen Flügel haben und recht lange problemlos zur Jungtierreise geschickt werden können. Diese Gruppe hat zudem einen Altersvorteil, denn diese Jungen können im Extremfall zum 1. Jungtierflug bequem doppelt so alt sein als die Normaljungen

Winterjunge sind Junioren.

Vergleichen wir sie einmal mit den Juniorenklassen im Fußballbereich, so sind die Normaljungen noch mit den Bambini vergleichbar und die Winterjungen schon der B- oder sogar A-Jugend zuzuordnen. Nicht nur körperliche Reife, sondern auch Lebenserfahrung wird erkennbar, denen sich dann noch bei den Winterjungen die Geschlechtsreife hinzugesellt, die von cleveren Sportfreunden beim "Spiel" mit ihren Jungtauben genutzt werden kann.
Die Frühzucht-Jungtiere neigen in aller Regel dazu wie die Normalzucht zu mausern, was sich bis zu den Herbstflügen eher als Nachteil zeigt. Dann ist diese Altersgruppe nämlich dabei die Kampfschwingen (letzten vier Federn der ersten Ordnung, die vorrangig für die Fluggeschwindigkeit verantwortlich sind) zu mausern und somit bei den noch stattfindenden Wettflügen stark gehandicapt. Um diesen Zustand bis nach den Jungtier-Preisflügen hinauszuzögern haben findige Sportfreunde die Verdunkelung bzw. die Zugabe von Kunstlicht auf den Jungtierschlägen "erfunden".

Der volle Flügel und die Schlagzahl.

Vergleichbar mit der "Einführung" der Witwerschaft, als die ersten ausgeruhten Witwer gegen Nesttauben konkurrierten, die zwei Junge am Schnabel hatten. Die Entwicklung ist bekannt. So vergleiche ich heute die Jungtiere, die durch so bekannte Tricks wie die Verdunkelung in ihrem üblichen Mauserverhalten manipuliert werden, mit denen, die Lücken im Flügel haben und gar noch eine Reihe Deckfedern abgeworfen haben. Wer den Unterschied einmal ausprobieren will, der möge einmal mit einem Löffel (voller Flügel) die Suppe aus dem Teller holen und das gleiche mit einer Gabel (Flügel in der Mauser) versuchen. Der Unterschied bzw. Vorteil wird deutlich und genau deshalb kommt die Taube mit dem vollen Flügel bei gleicher Schlagzahl mit Sicherheit schneller voran

Freiliegende Ohren? Das war einmal!

Schon in den ersten Tagen meiner "Züchterkarriere" wurde mir von den alten Hasen immer wieder gesagt, dass es für die Jungen tödlich sei, wenn sie mit freiliegenden Ohren geschickt würden und auf dem Heimflug Regen bekommen würden. Das sitzt bei mir noch heute wie eingemeißelt im Gedächtnis: "Setze nie Jungtiere mit freien Ohren ein!" Mit der Verdunkelung der Jungtiere ist das Problem gelöst, denn bis die Herbstreise beginnt, ist auch dieser Bereich des Kopfes mit neuen Federn versehen. Seit ich meine Jungtiere in diesem glatten Zustand einkorbe, schlafe ich in der Nacht vor dem Flug deutlich ruhiger.

Doch nun: Butter bei die Fische!

Bereits als ich über die Winterzucht (siehe die "Brieftaube": Folge 46/07) schrieb, gab ich das Versprechen ab, über meine eigene Jungtaubenführung zu berichten. In den letzten sieben Jahren kristallisierte sich folgendes "System" heraus, das offensichtlich die zeitlich kürzeste Form der Verdunklung darstellt und auch keine Winterjungen oder eine Frühzucht voraussetzt:
Die Anpaarung meiner Zuchtpaare und der Reisemannschaft erfolgt zum ersten Märzwochenende, womit ich zeitlich ein "Normalzüchter" bin. Die Jungtiere sind zum Ende April absetzbar. Nach wenigen Tagen der Eingewöhnung schließe ich das Rollo, das den Sputnik und das Schlagfenster abdeckt, von 18 bis acht Uhr. Somit bekommen meine Jungtauben in dem folgenden sechswöchigen Zeitraum 10 Stunden Tageslicht. In dieser Zeit mausern sie über den Kopf und eine ganze Menge Deckgefieder an Schwingenmauser denken nur ganz einzelne Tiere, was möglicherweise rassebedingt ist. Zumindest ist es immer so gewesen, dass manche Jungtiere bis zum Endflug nur eine oder zwei Schwingen geworfen hatten, andere hingegen schon bei der fünften waren. Den dazu betriebenen Aufwand, das Herunterlassen und Hochziehen des Rollos (es kann auch das Vorstellen einer Pappe vor ein Fenster sein) habe ich nie als zusätzliche Arbeit empfunden. Genau deshalb konnte ich all` die Sportfreunde nicht verstehen, die davon sprachen sich nicht noch einem weiteren Aufwand zu unterwerfen aber andererseits gegen die "Verdunkler" wetterten und dabei mehr Energie vergeudeten.

Man muss mitreden können.

Diese beschriebene "Methode" hat sich bei mir in den letzten Jahren so automatisiert, dass ich mir kaum noch etwas anderes vorstellen kann. Meine relativ kleine Schar an Jungtauben hat mir unter dieser Führung immer wieder größte Freude bereitet, zunächst durch ihre Lebensfreude und später auch bei den Preisflügen. Warum sollte ich daran etwas ändern? Obwohl ich es aufgrund der Jungtaubenerfolge nicht tun sollte, werde ich wieder einmal etwas anderes versuchen. Irgendwann werde ich es noch einmal mit der Winterzucht probieren und natürlich auch zumindest einmal mit der Lichtmethode nur damit ich mitreden und mitdiskutieren kann.

Durchmausern? Kein Problem!

Die Züchterkollegen, die immer wieder nach Argumenten gegen die Verdunkelungs- oder Lichtmethode suchen, reden oft davon und stellen die Behauptung auf, dass solche Jungtauben nicht durchmausern. Diese Beobachtung konnte ich in den letzten sieben Jahren bei mir nicht machen. Einmal hat eine junge Täubin eine Feder stehen gelassen, was möglicherweise auch andere Gründe hatte. Ansonsten fiel spätestens die letzte Schwinge kurz vor Weihnachten.

Eine Erkenntnis bleibt: Ohne die gute Taube funktioniert nichts!

Nun sollte sich aber derjenige, der sich durch meine Zeilen animiert sieht und den Umstieg von der "Normalzucht" und dem "Schicken ohne Schnörkel" zum "Verdunkeln" wagen will, darüber im Klaren sein, dass die Qualität der Taube durch irgendwelche veränderte Führungsmethoden nicht besser wird. Die gute Taube, in diesem Fall die Jungtaube mit bester Veranlagung, ist und bleibt die erste Voraussetzung für ein erfolgreiches Abschneiden bei den Preisflügen. Kein Führungsstil dieser Welt kann die Gene einer Taube verändern auch hier gilt unumstößlich, dass man bei noch so gutem Futter, noch so liebevoller Betreuung, einem noch so ausgefeilten System und noch so viel Training aus einem Esel kein Rennpferd machen kann.

Willi Hertel

Dieser Artikel erschien in "Die Brieftaube", Folge 51/07, vom 22. Dez. 2007


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