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Home  Magazin  Bundesarbeitsgruppe Stadttauben Teil 5 

C.05: Die Rassetaubenzucht
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Immer schon faszinierte den Menschen das Besondere. Denn nur das Außergewöhnliche hebt sich aus der Masse heraus. Es gewinnt dadurch an Wert und wird für den Menschen erstrebenswert. Die Taube war wie kaum ein anderes Tier geeignet, dieses Bedürfnis des Menschen zu befriedigen.

Warum gerade die Taube?
  • Tauben sind das älteste Hausgeflügel der Menschheit. Sie begaben sich bereits im 6. Jahrtausend v.Chr. in die Obhut des Menschen.
  • Tauben sind zahm und zutraulich und stellen für den Menschen keinerlei Gefahr dar.
  • Ihre Haltung ist unkompliziert, da sie anspruchslose Körnerfresser sind.
  • Sie können in größerer Zahl auf engem Raum gehalten werden.
  • Da sie ohne Freiflug auskommen, besteht für auffällige Rassetiere keine Gefahr durch Beutegreifer.
  • Sie können untereinander verpaart werden. Die Kreuzung verschiedener Rassen (sogar Inzucht) ist möglich und damit die Herauszüchtung oder Verstärkung eines bestimmten Merkmales oder einer Veränderung.
  • Die Reinheit der Zucht ist leicht zu erreichen, da Tauben lebenslang in Einehe mit ihrem Partner verbunden sind. Tauben haben eine große Zahl von Nachkommen und nur kurze Phasen zwischen den Bruten. Das erleichtert die Selektion.
Im Laufe der Geschichte hat es der Mensch gelernt, beinahe jedes Merkmal der Taube züchterisch zu verändern und/oder neu zu kombinieren und so für jeden Geschmack und jedes Bedürfnis des Menschen die erstaunlichsten Taubenrassen zu "erschaffen".
Dies geschah und geschieht manchmal auch ohne Rücksicht auf das Wohlbefinden und die artgemäßen Bedürfnisse des Tieres.

Die Mittel hierzu waren und sind geschickte
- Zuchtwahl (= gezielte Auswahl der Zuchtpaare nach Besonderheiten, Mutationen, Anomalien) und konsequente
- Selektion (= Aussonderung und Tötung von Nestlingen und Jungtauben, die dem Zuchtziel nicht entsprechen).

Huhntauben sind, wenn sie sehr hoch gestellt sind, an der Grenze des anatomisch Vertretbaren. (Mackrott: Rassetauben , S. 127).

Tauben mit stark befiederten Beinen und Füßen haben Schwierigkeiten beim Gehen und werfen oft beim Einsitzen in das Nest die eigenen Eier heraus. (Hans Silvester: Vorwort)

Aus Tierschutzgründen ist die Taubenzucht dort abzulehnen, wo sie zur Qualzucht wird, d.h., wo Tieren durch Anzüchten bestimmter Merkmale Schmerzen oder Leiden zugefügt werden.

Der Biologe Dr. Thomas Barteis, Institut für Zoologie der Tierärztlichen Hochschule Hannover, stuft in seinem Aufsatz "Qualzüchtungen bei Geflügel" (Dtsch. Tierärztl. Wschr. 102, Heft 3, März 1995) mehrere Rassetauben in die Kategorie "Qualzüchtung" ein:

Aus der Gruppe der "Warzentauben":
Warzentauben zeigen auffällige Veränderungen an der Nasenwachshaut und bei den Augenumrandungen.
Bei den Rassen "Carrier" und "Indianer" tendiert die Zucht zu immer größeren Warzen und Augenringen. Dadurch wird das Gesichtsfeld stark eingeschränkt, und die Tauben haben Schwierigkeiten, das Futter optisch zu fixieren.
Die Wachshautumbildungen können auch die Nasenöffnungen so stark einengen, daß die Atmung beeinträchtigt ist. Bei Alttieren sollen häufiger Entzündungen in den Warzenfalten auftreten.

Aus der Gruppe der "Kröpfer":
Bei Tieren mit besonders großem Kropf und beständig übersteigertem Kropfaufblasen (Imponiergehabe) dehnt sich die Kropfwand aus.
Die Folge ist der sogenannte Hängekropf. In dem erschlafften Kropfsack bleiben Futterbestandteile zurück, führen zu Fehlgärungen und Fäulnisbildung und nachfolgend zu Entzündungen, die eine veterinärmedizinische Behandlung erforderlich machen.
Die Disposition zu Entzündungen muß als Schaden angesehen werden, der Schmerzen und langfristig auch Leiden verursacht. In diesem Zusammenhang sind zu erwähnen die Rassen "Norwichkröpfer" und "Hessischer Kröpfer".

In beiden Fällen (Warzentauben, Kröpfer) handelt es sich um Qualzüchtung im Sinne von § 11 b, Tierschutzgesetz, wo es heißt:
"Es ist verboten, Wirbeltiere zu züchten, wenn der Züchter damit rechnen muß, daß bei der Nachzucht auf Grund vererbter Merkmale Körperteile oder Organe für den artgemäßen Gebrauch fehlen oder untauglich umgestaltet sind und hierdurch SchmelZen, Leiden oder Schäden auftreten......".

In Stadttaubenpopulationen ist der Anteil der Rassetauben verhältnismäßig gering. Entflogene oder ausgesetzte Rassetauben verpaaren sich zwar mit Stadttauben, geben Erbanlagen (Gestalt, Gefiederfärbung....) weiter, haben aber unter den harten Lebensbedingungen in der Stadt kaum eine Chance, alt zu werden.

Zur Geschichte der Rassetaubenzucht:
Die Anfänge der Farb-und Rassetaubenzucht sind im Vorderen Orient zu suchen.
Erste Hinweise auf Taubenzucht und Taubenschläge gibt es seit Ende des 3. Jahrtausends v. Chr. aus Ägypten. Die weiße Taube, die im religiös-kultischen Bereich eine besondere Rolle gespielt hat, dürfte die erste "Farbtaube" gewesen sein.

Griechen und Römer
perfektionierten die Taubenzucht. Taubenrassen wurden für die verschiedenen Ansprüche der Menschen gezüchtet: Masttauben zur Bereicherung des Speisezettels, Flugkünstler zur Unterhaltung, Tauben als Lieblingstiere der Kinder, als Botentiere, als Opfertiere und als Ziergeflügel.
Auch in Indien und Persien erfreute sich die Taubenzucht großer Beliebtheit. Sie war ein Hobby der Oberschicht.

Während der Völkerwanderungszeit ging das Wissen um die Taubenzucht in Europa fast völlig verloren.

Erst die Kreuzfahrer brachten verschiedene Taubenrassen von ihren Kreuzzügen mit nach Mittel- und Nordeuropa. Um 1600 gab es bereits in Belgien und Holland eine blühende Taubenzucht.

Nach dem Dreißigjährigen Krieg (1618-1648) stellte die deutsche Farbtaubenzucht eigene Züchtungen vor: "Schwalbentauben" aus Ostdeutschland, "Schmalzfeen" aus Nürnberg, "Mond" -, "Eis" -und "Samttauben" aus Süddeutschland.

Im 18. Jahrhundert wurden in Deutschland erste Taubenrassen erwähnt, die sich für Botenflüge eigneten. Durch Importe, Mutationen und Kombinationen entstanden im Laufe des 19. Jahrhunderts neue Rassen. 1848 wurde der erste Taubenzüchterverband gegründet, der heute noch besteht und jetzt 17 500 Mitglieder zählt.

Auf nationalen und internationalen Schauen werden zwischen 6000 und 20 000 Tauben ausgestellt. Der berühmteste Taubenmarkt findet alljährlich in Wasserburg am Inn statt. In Deutschland sind zur Zeit knapp 300 Rassen anerkannt. Weltweit gibt es etwa 800 Rassen.
Und die Entwicklung geht weiter - der Züchterehrgeiz kennt kaum eine Grenze.

Problematisch wird die Rassetaubenzucht dort, wo es den gezüchteten Tauben nicht mehr möglich ist, ein artgemäßes Leben in vollem Umfang zu führen.

Dazu einige Beispiele:
Kurzschnäbelige Mövchentauben sind nicht in der Lage, Nestlinge aufzuziehen. Die Aufzucht der Jungen erfolgt durch Ammen (= normalschnäbelige Adoptivtauben), oder die Jungen werden vom Züchter gefüttert. (Mackrott: Rassetauben, S. 247).

Perückentauben sind durch die stark ausgeprägte Perücke in vollem Federschmuck sichtbehindert. Sie sollten daher nicht mit anderen Tauben zusammen gehalten werden. Damit Paarung und Brut ungestört verlaufen können, müssen die Federn beschnitten werden. (Mackrott: Rassetauben, S.146).

Pfautauben gehen auf Zehenspitzen und legen den Kopf so weit nach rückwärts, daß er auf dem Schwanzkissen ruht. Zur Brut müssen ihnen die seitlichen Fächerfedern beschnitten werden. (Mackrott: Rassetauben, S. 146).

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